Adel ist so viel als alter Reichtum und Tugend.
Alle Kunst, alle Erziehung darf nur Ergänzung der Natur sein.
Alle politische[n] Geschäfte laufen darauf hinaus, über Andere zu regieren.
Alle Schmeichler sind Lakaienseelen, und nur Leute von gemeiner Gesinnung werden Schmeichler.
Allenthalben aber trauen entgegenstehende Parteien dem, welchen sie als ihren natürlichen Schiedsrichter ansehen. Der in der Mitte steht, ist aber der natürliche Schiedsrichter der Extremen.
Alles Werden ist Entwicklung in dem Sinne, daß Mögliches wirklich wird.
Anfang ist, was selbst notwendigerweise nicht nach etwas anderem ist, nach dem aber ein anderes ist, oder entsteht.
Armut erzeugt Revolution und Kriminalität.
Auch das Denken schadet einem zuweilen an der Gesundheit.
Auf dem Gebiet des Mutes und Selbstvertrauen, befindet sich die Tapferkeit in der Mitte.
Bei den Barbaren steht das Weib und der Sklave auf derselben Stufe.
Besonders aber hat Homer die anderen Dichter auch gelehrt, wie man in gehöriger Weise Lügen erzählen muß.
Das Allerbeste nämlich ist für dich gänzlich unerreichbar: nicht geboren zu sein, nicht zu sein, nichts zu sein.
Das Denken für sich allein aber bewegt nichts, sondern nur das auf einen bestimmten Zweck gerichtete, praktische Denken.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Das Glück gehört denen, die sich selber genügen.
Das Größte und Schönste aber dem Zufall zu überlassen, wäre Irrtum und Lästerung.
Das Gute ist für alle Dinge das genaueste Maß.
Das Leben besteht in der Bewegung.
Das Spiel gleicht einer Erholung, und da man nicht ununterbrochen arbeiten kann, bedarf man der Erholung.
Das Spiel ist ja eine Art Erholung, und der Erholung bedürfen wir darum, weil wir nicht ununterbrochen arbeiten können.
Das Unvorhergesehene ist die wahre Bewährungsprobe.
Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt.
Denn auf Ehre machen die großen Männer am meisten Anspruch, und zwar mit Recht.
Denn das Bessere vollbringt immer auch eine bessere Leistung.
Denn es ist ja, wie wir sagen, der Freund ein zweites Ich.
Der Eingebildete überschätzt sich im Verhältnis zu seinem eigenen Wert.
Der Fehler liegt im Anfang, und der Anfang, heißt’s, ist die Hälfte des Ganzen, so daß also auch ein kleiner Fehler im Beginn entsprechend große Fehler im weiteren Verlaufe zur Folge hat.
Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.
Der Geist ist der Gott in uns.
Der Geist kann, wie alles Denkbare, auch Gegenstand seines Denkens seines Denkens sein.
Der Glaube, das, was man wünscht, zu erreichen, ist immer lustvoll.
Der ideale Mensch fühlt Freude, wenn er anderen einen Dienst erweisen kann.
Der Kluge trachte nach Schmerzlosigkeit, nicht nach Lust.
Der Mann ist mehr zur Führung begabt als das Weib; wenn nicht etwa eine widernatürliche Veranlagung vorliegt.
Der Mensch begehrt was angenehm, und meidet was schmerzlich ist.
Der Mensch ist gleich der Biene, der Ameise, dem Biber von Natur schon ein staatenbildendes Tier.
Der Preis und das Ziel der Tugend muss doch das Beste und etwas Göttliches und Seliges sein.
Der Staat ist eine Gemeinschaft gleichberechtigter Bürger zum Zweck der Ermöglichung der besten Lebensführung.
Der Weise sucht nicht das Vergnügen herbeizulocken, sondern den Schmerz zu vermeiden.
Der Zweck der Aufstände aber ist Gewinn und Ehre oder ihr Gegenteil.
Die Ehrgeizigen haben mehr Neigung zum Neid als die, welche vom Ehrgeiz frei sind.
Die Glückseligkeit besteht in dem glücklichen Leben, das glückliche Leben im tugendhaften Leben.
Die Glückseligkeit scheint in der Muße zu bestehen.
Die Glückseligkeit stellt sich dar als ein Vollendetes und sich selbst Genügendes, da sie das Endziel allen Handelns ist.
Die größten Tugenden aber müssen die sein, welche den Nebenmenschen am nützlichsten sind.
Die Hoffnung ist ein Wachtraum.
Die Hoffnung ist Träumen mit offenen Augen.
Die Liebe, die ein jeder gegen sich selbst hegt, ist kein zufälliges, sondern ein von Natur in ihn gepflanztes Gefühl.
Die meisten Menschen wollen lieber Zuneigung geschenkt bekommen, als sie schenken.
Die Menschen stellen sich sowohl die Gestalt als auch die Lebensweise der Götter ähnlich ihrer eigenen vor.
Die Mitte ist in jeder Sache dasjenige, was die gesunde Vernunft für das schicklichste hält.
Die Natur kreiert nicht ohne Bedeutung.
Die Natur macht, wie wir sagen, nichts vergeblich.
Die Natur schafft immer von dem was möglich ist das Beste.
Die Neigung zur Freundschaft entsteht oft plötzlich, die Freundschaft selbst aber braucht Zeit.
Die Rede ist die Kunst, Glauben zu erwecken.
Die Regeln der Kunst erhalten ihr Ansehen durch ihre unmittelbar wahrgenommene Zweckmäßigkeit.
Die Seele ist nun die Ursache und der Anfang des lebenden Körpers.
Die Wahrheit aber wissen wir nicht ohne Erkenntnis der Ursache.
Die Wahrheit und das Recht sind von Natur aus immer stärker als die Lügen und das Unrecht.
Die Wurzeln der Bildung sind bitter, ihre Früchte aber sind süß.
Die Zukunft sieht zu einem großen Teil der Vergangenheit ähnlich.
Ein Leben ohne Freund ist ein langweiliges Leben.
Ein Leben ohne Freunde ist ein gescheitertes Leben.
Ein Schmeichler ist ein Freund, der dir unterlegen ist oder vorgibt, es zu sein.
Ein Stück der Freiheit ist aber damit gegeben, daß man abwechselnd gehorcht und befiehlt.
Ein vortrefflicher Charakter wählt immer den Mittelweg.
Eine gute gesetzliche Ordnung ist […] nicht da vorhanden, wo die Gesetze gut abgefaßt sind, aber nicht befolgt werden.
Eine Sache, die erwiesenermaßen gut ist, nochmals untersuchen wollen, heißt das Tageslicht mit einer Lampe suchen.
Eine Sache, welche vielen gehört, wird schlechter verwaltet als eine Sache, die einem einzelnen gehört.
Eine Überzeugung, die alle Menschen teilen, besitzt Realität.
Eine vollkommene Freundschaft gibt es nur zwischen guten und an Rechtschaffenheit sich gleichstehenden Menschen!
Eine wahrscheinliche Unmöglichkeit ist immer einer nicht überzeugenden Möglichkeit vorzuziehen.
Eine zu große Ungleichheit an Jahren zwischen Eheleuten bringt gemeiniglich Uneinigkeit und Mißvergnügen hervor.
Er [der Hochgesinnte] vermag wohlzutun, scheut sich aber, Wohltaten zu empfangen.
Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens.
Erhält doch jedes Werkzeug seine größte Vollendung dann, wenn es nicht zu vielen Verrichtungen dient, sondern nur zu einer.
Es gibt Dinge, die wir lernen müssen, bevor wir sie tun können. Und wir lernen sie, indem wir sie tun.
Es gibt kein großes Genie ohne einen Schuss Verrücktheit.
Es gibt zwei Arten von Tugenden: theoretische und die praktische.
Es ist die Schlichtheit, die den Ungebildeten mehr Erfolg bei öffentlichen Reden haben läßt als den Gebildeten.
Es ist gar nicht auszusprechen, wie schätzenswert es ist, etwas sein Eigen nennen zu dürfen.
Es ist natürlich, daß ein Mensch für überragende Leistungen Anerkennung erwartet.
Fehlt dem Menschen nur der Verstand, wird er zum Tier.
Ferner ist sie [die Freundschaft] fürs Leben das Notwendigste.
Freude an der Arbeit läßt das Werk trefflich geraten.
Freude ist die Gesundheit der Seele.
Für einen jungen Mann ist es unpassend, Aphorismen zu verwenden.
Gebildete Menschen sind den ungebildeten genauso überlegen wie die Lebenden den Toten.
Gewinn(st) geht doch bei den meisten Menschen, in der Rangordnung, der Ehre vor.
Glück zu vertragen ist nicht jedermanns Sache.
Gott ist entweder Geist oder ein Wesen, das noch jenseits des Geistes steht.
Gott und die Natur tun nichts umsonst.
Grenzenlos ist die Begier, deren Befriedigung die Menge lobt.
Gut und glücklich wird ein Sterblicher nur zugleich, denn das eine ist durch das andere bedingt.
Hieraus also ist klar, dass der Staat ein Naturprodukt, und dass der Mensch von Natur ein politisches Wesen [ist].
Im Allgemeinen sind es diejenigen Güter, die durch Zufall erworben werden, die Neid hervorrufen.
Im allgemeinen tun die Menschen unrecht, sobald sie in der Lage sind, es zu können.
Im Menschen besteht die letzte Entwicklung der Natur in der Vernunft und im vernünftigen Denken.
Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten.
Immer ist das Maß dem Gemessenen gleichartig.
In Armut und sonstiger Not aber gilt der Freund als die einzige Zuflucht.
In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.
In Wirklichkeit liebt niemand den Furchtsamen.
Ist doch der Freund ein zweites Selbst.
Jede Bewegung geschieht in einer Zeit und hat ein Ziel.
Jede Empfindung geschieht dadurch, daß Etwas bewegt wird und leidet.
Jede Tugend ist die rechte Mitte zwischen zwei Lastern.
Jeder Tag ist ein Wagnis und wird dadurch erst lebenswert.
Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.
Lobenswerte Eigenschaften nennen wir Tugenden.
Man achte nicht darauf, ob man einem großen Staate angehört, sondern ob man würdig ist, Bürger eines großen Staates zu sein.
Man kann das Wort unehrenhaft nicht ohne das Wort ehrenhaft aussprechen.
Manche Leute nämlich halten die Bedingungen der Glückseligkeit für Bestandteile von ihr.
Menschen aber, die nicht Herz genug haben, Gefahren Trotz zu bieten, sind immer Sklaven derer, welche sie anfallen.
Menschliche Glückseligkeit besteht in erfolgreichem Handeln.
Moralität und Gerechtigkeit aber sind Folgen der Bildung, die der Mensch nur in der bürgerlichen Gesellschaft erhält.
Mütter sind stolzer auf ihre Kinder als Väter, da sie sicherer sein können, daß es ihre eigenen sind.
Nicht dasjenige, außerhalb dessen Nichts ist, sondern gerade dasjenige, außerhalb dessen immer noch Etwas ist, ist unbegrenzt.
Nicht dem Menschen galt meine Gabe, sondern der Menschlichkeit.
Nicht in der sinnlichen Lust besteht das Glück, sondern im Tätigsein im Sinne der Vortrefflichkeit.
Nur wenn die Liebe dem Werte des Anderen entspricht, ist jene Gleichheit vorhanden, welche der Freundschaft eigen ist.
O meine Freunde, es gibt keine Freunde!
Ohne Freundschaft möchte niemand leben, hätte er auch alle anderen Güter.
Ohne Rechtschaffenheit ist es nicht leicht, in äußerem Glück die Bescheidenheit zu bewahren.
Ohne Tugend ist es sehr schwer, das Glück auf eine schickliche Weise zu ertragen.
Platon ist mir lieb, aber die Wahrheit ist mir noch lieber.
Plausible Unmöglichkeiten sollten unplausiblen Möglichkeiten vorgezogen werden.
Reich sind nur die Zufriedenen.
Richtig ist es auch, die Philosophie Wissenschaft der Wahrheit zu nennen.
Schönheit ist das beste Empfehlungsschreiben.
Schwere Gegenstände fallen schneller als leichte.
Selbst im Hirn des weisesten Mannes gibt es einen törichten Winkel.
Sie [die Glückseligkeit] wollen wir immer wegen ihrer selbst, nie wegen eines anderen.
So ist auch die Zahl der Freunde begrenzt, und ihr Maximum wird sich wohl danach bestimmen, mit wie vielen man zusammenleben kann.
So meidet denn jeder Kundige das Übermaß und den Mangel und sucht und wählt die Mitte.
So zahlreich nun die Arten der Vergewaltigung sind, so erweckt doch jede von ihnen Zorn.
Tapferkeit in Verbindung mit Macht führt zu Tollkühnheit.
Tugend: Eine kleine Straße zwischen zwei Sünden.
Überall immer nach dem Nutzen zu fragen ziemt sich am Wenigsten für hochsinnige und wahrhaft freie Männer.
Überhaupt aber besteht das Reichsein mehr im Gebrauchen, als im Besitzen.
Und es ist leichter, nicht zu nehmen als zu geben, da man sich eher dazu entschließt, Fremdes nicht zu nehmen als Eigenes wegzugeben.
Unser Charakter ergibt sich aus unserem Benehmen.
Unter beschwerlichen Ämtern verstehe ich eine Tätigkeit, die nur äußeres Ansehen zum Ziel hat.
Verwunderung war den Menschen jetzt wie vormals der Anfang des Philosophierens.
Von den Extremen ist das eine schlimmer als das andere.
Von den Lebewesen lacht allein der Mensch.
Wahre Freundschaft erfordert mehr Dauerhaftigkeit als launenhafte Intensität.
Wahres Glück ist, seinen Geist frei zu entfalten.
Wann haben wir Freunde eher nötig: Wenn es uns gut geht oder wenn es uns schlecht geht?
Was also in der Seele die Vernunft genannt wird (ich nenne Vernunft das, womit die Seele denkt und auifasst), ist also vor dem Denken kein Wirkliches.
Was eine Einheit bilden soll, muss der Art nach verschieden sein.
Was man tun muss, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.
Weisheit ist eine Art gebildeter Unverschämtheit.
Wenn auf Erden die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.
Wenn man krank ist, dann bestimmt die Gesundheit in hohem Maße das Glücksgefühl. Wenn man arm ist, dann ist es das Geld, was bestimmend ist für das Glück.
Wenn nämlich die Ungerechtigkeit bewaffnet ist, so ist sie am allergefährlichsten.
Wer aber nicht mannhaft und mutig Gefahren bestehen kann, ist ein Sklave eines jeden, der ihn angreift.
Wer die öffentliche Meinung verliert, ist kein König mehr.
Wer jede Lust genießt und auf keine verzichten kann, wird zuchtlos, wer aber jede meidet, wie die Griesgrämigen, wird stumpfsinnig.
Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.
Wer sich Großes zutraut, ohne das Zeug dazu zu haben, ist eingebildet.
Wie sich der Wein dem Benehmen der Zecher mitteilt, so prägt auch die Freundschaft den Charakter derer, die sie genießen.
Wir alle sind Freunde der Glücklichen, während dem Unglücklichen noch nicht einmal der Vater ein Freund ist.
Wir betrachten die Tugend nicht, um zu wissen, was sie ist, sondern um tugendhaft zu werden; sonst wäre unsere Arbeit zu nichts nütze.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.
Wir sind, was immer wir tun.
Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.
Wo das Gute nicht lebt, suche die Wahrheit nicht.
Zum Richter gehen heißt aber soviel, als zur Gerechtigkeit gehen, da der Richter gleichsam die lebendige Gerechtigkeit sein soll.
Zur Wahrscheinlichkeit gehört auch, dass das Unwahrscheinliche eintritt.
Zuviel Wissen macht unzufrieden.