Vorwort1234567

Wilhelm Busch: Max und Moritz

Max und Moritz, wehe euch! jetzt kommt euer letzter Streich!

Wozu müssen auch die beiden Löcher in die Säcke schneiden?

Seht, da trägt der Bauer Mecke Einen seiner Maltersäcke.

Aber kaum, daß er von hinnen, Fängt das Korn schon an zu rinnen.

Und verwundert steht und spricht er: „Zapperment! Dat Ding werd lichter!“

Hei! Da sieht er voller Freude Max und Moritz im Getreide.

Rabs! In seinen großen Sack Schaufelt er das Lumpenpack.

Max und Moritz wird es schwüle, Denn nun geht es nach der Mühle.

„Meister Müller, he, heran! Mahl er das, so schnell er kann!“

„Her damit!“ Und in den Trichter Schüttet er die Bösewichter.

Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke.

Hier kann man sie noch erblicken, Fein geschroten und in Stücken.

Doch sogleich verzehret sie

Meister Müllers Federvieh.

Als man dies im Dorf erfuhr, War von Trauer keine Spur.
Witwe Bolte, mild und weich, Sprach: „Sieh da, ich dacht,es gleich!“
„Jajaja!“ rief Meister Böck „Bosheit ist kein Lebenszweck!“
Drauf so sprach Herr Lehrer Lämpel: „Dies ist wieder ein Exempel!“
„Freilich“, meint‘ der Zuckerbäcker, „Warum ist der Mensch so lecker!“
Selbst der gute Onkel Fritze Sprach: „Das kommt von dumme Witze!“
Doch der brave Bauersmann Dachte: Wat geiht meck dat an!
Kurz, im ganzen Ort herum Ging ein freudiges Gebrumm:
„Gott sei Dank! Nun ist’s vorbei Mit der Übeltäterei!“– ENDE –