Ach Bruder, werde doch: was bleibst du Dunst und Schein? Wir müssen wesentlich ein Neues worden sein.
Ach Fauler, reg dich doch, wie bleibst du immer liegen! Fürwahr der Himmel wird dir nicht ins Maul reinfliegen!
Ach, daß wir Menschen nicht wie die Waldvögelein, ein jeder seinen Ton, mit Lust zusammenschrein!
Ach, könnte nur dein Herz zu einer Krippe werden, Gott würde noch einmal Kind auf dieser Erden.
Alles gilt dem Weisen gleich: er sitzt in Ruh‘ und Stille: geht es nach seinem nicht, so geht’s nach Gottes Wille.
Aus Gott wird man geboren, in Christo stirbet man, Und in dem Heiligen Geist fängt man zu leben an.
Aus Liebe gehn und stehn, Lieb‘ atmen, reden, singen: Heißt, seine Lebenszeit wie Seraphim verbringen.
Begehrst du ein Weib, die prächtig, reich und fein: So nimm die Weisheit nur, sie wird dir alles sein.
Berührt dich Gottes Geist in seiner Wesenheit, So wird in dir geborn das Kind der Ewigkeit.
Bist du aus Gott geboren, so blühet Gott in dir, und seine Gottheit ist dein Saft und deine Zier.
Blüh auf, gefrorner Christ, der Mai steht vor der Tür! Du bleibest ewig tot, blühst du nicht jetzt und hier.
Christ! mit dem halben Teil wirst du Gott nicht begaben, Er will das Herze ganz und nicht die Hälfte haben.
Christ, du bedarfst nicht viel zur ewigen Seligkeit; es hilft ein einzigs Kraut, das heißt Gelassenheit.
Das Brot ernährt dich nicht: Was dich im Brote speist, Ist Gottes ew’ges Wort, Ist Leben und ist Geist.
Das edelste Gebet ist, wenn der Beter sich In das, vor dem er kniet, verwandelt inniglich.
Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein: Er kann, nachdem er’s macht, Gott oder Teufel sein.
Das Hertz ist wie das Aug‘ ein eintzigs gränelein Wo du’s im Hertzen hast verursacht dir schon Pein.
Das Kleid macht nicht den Mann, der Sattel macht kein Pferd.
Das Kreuz auf Golgatha kann dich nicht von dem Bösen, wo es nicht auch in dir wird aufgericht, erlösen.
Das Licht der Herrlichkeit scheint mitten in der Nacht. Wer kann es sehen? Ein Herz, das Augen hat und wacht.
Das Maß der Seligkeit miß dir in Liebe ein, Je völler du von Lieb, je stolzer wirst du sein.
Das Wesen Gottes macht sich keinem Ding gemein Und muß notwendig doch auch in den Teufeln sein.
Daß dir im Sonnenschein vergehet das Gesicht, Sind deine Augen schuld und nicht das große Licht.
Der Abgrund meines Geistes ruft immer mit Geschrei den Abgrund Gottes an: Sag, welcher tiefer sei?
Der allernächste Weg zur wahren Heiligkeit Ist Demut auf dem Pfad der keuschen Reinigkeit.
Der Glaube, Senfkorn groß, versetzt den Berg ins Meer: denkt, was er könnte tun, wenn er ein Kürbis wär.
Der größte Reichtum ist, nach keinem Reichtum streben, Der größeste Gewinn, sich dessen ganz begeben.
Der größte Schatz nach Gott ist unser Will‘ auf Erden, ist alles gleich verlorn: durch ihn kann’s wieder werden.
Der Himmel senket sich, er kommt und wird zur Erden. Wann steigt die Erd‘ empor und wird zum Himmel werden?
Der Liebe Mittelpunkt ist Gott und auch ihr Kreis, In ihm ruht sie, liebt all’s in ihme gleicherweis.
Der Mensch hat zwei Augen; eins sieht nur, was sich in flüchtiger Zeit bewegt, das andere, was ewig ist und göttlich.
Der Mensch ist Gottes Gleichnis.
Der Mensch muß doch was sein! Gott nimmt sein Wesen an: Um aller Engel willen hätt‘ er solches nicht getan.
Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Tür: Der Weg der Wissenschaft bringt dich gar langsam für.
Der Narr ist viel bemüht; des Weisen ganzes Tun, Das zehnmal edeler, ist Lieben, Schauen, Ruhn.
Der Regen fällt nicht ihm, die Sonne scheint nicht ihr: Du auch bist andern geschaffen und nicht dir.
Der Reiche dieser Welt, was hat er für Gewinn? Daß er muß mit Verlust von seinem Reichtum ziehn.
Der Reiche, wenn er viel von seiner Armut spricht, So glaub es ihm nur gern, er lügt wahrhaftig nicht.
Der Sonne tut’s nicht weh, wenn du von ihr dich kehrst, Also auch Gotte nicht, wenn du in den Abgrund fährst.
Der Vogel in der Luft, der Stein ruht auf dem Land. Im Wasser lebt der Fisch, mein Geist in Gottes Hand.
Der Weise sucht nur eins, und zwar das höchste Gut:  Ein Narr nach Vielerlei und Kleinem streben tut.
Der Weise, welcher hat sich über sich gebracht, Der ruhet, wenn er läuft, und wirkt, wenn er betracht‘.
Der Weise, wenn er stirbt, begehrt in Himmel nicht, Er ist zuvor darin, eh ihm das Herze bricht.
Der Winter ist die Sünd‘, Die Buße Frühlingszeit, Der Sommer Gnadenstand, Der Herbst Vollkommenheit.
Der Zufall muß hinweg und aller falscher Schein: Du mußt ganz wesentlich und ungefärbet sein.
Die Braut verdient sich mehr mit einem Kuß um Gott als alle Mietlinge mit Arbeit bis in Tod.
Die Einsamkeit ist not, doch seid nur nicht gemein, So kannst du überall in einer Wüste sein.
Die Gottheit ist ein Brunnen, aus ihr kommt alles her und läuft auch wieder hin. Drum ist sie auch das Meer.
Die heiligste Majestät, willst du ihr Ehr erzeigen, wird allermeist geehrt mit heilgem Stilleschweigen.
Die kluge Jungfrau hat ihr’n Schmuck in sich allein Die Törin denkt sich schön in schönen Kleidern sein.
Die Lieb ist ewig.
Die Lieb‘ ist unser Gott, es lebet all’s durch die Liebe: Wie selig wär‘ ein Mensch, der stets in ihr verbliebe!
Die Lieb‘ ist’s schnellste Ding: Sie kann für sich allein In einem Augenblick im höchsten Himmel sein.
Die Liebe, wenn sie neu, braust wie ein junger Wein; je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie sein.
Die Rachgier ist ein Rad, das nimmer stille steht: Je mehr es aber läuft, je mehr es sich vergeht.
Die Ros‘ ist ohn warumb sie blühet weil sie blühet Sie achtt nicht jhrer selbst fragt nicht ob man sie sihet.
Die Rose, welche hier dein äußres Auge sieht, Die hat von Ewigkeit in Gott also geblüht.
Die Schöpfung ist ein Buch; wer’s weislich lesen kann, Dem wird darin gar fein der Schöpfer kund getan.
Die Seel‘ ist ein ew’ger Geist, ist über alle Zeit: Sie lebt auch in der Welt schon der Ewigkeit.
Die Weisheit ist ein Quell: je mehr man aus ihr trinkt, je mehr und mächtiger sie wieder treibt und springt.
Die Welt ist ein wunderschönes Nichts.
Die Welt ist mir zu eng, der Himmel ist zu klein: Wo wird denn noch ein Raum für meine Seele sein?
Du selber machst die Zeit, das Uhrwerk sind die Sinnen, hemmst du die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.
Du strebst so emsiglich nach einem Flecklein Erden: Durch Sanftmut könntest du der ganzen Erbherr werden.
Dumme grinsen, Narren lachen, aber Weise lächeln.
Durch Weisheit ist Gott tief, breit durch Barmherzigkeit, durch Allmacht ist er hoch, lang durch die Ewigkeit.
Ein Herze, welches sich vergnügt mit Ort und Zeit, Erkennet wahrlich nicht sein Unermeßlichkeit.
Ein Kampfplatz ist die Welt; Das Kränzlein und diew Kron‘ Trägt keiner, der nicht kämpft, Mit Ruhm und Ehr‘ davon.
Ein offenes Auge sieht; tust du eins zu, o Kind, so bist du, Gott zu schauen, mutwillig maulwurfsblind.
Ein wesentlicher Mensch ist wie die Seligkeit, die unverändert bleibt von aller Äußerheit.
Es ist kein Tod. Ich glaube keinen Tod: Sterb‘ ich gleich alle Stunden, So hab‘ ich jedesmal ein besser Leben funden.
Es ist zwar wahr, daß Gott dich selig machen will: Glaubst du, er will’s ohn‘ dich, so glaubest du zu viel.
Es kann in Ewigkeit kein Ton so lieblich sein, als wenn des Menschen Herz mit Gott stimmt überein.
Freund, glaub es oder nicht: ich hör‘ in jedem Nu, Wann ich bin taub und stumm, dem ew’gen Worte zu.
Freund, gönn es doch der Welt, ihr geht’s zwar wie sie will: Doch ist ihr ganzes Tun nichts als ein Trauerspiel.
Freund, so du etwas bist, so bleib nur ja nicht stehn, man muß von einem Licht fort ins andre gehn.
Freund, wer in jener Welt will lauter Rosen brechen, den müssen vorher hier die Dornen genügsam stechen.
Fürwahr, die Tugend lebt, ich sag’s ohn‘ Deutelei. Lieb, und so siehest du, daß Lieb‘ ihr Leben sei.
Geh hin, wo du nicht kannst, sieh, wo du siehest nicht; hör, wo nichts schallt und klingt, so bist du, wo Gott spricht.
Gleich wie die Einheit ist in jeder Zahl, so ist auch Gott, der „Ein“ in Dingen überall.
Gott gibt ohne Maß: je mehr man ihn begehrt, Je mehr und mehr er sich erbietet und gewähret.
Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein Nun noch Hier; je mehr du nach ihm greifst, je mehr entwird er dir.
Gott ist ja nichts als gut: Verdammnis, Tod und Pein, Und was man Böse nennt, Muß, Mensch, in dir nur sein.
Gott ist noch mehr in mir, als wenn das ganze Meer in einem kleinen Schwamm ganz und beisammen war.
Gott schätzt nicht, was du Gut’s, nur wie du es getan. Er schaut die Früchte nicht, nur Kern und Wurzel an.
Gott spricht nur immer Ja, der Teufel saget Nein: Drum kann er auch mit Gott nicht Ja und eines sein.
Gott, Teufel, Welt und alles will in mein Herz hinein: Es muß ja wunderschön und großen Adels sein!
Gott, weil er groß ist, gibt am liebsten große Gaben. Ach, daß wir Armen nur so kleine Herzen haben.
Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.
Halt deinen Leib in Ehren, er ist ein edler Schrein, In dem das Bildnis Gottes soll aufbehalten sein.
Ich bin nicht außer Gott und Gott nicht außer mir; ich bin sein Glanz und Licht, und er ist meine Zier.
Ich bin wie Gott, und Gott wie ich Ich bin so groß als Gott, er ist als ich so klein; Er kann nicht über mich, ich unter ihm nicht sein.
Ich sag, es hilft dir nichts, daß Christus auferstanden, wo du doch liegenbleibst in Sünd und Todesbanden.
Ich selbst muß Sonne sein, ich muß mit meinen Strahlen das farbenlose Meer der ganzen Gottheit malen.
Ich weiß nicht, was ich bin, ich bin nicht, was ich weiß: ein Ding und nicht ein Ding, ein Pünktchen und ein Kreis.
Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiß: Ein Ding und nit ein Ding, ein Stüpfchen und ein Kreis.
Ich weiß nicht, was ich soll; es ist mir alles eins: Ort, Unort, Ewigkeit, Zeit, Nacht, Tag, Freud und Pein.
Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben, Werd‘ ich selbst zunicht, Er muß vor Not den Geist aufgeben.
Ihr Menschen lernet doch vom Wiesenblümelein Wie ihr könnt Gott gefalln und gleichwohl schöne sein.
In der Welt ist’s trübe, leuchten müssen wir – du in deiner Ecke, ich in meiner hier.
In jedem ruht ein Bild dess‘, was er werden soll, solang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.
Je edler ein Ding, je mehr ist es gemein, Das spüret man an Gott und seiner Sonnen Schein.
Jetzt ist der Himmel aufgetan, Jetzt hat er wahres Licht. Jetzt schauet Gott uns wieder an Mit gnädigem Gesicht.
Jm Grund ist alles eins. Man redt von Zeit und Ort / von Nun und Ewigkeit: Was ist dann Zeit und Ort / und Nun und Ewigkeit?
Kein Ding ist auf der Welt so hoch und wert zu achten, Als Menschen, die mit Fleiß nach keiner Hoheit trachten.
Kein Stäublein ist so schlecht, kein Stüpfchen ist so klein: Der Weise siehet Gott ganz herrlich drinne sein.
Kein Tod ist herrlicher, als der ein Leben bringt, Kein Leben edler als das, was dem Tod entspringt.
Kind! wachs und werde groß: so lange du noch klein, So lange dünkt dich all’s, was klein ist, groß zu sein.
Kind, mache dich gemein mit der Barmherzigkeit. Sie ist die Pförtnerin im Schoß der Seligkeit.
Lieb üben hat viel Müh‘: wir sollen nicht allein nur lieben, sondern selbst, wie Gott, sie Liebe sein.
Liebe dir ergeb‘ ich mich, Dein zu bleiben ewiglich!
Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht.
Man sagt, die Zeit ist schnell; wer hat sie sehen fliegen? Sie bleibt ja unverrückt im Weltbegriffe liegen.
Mensch, alles was du willst, ist schon zuvor in dir; es liegt nur an dem, daß du es nicht wirkst herfür.
Mensch, bleib doch nicht ein Mensch: Man muß aufs Höchste kommen, Bei Gott werden nur die Götter angenommen.
Mensch, deine Seligkeit kannst du dir selber nehmen: So du dich nur dazu willst schicken und bequemen.
Mensch, denkst du Gott zu schaun dort oder hier auf Erden: So muß dein Herz zuvor ein reiner Spiegel werden.
Mensch, geh‘ nur in dich selbst, denn nach dem Stein der Weisen darf man nicht zuallererst in fremde Länder reisen.
Mensch, gib du Gott dein Herz, er gibt dir seines wieder, Ach, welch ein werter Tausch, du steigest auf, er nieder.
Mensch, hüte dich vor dir. Wirst du mit dir beladen, Du wirst dir sicher mehr als tausend Teufel schaden.
Mensch, in das, was du liebst, wirst du verwandelt werden, Gott wirst du, liebst du Gott, und Erde, liebst du Erden.
Mensch, ist was Gut’s in dir, so maße dich’s nicht an; sobald du dir’s schreibst zu, so ist der Fall getan.
Mensch, nichts ist unvollkomm’n; der Kies gleicht dem Rubin, Der Frosch ist ja so schön als Engel Seraphim.
Mensch, steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrig’s ein; Die schönste Weisheit ist, nicht gar zu weise sein.
Mensch, was außer dir, das gibt dir keinen Wert; das Kleid macht nicht den Mann, der Sattel macht kein Pferd.
Mensch, werde wesentlich! Denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg: das Wesen, das besteht.
Mensch, wird das Paradies in dir nicht ernstlich sein, so glaube mir gewiß: du kommst nimmer drein.
Mensch, wo du deinen Geist schwingst über Ort und Zeit, so kannst du jeden Blick sein in der Ewigkeit.
Mensch, wo du noch was bist, was weißt, was liebst und haßt, so bist du, glaube mir, nie ledig deiner Last.
Nicht alles Gut‘ ist gut. Mensch, überred dich nicht! Was nicht in Lieböl brennt, das ist ein falsches Licht.
Nicht du bist, der da lebt, denn das Geschöpf ist tot. Das Leben, das in dir dich leben macht, ist Gott.
Nichts ist, was dich bewegt; du selber bist das Rad, das aus sich selbsten läuft und keine Ruhe hat.
Nimm, was der Herr dir gibt, Er gibt das Groß‘ im Kleinen,  In schlechten Schlacken Gold, ob wir’s zwar nicht vermeinen.
Rein wie das Gold, stark wie ein Felsenstein, ganz lauter wie Kristall soll dein Gemüte sein.
Schleuß mich so streng du wilt in tausend Eisen ein Jch werde doch gantz frey und ungefässelt seyn.
Schweig, Sünder, schreie nicht die Ev‘ und Adam an: wär’n sie nicht vorgefalln, du hättst‘ es selbst getan.
Tod ist ein selig Ding: je kräftiger er ist, Je herrlicher daraus das Leben wird erkiest.
Trag’s, wenn sich’s nicht ändern läßt.
Tu Gutes, doch begehre nicht, Dass man von deiner Tugend spricht.
Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.
Viel haben macht nicht reich! Der ist ein reicher Mann, Der alles, was er hat, ohn‘ Leid verlieren kann.
Wann du die Dinge nimmst ohn‘ allen Unterscheid: So bleibst du still und gleich, in Liebe und in Leid.
Wäre kein Gesetz geschrieben, die Frommen würden doch Gott und den Nächsten lieben.
Was ist ein Stäubelein in Anschauung der Welt? Und was bin ich, wenn man Gott gegen dir mich hält?
Was ist nicht sündigen? Du darfst nicht lange fragen: Geh hin, es werden’s dir die stummen Blumen sagen.
Weg mit dem Mittelweg! Soll ich mein Licht anschauen, so muß man keine Wand vor mein Gesichte bauen.
Wenn du nicht Mensch mehr bist und dich verleugnet hast, so ist Gott selber Mensch und traget deine Last.
Wenn Gott ein Feuer ist, so mein Herz ein Herd, Auf welchem Er das Holz der Eitelkeit verzehrt.
Wenn ich in Gott vergeh, so komm ich wieder hin, wo ich in Ewigkeit vor mir gewesen bin.
Wer Gott in seinem Tun von Herzen loben kann, Der hebt schon in der Zeit das ew’ge Leben an.
Wer heimlich Gutes wirkt, sein Geld austeilt verhohlen, Der hat das Himmelreich gar meisterlich gestohlen.
Wer in sich Ehre hat, der sucht sie nicht von außen. Suchst du sie in der Welt, so hast du sie noch draußen.
Wer nichts begehrt, nichts weiß, nichts liebt, nichts will, der hat, der weiß begehrt und liebt noch immer viel.
Wer nichts verlangt, hat alles. Wer alles tut verlangen, Der hat in Wahrheit noch nicht einen Stiel empfangen.
Wer seine Sinnen hat ins Innere gebracht, Der hört, was man nicht redt, und siehet in der Nacht.
Wer sich den Mittelpunkt zum Wohnhaus hat erkiest, der sieht mit einem Blick, was in dem Umschweif ist.
Willst du den neuen Menschen und seinen Namen kennen, So frage Gott zuvor, wie er pflegt sich zu nennen.
Willst du den Perlentau der edlen Gottheit fangen, mußt du unverrückt an seiner Menschheit hangen.
Willst du die falsche Lieb‘ von wahrer unterscheiden, So schau! Sie sucht sich selbst und fallet ab in Leiden.
Wo Notwendigkeit ist, da gibt es weder eine Verdammnis, noch eine Krone.
Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, so du nur selber nicht machst einen Unterschied.
Zwei Augen hat die Seel‘: Eins schauet in die Zeit, das andre richtet sich hin in die Ewigkeit.