Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass Andre Dich achten sollen!
Alle riechen den Weihrauch gern, der ihnen gestreut wird, aber nicht jeden darf man auf gleich grobe Art einräuchern.
Allgemeiner Beifall, allgemeines Lob sind entbehrliche Dinge.
Am vorsichtigsten sei man beim Ratgeben in Heiratsangelegenheiten!
Auch unter den vertrautesten Freunden können Irrungen entstehn, Mißverständnisse eintreten.
Bescheiden ist, wer sich den Käse mit den größten Löchern nimmt.
Beurteile nicht den moralischen Charakter des Gelehrten nach dem Inhalte seiner Schriften.
Der Umgang mit Kindern hat für einen verständigen Mann unendlich viel Interesse. Hier sieht er das Buch der Natur in unverfälschter Ausgabe aufgeschlagen.
Der Verschwender ist immer willig, mit Gelde zu dienen, der Dummkopf mit gutem Rate.
Die Art, wie man Wohltaten erzeigt, ist oft mehr wert als die Handlung selbst.
Die besten Fürsten sind nicht selten die, von denen am wenigsten geredet wird, sowohl im Guten als im Bösen.
Die Dankbarkeit ist ein Gefühl, welches das Herz veredelt und bessert, wohltätig für den, der empfängt, wie für den, welcher gibt.
Die Erde ist so groß, daß eine Menge Narren nebeneinander darauf Platz hat.
Die Frau poche nicht auf ihre unverletzte Treue, welche vielleicht das Verdienst des Zufalls oder eines kalten Temperaments ist.
Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen.
Die Wahrheit liegt immer in der Mitte und eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, weil man immer beide anhören muß.
Ehre das Alter!
Eine der wichtigsten Tugenden im gesellschaftlichen Leben, die täglich seltener wird, ist die Verschwiegenheit.
Einen bessern Rat weiß ich nicht zu geben als den: Man hüte sich, mit seinem Vermögen oder seiner Person in die Hände der Justiz zu fallen!
Es gibt also nur Ein von der Natur uns eingepflanztes allgemeines Gesetz, nämlich das: der Vernunft zu folgen.
Es ist besser, das Alte mit Stumpf und Stiel auszurotten, als ewig zu flicken und nie ein vollkommenes Ganzes zustande zu bringen.
Es ist nur alles relativ klein und ist immer gut, wenn es nur nicht zwecklos und voll abgeschmackter Forderungen ist.
Es scheint übrigens in der Natur zu liegen, daß Schwächre immer grausamer in ihrer Rache sind als Stärkre. …
Es steht nicht immer in unsrer Willkür, geliebt, aber es hängt immer von uns ab, nicht verachtet zu werden.
Freunde, die uns in der Not nicht verlassen, sind äußerst selten. Sei du einer dieser seltenen Freunde.
Gegenwart des Geistes ist ein seltenes Geschenk des Himmels und macht, daß wir im Umgange in sehr vorteilhaftem Licht erscheinen.
Gottlob, mir geht es gut, ich habe Freunde!
Handle weniger andern zu gefallen, als um Deine eigene Achtung nicht zu verscherzen, gut und anständig!
Hüte Dich, das Spielwerk, die Maschine verkappter Bösewichte zu werden.
In großen Städten gehört es leider zum guten Tone, nicht einmal zu wissen, wer mit uns in demselben Hause wohne.
Interessiere dich für andere, wenn du willst, daß sie sich für dich interessieren.
Irgendeinen Gegenstand pflegt jeder Mensch zu haben, den er überschätzt und überschätzt sehen will.
Je mehr Dienstboten man hat, desto schlechter wird man bedient, einer schiebt’s auf den andern.
Jedem Alter sind gewisse Neigungen und leidenschaftliche Triebe eigen.
Jeder Mensch gilt in der Welt nur so viel, als er sich selbst gelten macht.
Jedes zu große Übergewicht von einer Seite stört die Freundschaft.
Kein Anblick ist so widrig für den verständigen Mann, wie der eines Menschen, welcher sich durch starke Getränke um Sinne und Vernunft gebracht hat.
Keine Feindschaft scheint heftiger zu sein, als die unter entzweiten Freunden.
Kraftgenies und exzentrische Leute lasse man laufen, solange sie sich noch nicht gänzlich zum Einsperren qualifizieren.
Lebe mäßig in allem Betrachte, so magst Du den Arzt als Freund bei Dir sehn, aber Du wirst seiner Hilfe selten bedürfen.
Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in welcher Du Dich befindest.
Lerne dich selbst nicht so sehr auswendig, sondern sammle aus Büchern und Menschen neue Ideen!
Lerne Widerspruch ertragen. Sei nicht aus schwacher Eitelkeit und törichtem Dünkel eingenommen von Deinen Meinungen.
Lob kitzelt den Eitlen unaussprechlich.
Man baut bei Fremden zuerst Blickkontakt auf, bevor man sie anspricht.
Man kann sich keine Niederträchtigkeit denken, deren ein Geizhals nicht fähig wäre.
Man pflegt zu sagen: das sicherste Mittel, Freunde zu haben, sei – keiner Freunde zu bedürfen.
Man soll nie vergessen, daß die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.
Man soll sich Frauen niemals aufdrängen.
Man soll sich nicht aufdrängen, und es ist besser, wenn man es einmal nicht allen Menschen recht macht.
Man vergesse nicht, daß das, was wir Aufklärung nennen, anderen vielleicht als Verfinsterung scheint.
Menschenkenntnis, als die Hauptsache bei dem Umgang mit Menschen, wird am sichersten auf dem Wege der Selbsterkenntnis gefunden.
Nächst den Personen deiner Familie bist du am ehesten deinen Nachbarn und Hausgenossen Rat, Tat und Hilfe schuldig.
Nichts bessert weniger als kalte moralische Predigten.
Ohne Begeisterung, welche die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt, wird nie Großes zustande gebracht.
Ohne Enthusiasmus, der die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt, wird nie etwas Großes zu Stande gebracht werden.
Rechthaberei, die nahe an Eigensinn grenzt, legt auf Kleinigkeiten ungebührliches Gewicht und entspringt deshalb bloßer Eitelkeit.
Rede nicht von Dingen, die außer dir schwerlich jemand interessieren können.
Sehr kluge und verständige Menschen tun oft im gemeinen Leben Schritte, bei denen wir den Kopf schütteln müssen.
Sehr oft aber ist man im Unglücke ungerecht gegen die Menschen. Jede kleine böse Laune, jede kleine Miene von Kälte denkt man auf sich.
Sei dir ein angenehmer Gesellschafter. Mache dir keine Langeweile, das heißt, sei nie ganz müßig.
Sei ernsthaft, bescheiden, höflich, ruhig, wahrhaftig. Rede nicht zuviel. Und nie von Dingen, wovon Du nichts weißt.
Sei nicht zu parteiisch gegen Menschen, die dir freundlicher begegnen als andere.
Sei, was du bist, immer ganz und immer derselbe.
Strebe nach Vollkommenheit, aber nicht nach dem Scheine der Vollkommenheit und Unfehlbarkeit.
Suche in der Welt weniger selbst zu glänzen, als anderen Gelegenheit zu geben, sich von vorteilhaften Seiten zu zeigen, wenn du gefallen willst.
Trau dem nicht, der verächtlich vom weiblichen Charakter denkt; auch dem nicht, der keine Kinder liebt, und den die Kinder nicht lieben können.
Über viele Dinge urteilen Kinder, weil bei ihnen noch keine Nebenrücksichten ins Spiel kommen, weit richtiger, als Erwachsene.
Vor einem grauen Haupte sollst Du das Deine beugen!
Was ich gut kann, mache ich sehr gut;was ich nicht kann, mache ich gut.
Wenige helfen tragen; fast alle erschweren die Bürde.
Wenn die Ehe ein Stand der Aufopferung wird, wenn ihre Pflichten als ein schweres Gewicht auf uns liegen, wie kann dann wahres Glück ihr Teil sein?
Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, soll sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.
Wer einmal krumme Wege zu gehen liebt, befreundet sich wohl nie wieder mit dem geraden der Wahrheit.
Wer immer in Zerstreuungen lebt, wird fremd in seinem eignen Herzen.
Wer kein Geld hat, hat auch keinen Mut.
Wer Menschen studieren will, der versäume nicht, sich unter Kinder zu mischen.
Wer mit vielen umgeht, treibt einen Kleinhandel, bei dem es zwar viel zu tun, aber wenig zu erwerben gibt.
Wir sehen die klügsten, verständigsten Menschen im gemeinen Leben Schritte tun, wozu wir den Kopf schütteln müssen.
Zu vertraulicher Umgang erzeugt widrige Eindrücke.
Zwang tötet alle edle, freiwillige Hingebung.
Zwang tötet.