Zitate von Georg Büchner

Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe, Gemüse und Fleisch zu essen hat.
Wozu sollen wir Menschen miteinander kämpfen? Wir sollten uns nebeneinander setzen und Ruhe haben.
Soweit ein Tyrann blicket, verdorret Land und Volk.
Nur dem friedlichen Bürger gebührt von seiten der Gesellschaft Schutz.
Mästen Sie die Bauern, und die Revolution bekommt die Apoplexie. Ein Huhn im Topf jedes Bauern macht den gallischen Hahn verenden.
Die allgemeinen fixen Ideen, welche man die gesunde Vernunft tauft, sind unerträglich langweilig.
Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst!
Ich bin nur in Krieg gegangen, um mich in meiner Liebe zum Leben zu befestigen.
Warum hat Gott den Menschen das Gefühl der Schamhaftigkeit eingeflößt? Damit der Schneider leben kann.
Das Laster ist das Kainszeichen des Aristokratismus.
Die Freiheit und eine Hure sind die kosmopolitischsten Dinge unter der Sonne.
Nichts kommt einem doch teurer in der Welt zu stehen als die Humanität.
Wo die Notwehr aufhört, fängt der Mord an.
Das heißt Leben und Liebe eins sein lassen, daß die Liebe das Leben ist und das Leben die Liebe.
Sehn Sie die Kreatur, wie Gott sie geschaffen hat: gar nix. Sehn Sie jetzt die Kunst: geht aufrecht, hat Rock und Hosen an, hat ein‘ Säbel! Der Aff ist Soldat.
Ich werde mit Mut zu sterben wissen; das ist leichter, als zu leben.
Einander kennen? Wir müßten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.
Der Mensch ist egoistisch, aber haut, schießt, sticht, hurt.
Das Gewissen ist ein Spiegel, vor dem ein Affe sich quält.
O Himmel, man kommt leichter zu seiner Erzeugung als zu seiner Erziehung.
Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen.
Ich lache nicht darüber wie jemand ein Mensch, sondern nur darüber, daß er ein Mensch ist, und lache dabei auch über mich selbst, der ich sein Schicksal teile.
Wer in einer Masse, die vorwärts drängt, stehen bleibt, leistet so gut Widerstand, als trät er ihr entgegen, er wird zertreten.
Unser Leben ist der Mord durch Arbeit; wir hängen fünfzig Jahre lang am Strick und zappeln; aber wir werden uns losschneiden.
Wenn man sich nur einbilden könnte, die Löcher in unseren Hosen wären Palastfenster, so könnte man schon wie ein König leben! So aber friert man erbärmlich.
Es gibt Menschen, die unglücklich sind, bloß weil sie sind.
Die Schritte der Menschheit sind langsam, man kann sie nur nach Jahrhunderten zählen; hinter jedem erheben sich die Gräber von Generationen.
Ich weiß wohl – die Revolution ist wie Saturn, sie frißt ihre eigenen Kinder.
Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es Gewalt.
Der Mensch muß denken, und ich muß für meine Untertanen denken; denn sie denken nicht, sie denken nicht.
Das Leben ist nicht die Arbeit wert, die man sich macht, es zu erhalten.
Der Haß ist so gut erlaubt als die Liebe, und ich hege ihn im vollsten Maß gegen die, welche verachten.
Das Verletzen unserer Familiengeheimnisse ist ohnehin ein bedeutenderer Diebstahl als das Wegnehmen einiger Geldstücke.
Es ist Gewalt, der man sich fügen muß, wenn man nicht stark genug ist, ihr zu widerstehen; aus der Schwäche kann einem kein Vorwurf gemacht werden.
Die Kunstsprache ist abscheulich, ich meine für menschliche Dinge müsste man auch menschliche Ausdrücke finden.
Die Leute gehen ins Feuer, wenn’s von einer brennenden Punschbowle kommt!
Das Volk haßt die Genießenden wie ein Eunuch die Männer.
Entwicklung ist der Zweck des Lebens, das Leben selbst ist Entwicklung, also ist das Leben selbst Zweck.
Es muß was Schönes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich bin ein armer Kerl.
Moral ist, wenn man moralisch ist.
Die Natur folgt ruhig und unwiderstehlich ihren Gesetzen; der Mensch wird vernichtet, wo er mit ihr in Konflikt kommt.
Der Tod äfft die Geburt; beim Sterben sind wir so hilflos und nackt wie neugeborne Kinder.
Er zieht ein Gesicht, als solle es versteinern und von der Nachwelt als Antike ausgegraben werden.
Wie schimmernde Tränen sind die Sterne durch die Nacht gesprengt; es muß ein großer Jammer in dem Aug sein, von dem sie abträufelten.
Wenn einmal die Geschichte ihre Grüfte öffnet, kann der Despotismus noch immer an dem Duft unsrer Leichen ersticken.
Ich glaub, wenn wir in den Himmel kämen, so müßten wir donnern helfen.
Die Leute gehen ins Feuer, wenn’s von einer brennenden Punschbowle kommt.
Wir sind alle Narren; aber keiner hat das Recht, einem anderen seine eigentümliche Narrheit aufzudrängen.
Die Unterdrücker der Menschheit bestrafen ist Gnade, ihnen verzeihen ist Barbarei.
Gebt einmal euren Phrasen nach, bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden.
Jeder Mensch ist ein Abgrund. Man schaudert, wenn man hineinsieht.
Ich bin so jung, und die Welt ist so alt.
Weißt du, Valerio, daß selbst der Geringste unter den Menschen so groß ist, daß das Leben noch viel zu kurz ist, um ihn lieben zu können?
Der Haß ist so gut erlaubt als die Liebe, und ich hege ihn im vollsten Maße gegen die, welche verachten.
Man könnte das Leben ordentlich wieder liebhaben, wie sein Kind, wenn man sich’s selbst gegeben.
Auf der Welt ist kein Bestand, Wir müssen alle sterben, Das ist uns wohlbekannt!
Jemanden kränken, ist eine Grausamkeit, ihn aber zu suchen oder zu meiden, bleibt meinem Gutdünken überlassen.
Ein Mensch muß auch der Narr von Verstand seyn, damit er sagen kann: Narrisch Welt! Schön Welt!