Zitate von Germaine de Staël

Ach! Welch schrecklicher Gedanke, daß wir sterben müssen und welch ewiges Wunder, daß wir das immer wieder vergessen können!
Alles ist Gegenstand tödlicher Beunruhigung, wenn es einem um sein einziges Glück geht.
Alles verstehen heißt alles verzeihen.
Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
Besteht das Glück in der Entwicklung unserer Fähigkeiten oder in ihrer Unterdrückung?
Das Erröten aus Zartgefühl und Gutmütigkeit erregt in jedem Alter Teilnahmen.
Das Genie hat kein Geschlecht.
Das Glück der Liebe gibt es nur in der Ehe.
Das ist das unterscheidende Merkzeichen des Geistes einer Partei, daß sie keine andere Art zu sehen duldet, außer der ihrigen.
Der Sieg der Aufklärung ist immer der Größe und Verbesserung des menschlichen Geschlechtes vorteilhaft gewesen.
Der Spiegel ist ein Beichtvater, der den Mund hält.
Des Geistes Stärke entwickelt sich nur, wenn er die Macht angreift.
Die Arbeit ist eine harte Ernährerin, die aber tüchtige Kinder erzieht.
Die bedeutende Fähigkeit zur Arbeit und zum Nachdenken ist ebenfalls einer der charakteristischen Züge der deutschen Nation.
Die Bestimmung des Menschen auf dieser Erde ist nicht die Glückseligkeit, sondern die Vervollkommnung.
Die Freiheit ist alt und der Despotismus ist neu.
Die genialen Menschen aller Länder sind sehr wohl imstande, einander zu verstehen und zu achten.
Die große Menge ist plötzlich gewonnen oder nie, es gibt fast keine Abstufungen, weder in ihren Gefühlen, noch in ihren Begriffen.
Die Heiden haben das Leben vergöttert, die Christen den Tod.
Die Liebe ist ein Egoismus zu zweit.
Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.
Die Monotonie in der Einsamkeit beruhigt die Seele; die Monotonie in der großen Welt ermüdet den Geist.
Die Natur entfaltet ihre Pracht bisweilen ohne Zweck, zuweilen sogar mit einem Luxus.
Die oberen Posten sind wie die steilen Felsen. Nur Adler und Schlangen können zur Spitze gelangen.
Die Pracht der Gärten aber hat stets die Liebe zur Natur zur Voraussetzung.
Die Selbstsucht der Frau ist immer ein Egoismus zu zweit.
Die Unterhaltung als Talent existiert nur in Frankreich.
Die wahren Endursachen der Natur sind ihre Verhältnisse zu unserem Gemüt, zu unserem unsterblichen Schicksal.
Die Zeit gut auszufüllen, ist das Talent der Deutschen; sie vergessen zu machen, das Talent der Franzosen.
Doch hängt die Tugend der Frauen mit nur wenigen Ausnahmen vom Benehmen der Männer ab.
Ein Ereignis, was es auch sein mag, wenn es mit Musik verkündet wird, erzeugt immer Emotionen.
Ein Mann kann der öffentlichen Meinung Trotz bieten; eine Frau muß sich derselben unterwerfen.
Ein Mann muß wissen, wie man eine Meinung widerlegt; eine Frau muß wissen, wie man ihr zustimmt.
Ein Mensch, der vier Sprachen kann, hat den Wert von vier Menschen.
Es gehört viel Kraft dazu, Gefühle zu zeigen, die ins Lächerliche gezogen werden können.
Es gibt keine Leidenschaft, die nicht eine Qual ist.
Es gibt keinen Mann, der den überlegenen Verstand seiner Frau erträgt, wenn sie in seinem Haus lebt.
Geist haben bedeutet zu wissen, worin sich unterschiedliche Dinge gleichen und gleiche Dinge unterscheiden.
Genie ist der auf neue Ideen angewandte Menschenverstand.
Glaubt nicht jede neue Generation, die von der Welt Besitz nimmt, daß alles Unglück von der Schwäche ihrer Vorfahren kam?
Glück ist ein Wunderding. Je mehr man gibt, desto mehr hat man.
Ich bin glücklich, kein Mann zu sein, da ich sonst verpflichtet wäre, eine Frau zu heiraten.
In allen Dingen ist es nur die Gefühllosigkeit, die beleidigt; Menschen von glühender Einbildungskraft sind fast immer gutmütig.
In der Leidenschaft richtet sich alle unsere Kraft gegen uns selbst.
In der wahren Freiheit findet sich das wirksamste Gegenmittel gegen die Anarchie.
In Deutschland tut man alles mit Gewissenhaftigkeit, und in der Tat kann diese Eigenschaft nirgends entbehrt werden.
In Frankreich studiert man die Menschen, in Deutschland die Bücher.
In Sachen des Gefühls haben Worte den Charakter von Taten.
Je besser ich die Männer kenne, desto lieber mag ich Hunde.
Je mehr ich von Menschen sehe, um so mehr liebe ich Hunde!
Liebe ist die Geschichte des Lebens einer Frau; die Episode im Leben eines Mannes.
Liebe ist Selbstanbetung zu zweit.
Liebe: Eigenliebe zu zweit.
Man muß entweder alleine sterben oder leben mit denen, die man liebt.
Man muß im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden.
Man muß seine Schönheit dort zeigen, wo man sie hat.
Manche Leute schlafen nur deshalb so gut, weil sie so langweilige Träume haben.
Nichts ist einfacher als der Beweis, daß man Menschen nicht befehlen kann, auf deren Schicksal man keinen Einfluß hat.
Nichts ruft die Erinnerung an die Vergangenheit so lebhaft wach wie die Musik.
Nie wird einem Staatsmann das angerechnet, was er aus Notwendigkeit tut.
Poesie ist die natürliche Sprache überall da, wo man anbetet.
Preußen, das Vaterland des Denkens.
Um die Männer zu unterjochen, muß man sie betrügen; eine höfliche Lüge ist das wenigste, was man ihnen in diesem Falle schuldig ist.
Unbedeutende Menschen sind selten töricht, nur leidenschaftliche Gemüter sind der Torheit fähig.
Was das Geheimnis des Daseins so innig berührt, kann nicht in den üblichen sprachlichen Formen ausgedrückt werden.
Was gewöhnlich dem Begriff von Herzensgüte schadet, ist, dass man sie für Schwäche hält.
Wenn niemand uns liebt, hören wir auf, uns selbst zu lieben.
Wird die Begeisterung erst einmal lächerlich gemacht, so wird alles zunichte gemacht, außer dem Geld und der Macht.
Witz ist Wissen um die Ähnlichkeit verschiedener Dinge und die Verschiedenheit ähnlicher Dinge.