Als die Natur Männer und Weiber schuf, da warf sie zwei Lose in den Glückstopf; wir zogen die Vernunft, und ihr das Gefühl.
Armut schändet nicht, ist ein Sprichwort, das alle Menschen im Munde führen und keiner im Herzen.
Auf tausend Irrwegen sucht der Glaube die Spur zum Himmel. – Auf Einem Pfade führt die Liebe alle Völker zusammen!
Begehre wenig von den Menschen, wenn du sie zu lieben wünschest! –
Beharrlichkeit wird zuweilen mit Eigensinn verwechselt.
Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder; sie geben das Empfangene zehnfach zurück.
Das Erwartete bleibt gewöhnlich unter der Erwartung.
Das Gewissen hat immer recht, denn es spricht nie anders, als wenn es recht hat.
Das Gewissen hat immer recht, denn es spricht nur dann, wenn es recht hat.
Das Glück ist eine Sklavin des Fleißes.
Das sittsamste Mädchen bleibt nicht Herr seiner Augen. Wer kann den Wein im Glase hindern, daß seine Perlen aufwärts steigen?
Das Weib erzieht ein Bäumchen um der Blüten willen, der Mann hofft auf Früchte.
Daß irgendein Mensch auf Erden ohne Vorurteil sein könne, ist das größte Vorurteil.
Den Tugendhaften kann man fesseln, die Tugend nie.
Der gute Ruf gleicht oft dem Winde: man weiß nicht von wannen er kommt, noch wohin er führt.
Der kühnen Taten Keim ist Selbstvertrau’n, Und nur dem Kühnen lacht das Glück.
Der Mensch ist mit nichts in der Welt zufrieden, ausgenommen mit seinem Verstande, je weniger er hat, desto zufriedener.
Der weite, schmutzige Mantel des politischen Interesses deckt alle zu.
Der Witz ist nur ein Sommerkleid; die Wahrheit kann man zu allen Jahreszeiten gebrauchen.
Des Alters läst’ger Vorzug ist Erfahrung, die ihm den Glauben an die Menschheit raubt.
Die Armut findet zuweilen Wohltäter, selten Freunde.
Die Leidenschaft hat für Gefahren nur Spott und für Pflichten kein Gedächtnis.
Die Lieb‘ ist eine hübsche Blume, Die Freundschaft eine süße Frucht.
Die liebenswürdigste der Frauen wird auch immer die Schönste sein.
Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend geschlossen; die meisten unglücklichen im Rausche des Entzückens.
Die Menschen sind nur Kartenblätter in der Hand des Schicksals. Da figurieren sie eine Weile, bis sie ausgespielt und vom Tode gestochen werden.
Die Rache sei offenkundig, soll sie Männern ziemen.
Die Rückerinnerung an eine gute That schweigt nie; sie wird am lautesten in deiner Todesstunde flüstern.
Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke.
Die Welt ist nicht schlimmer und nicht besser, als sie vor tausend Jahren war und nach tausend Jahren sein wird.
Egoisten sind wir alle; der eine mehr, der andere weniger! Der eine läßt seinen Egoismus nackend laufen, der andere hängt ihm ein Mäntelchen um.
Ein Augenblick, wo das Herz genießt, wiegt Stunden auf, wo der Körper schwelgt.
Ein dankbarer Mensch, – von jeder Tugend trägt er im Busen den fruchtbaren Keim.
Ein ehebrecherisches Weib ist ein Schandpfahl ihres Geschlechts, und ihr verzeihen heißt, ihre Schande teilen.
Ein Fehltritt ist genug zum Fall.
Ein Geschenk aus der Hand der Liebe, da darf es der Bettler mit dem Fürsten aufnehmen.
Ein gesunder Körper ist gerne gepaart mit einer heiteren Seele.
Ein gutes Weib, das nur deshalb gut ist, weil es fühlt, es müsse so sein, ist immer liebenswürdiger, als ein Weib, das nach Grundsätzen gut zu sein strebt.
Ein Mädchen darf nicht suchen, es darf nur finden, und, lieber Gott, wie selten findet der, der nicht sucht.
Ein offenes, freundliches Gesicht, nicht zu blöde, nicht zu dreist, damit kommt man so ziemlich bei jedermann an.
Es darf ein edler Mann nur wollen, nur ernstlich wollen und der Sieg ist sein.
Es gibt brave Leute, die es machen wie die Nachtigallen; wenn zu viel Lärm um sie her ist, so schweigen sie still.
Es gibt eine Menge Dinge, die der Narr sehr gut zu wissen glaubt und der Kluge jemals zu wissen bezweifelt.
Es gibt kein grausameres Tier als einen Menschen ohne Mitleid.
Es gibt Leute, die sich die Jugend in ihrem Leben nicht abgewöhnen können.
Es kann ja nicht immer so bleiben Hier unter dem wechselnden Mond.
Es vergißt sich alles in der Welt, nur verlor’ne Unschuld nicht.
Fleiß und Arbeit sind ein paar Fußsteige, die nicht ein jeder gern betritt; und doch sind es die einzigen, die in den Tempel gründlichen Wissens führen.
Freiheit! Du bist das Brot, jedem Stand, jedem Alter, jedem Bedürfnis. Brot ist des Körpers Nahrung und Freiheit Seelenspeise.
Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit.
Heiraten und Aufhängen kommen immer zu früh.
Heiraten und Nähnadeln müssen die Frauenzimmer einfädeln.
Hoffnung ist der einzige Schatz, der mit dem Unglück wächst.
Im Schoße des Unglücks wird man inniger vereint, als Zwillingsbrüder im Schoße der Mutter.
In der Not pflegt die Taubheit epidemisch bei Freunden einzureißen.
Jeder Mensch schafft sich sein eigene Größe. Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf Alpen sitzen.
Kluge Sanftmut ist des Weibes unwiderstehlichste Waffe.
Leidenschaften sind die Quecken in der Menschenbrust. Wenn der Pfad nicht immerfort betreten wird, so begrast er sich.
Menschen irren, aber nur große Menschen erkennen ihren Irrtum.
Mit eben der Leichtigkeit, mit der sie ihre Wangen schminken, schminken sie auch ihre Seele.
Nicht, was man besitzt, Was man verdient, ist echter Tugend Lohnung!
Nur Entbehrung leiht den Dingen um uns her einen eingebildeten Wert, und man erkauft zuweilen eine armselige Täuschung durch ein wahres Glück.
Nur in stiller Häuslichkeit wird des Lebens Glück, der wahre Stein der Weisen gefunden.
Nur wenig Wahrheit faßt der Geist des Menschen, Doch immer hat er Raum genug für Irrtum.
Ruhe – ein Labetrunk dem Alter, der Jugend ein Gift.
Sanft sind die Weiber alle, aber nur außer dem Hause.
Schönheit ist wie eine Leibrente; wenn die Schönheit stirbt, so hört die Zahlung auf, und sie stirbt immer jung.
Sehnsucht, Liebe, Hoffnung, Verlangen, das ist das wahre Leben.
Selig, wer den Faden seiner Beschäftigung so ganz aus sich selbst zu spinnen vermag.
Törichter Jüngling! der Jugendglut für Liebe nimmt; und wehe dem armen Mädchen, das seinen Myrtenkranz in solche Strohflammen wirft.
Übertriebene Bescheidenheit ist auch Eitelkeit.
Unter allen Torheiten, die ein Mädchen begeht, ist immer ihre erste Liebe eine der größten.
Verleumder sind nur gereizte Bienen: Stehe still unter ihnen, und sie summen zwar um dich her, aber sie stechen dich nicht.
Verstand und Tugend sind auch zufrieden, wenn sie ungesucht bleiben.
Vertrauen auf Menschen ist eine Pflanze, die von der Menschenliebe so sparsam begossen wird, daß sie endlich verdorren muß.
Vertrauen ist oft die beste Schutzwehr.
Verwandte sind selten mehr als Bekannte, und die Zahl wahrer Freunde ist sehr gering.
Von dem, was man erworben, ist das beste die  wie man’s erworben.
Wahrheit ist eine widerliche Arznei.
Wahrheit ist eine widerliche Arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschließt, sie einzunehmen.
Warum verzeiht gekränkter Stolz doch so schwer? – Ach er kämpft um seine Nahrung, denn er lebt ja nur von fremder Meinung.
Wenn Lieb‘ und Treue stärken, So wird Entbehren einem Manne leicht.
Wer Dank mit Belohnung verwechseln kann, hat nur die letztere verdient.
Wer ein Mädchen liebt, muß es ihr selbst sagen. Der dritte Mann würde nur Prosa aus einer Ode machen.
Wer gute Menschen kennenlernen will, der gebe nur acht, zu wem der Unglückliche Vertrauen hat.
Wer Kraft zu Heldentaten fühlt, der schafft sich selbst Gefahren.
Wer sich seinen Glanz von außen holt, bei dem ist’s gewöhnlich inwendig dunkel.
Wer steinreich ist, wird oft steinhart.
Wer über die Liebe nachdenkt, der liebt nicht mehr.
Wer vor seiner Zukunft steht, wie vor einem Spieltisch, und auf blinden Zufall harrt, der ist ein Thor.
Wohltaten gleichen dem Wasser, das die Sonne aus dem Meere zieht; als fruchtbarer Regen fällt es wieder auf die Erde.