Zitate von Friedrich von Logau

„Bleibt beim Saufen! bleibt beim Saufen! sauft, ihr Deutschen, immer hin! Nur die Mode, nur die Mode laßt zu allen Teufeln ziehn!“
24. Göttliche Rache – Gottes Mühlen mahlen langsam/ mahlen aber trefflich klein/ Ob auß Langmuth er sich seumet/ bringt mit Schärff er alles ein.
66. Schmeichler – Schmeichler haben keine Straffe; weil sie niemand je verklagt: Schmeicheln ist fast wie natürlich, weil es keinem mißbehagt.
à la mode-Kleider, à la mode-Sinnen, wie sich’s wandelt außen, wandelt sich’s auch innen.
Achte, willst du glücklich sein, Ehrenstellen nicht zu klein! Wer, was hoch ist, gar nicht schätzet, der wird selten hoch gesetzet.
Alles macht Mein und Dein, daß man nicht kann friedlich sein.
Alten Freund für neuen wandeln, heißt für Früchte Blumen handeln.
Anschlag, der nicht Fortgang hat, Gleicht einem Wagen ohne Rad.
Auf einen Ehrgeizigen – Alle Menschen gönnen dir, daß du möchtest Cäsar werden, Doch mit dreiundzwanzig Wunden niederliegend auf der Erden.
Auf was Gutes ist gut warten, und der Tag kommt nie zu spat, der was Gutes in sich hat: Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.
Auff Bullatum – Bullatus sprach, gefragt, wo her er edel wär? Mein Adel kummt vom Haupt und nicht vom Bauche her.
Aus Hoffart wächst Verderb empor, Aus Demut kommt das Heil hervor.
Barmherzigkeit – Des Andern Leid empfinden heißt nicht Barmherzigkeit; Barmherzigkeit heißt wenden des Anderen Herzeleid.
Bei wem bleibt Kummer gerne, zieht auch am liebsten ein? Bei denen, die ihn warten und fleißig bei ihm sein.
Bescheidenheit – Wodurch wird Würd‘ und Glück erhalten lange Zeit? Ich meine, durch nichts mehr als durch Bescheidenheit.
Besser ist es betteln gehen, als nichts wissen, nichts verstehen. Armen kann man Geld wohl reichen, Weisheit aber nicht desgleichen.
Bittre Liebe – Lieben ist ein süßes Leiden, Wenn’s nicht bitter wird durch Scheiden. Bittres will ich dennoch leiden, Daß ich Süßes nicht darf meiden.
Böses soll man bald vergessen, doch vergißt sichs schwerlich bald: Gutes stirbt schon in der Jugend, Böses wird hingegen alt.
Cacus hat ein Weib genommen, Die ist ihm an allem gleich, Häßlich, böse, faul und diebisch, Geil, versoffen und nicht reich.
Celer lief nun aus der Schlacht; Denn es kam ihm gleich zu Sinne, Daß er, würd‘ er umgebracht, Nachmals nicht mehr fechten könne.
Christus hat durch erstes Kommen uns des Teufels Reich genommen. Kommt er jetzt nicht bald hernieder, kriegt der Teufel alles wieder.
Das Recht schließt für den Armen sich in ein eisern Tor: Schlag an mit gold’nem Hammer, so kömmst du hurtig vor!
Das Saufen bringt Weh, das kann mir niemand neinen.
Daß der Tod uns übereile, lasse man die Klage bleiben; jeder sucht nach kurze Weile, jeder will die Zeit vertreiben.
Daß man einen Dieb beschenkt, Daß man einen andern henkt, Ist gelegen an der Art, Drinnen einer Meister ward.
Daß man ohne Sorgen lebe, sorgt man stets um Gut und Geld, Das doch den, der es ersorget, immerdar in Sorgen hält.
Daß wir unvollkommen sind, wenn wir dies erkennen, kann man die Erkenntnis schon eine Besserung nennen.
Den der Neider schwärzen will, Pflegt er gern vorher zu loben.
Den Geizhals und ein fettes Schwein Schaut man im Tod erst nützlich sein.
Der Adel – Wer seinen Adel adelt, ist adelich geadelt; Den nur sein Adel adelt, wird adelich getadelt.
Der durch Waffen überwunden, Hat noch lange nicht gesieget; Friede-machen hat erfunden, Daß der Sieger unten lieget.
Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär‘, wär‘ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
Der Henker und die Gicht – Der Henker und die Gicht verschaffen gleiche Pein, Nur er macht kleine lang, sie lange Leute klein.
Der kann andere nicht regieren, der sich selbst nicht recht kann führen.
Der Mai – Dieser Monat ist ein Kuß, den der Himmel gibt der Erde, daß sie jetzt und seine Braut künftig eine Mutter werde.
Der Mangel dieser Zeit hat Sparsamkeit erdacht. Man taufet jetzt auch schon, sobald man Hochzeit macht.
Der Mensch. – Neun Monden wird ein Mensch zum Leben zubereitet: Darff einen Augenblick, der jhn zum Tode leitet.
Der Schlaf heißt rücklings falsch; denn er betrügt uns oft, Gibt Gold im Traume, gibt, wann wir erwachen, Luft.
Der Spiegel – Der Spiegel kann zwar weisen, doch reden kann er nicht; Sonst hätt er mancher Stolzen den Irrthum schon bericht.
Der Tod – Ich fürchte nicht den Tod, der mich zu nehmen kömmt; Ich fürchte mehr den Tod, der mir die meinen nimmt.
Des Noah Wunderschiff ist ähnlich unsrer Welt; Weil mehr sie wilde Tier‘ als Menschen in sich hält.
Deutsche sind so alte Leute, lernen doch erst reden heute. Wann sie lernen doch auch wollten, wie recht deutsch sie handeln sollten!
Deutschen mühen sich jetzt hoch, deutsch zu reden fein und rein; wer von Herzen redet deutsch, wird der beste Deutsche sein.
Die Freundschaft, die der Wein gemacht, wirkt, wie der Wein, nur eine Nacht.
Die Liebe – Liebe darff nicht lernen mahlen, weil sie nicht die Farbe kennt, Weil sie blaues oft für rothes und für weisses schwartzes nennt.
Die Liebe – Nenne mir den weiten Mantel, drunter alles sich verstecket: Liebe thuts, die alle Mängel gerne hüllt und fleissig decket.
Die Liebe – Was ist die Lieb? Es ist die Lust zu dem, das uns gefällt; Das macht, daß mancher mit der Magd mehr als der Frau es hält.
Die Menschen sind wohl Narren, die Neid so heftig treibt, Daß sie sich selbst verfolgen um das, was keinem bleibt.
Die mit Säcken voller Geldes sind behenket überall (die Reichen), Kummen schwerlich in den Himmel; denn der Steig ist gar zu schmal.
Die Mücken singen erst, bevor sie einen stechen; Verleumder lästern bald, die erst so lieblich sprechen.
Die Poesie hat eine grosse Verwandschafft mit anderen Wissenschafften und Künsten, auch mit der Rechts-Lehre.
Die Wahrheit ist ein Weib, das zwar kein Laster kennt, doch weil sie nackt und bloß, so wird sie sehr geschänd’t.
Die Welt – Sündlich zu-, geplaget in-, kläglich gehn wir aus der Welt; Was ist der nur für ein Narr, der die Welt für’s Beste hält!
Die Welt ist alten Leuten gram und ehrt sie kaum mit einem Blicke, das macht: die Alten kommen drauf und weisen andren ihre Tücke.
Die Welt ist rund und lauft herum; Drum sind die Leute schwindeldumm.
Die Welt spielt manches Spiel, Sie spiele, was sie will, Sind Narren immer viel!
Die Weltgunst ist ein Meer: Darin versinkt, was schwer; Was leicht ist, schwimmt daher.
Dieses Mahl gefällt mir wohl, drauf sich frischt und speist nicht nur unser Aug und Leib, sondern auch der Geist.
Diogenes ist todt; wenn dieser lebte heute, Er leuchtete sich todt, eh‘ als er fände Leute.
Doch wer so oft zu beichten hat, Der muß auch oftmals fehlen.
Eigen-Lob und Eigen-Schmach – Sich selber schelten, Sich selber loben, Thun Kluge selten, Thun nur, die toben.
Ein beredter Mund Hat oft viel gekunnt: Manchmal zum Verrichten, Manchmal zum Vernichten.
Ein hoher starker Baum muß vor dem Winde liegen; Ein niederträchtig Strauch, der bleibet stehn durch Biegen.
Ein Mensch hat zwar Vernunfft, lebt aber wie ein Vieh; Ein Vieh hat nicht Vernunfft, lebt menschlich gegen sich.
Ein Narr liebt den, der ihn nicht wieder lieben will.
Ein Reis vom Narrenbaum trägt jeder, wer es sei, Der eine deckt es zu, der andre trägt es frei.
Ein sonders Lob ist dies, daß einer Lobes werth, Auf dieses Lob nicht sieht, und Lobes nicht begehrt.
Ein treuer Freund – drei feste Brücken, In Freud, im Leid und hinterm Rücken.
Ein unruhig Gemüte – Ein Mühlstein und ein Menschen-Hertz wird stets herum getrieben; Wo beydes nicht zu reiben hat, wird beydes selbst zerrieben.
Ein versöhnter Feind, ein erkaufter Freund sind zu einer Brücke ungeschickte Stücke.
Ein Weiser unter Narren – Wer unter Narren wohnt, wie viel auch derer sein, Ist unter ihnen doch, als wär‘ er gar allein.
Eine Schön-Häßliche – Ich kenn ein Frauenbild, das wäre völlig schön, Nur daß der Schönheit Stück in falscher Ordnung stehn.
Eines andern Pein empfinden, heißet nicht barmherzig sein; recht barmherzig sein will heißen: wenden eines andern Pein.
Erblicher Adelstand – Eines andren Adel adelt; Keines andren Tadel tadelt.
Es mangelt nie Gelegenheit, Das Gute zu verrichten; Es mangelt nie Gelegenheit, Das Gute zu vernichten.
Es theilet Mumm sein Reich mit seinem Weibe; Tags liegt sie ihm im Haar, nachts er ihr auf dem Leibe.
Fang alles an nur mit Bedacht, führ alles mit Bestand! Was drüber dir begegnen mag, da nimmt Geduld zur Hand.
Frauenmünze heilt viel Leid, wer sie braucht mit Maß und Zeit.
Freud‘ und Leid sind Reiseleute, ziehen immer aus und ein; doch will dieses immer länger, jenes kürzer bei uns sein.
Freude, Mäßigkeit und Ruh schließt dem Arzt die Türen zu.
Freunde pflegt man zu erwählen Nur nach Wägen, nicht nach Zählen.
Für altes Geld ist junge HandGemeiniglich kein festes Band.
Für Zeiten stunden Junge den Alten höflich auf; jetzt heißt es: Junger, sitze! und alter Greiner, lauf!
Furcht redet nur selten wahr; Lügt meistens, wo nicht immerdar.
Furcht und Hoffnung sind Gespielen; Diese wird geliebt von vielen; Und wer dies‘ ihm hat genommen, Dem pflegt jene selbst zu kommen.
Gemäßigte Strafen – Strafe soll seyn wie Salat, Der mehr Oel als Essig hat.
Glück kennt man nicht, drinne man geboren; Glück kennt man erst, wenn man es verloren.
Gott ehr‘ mir die Juristen! Wenn die an einem fehlen, Ist’s nicht um Seel und Leben, Es ist nur um das Zählen.
Gott ist allezeit bereit, aber wir sind sehr unbereit.
Gott, Fleiß und die Gelegenheit Beherrschen Menschen, Welt und Zeit.
Großen Herren bringt es Lust, Wenn die Hunde wacker jagen, Großen Herrn bringt’s Verdruß, Wenn die armen Leute klagen.
Herzlich hassen, mündlich lieben, Ist der Menschen meistes Üben.
Hoffnung wird manchmal geacht als ein Traum bei dem, der wacht.
In einem Weiberrock, In einem Bienenstock Steckt Schaden und Genuß, Ergötz‘ und viel – Verdruß.
In Gefahr und höchster Not, bringt der Mittelweg den Tod.
Ist Betrug gleich noch so klug, Gibt sich letztlich doch ein Fug, Daß er nicht ist klug genug.
Ist die deutsche Sprache rauh? Wie, daß so kein Volk sonst nicht von dem liebsten Tun der Welt, von der Liebe, lieblich spricht?
Jugend und Alter – Jugend liebt und wird geliebt; Alter liebt und wird verlacht; Liebe nimmt so leichte nicht Liebe, die nicht Liebe macht.
Juristen sind wie Schuster, die zerren mit den Zähnen das Leder; sie die Rechte, daß sie sich müssen dehnen.
Juristen, Ärzte, Prediger sind alle drei beflissen, Die Leute zu purgieren An Säckel, Leib, Gewissen.
Kleider machen Leute; trifft es richtig ein, Werdet ihr, ihr Schneider, Gottes Pfuscher sein.
Köpfe haben Dünkel, Herzen haben Winkel: Prüfe, was du siehst.
Kranke führen über Ärzte leichtlich nicht Beschwerden. Jene können diesen stopfen fein das Maul mit Erden.
Lange zwar ist der Betrug klüger als die Redlichkeit, endlich aber kommt die Zeit, daß er doch nicht klug genug.
Laus und Laus – Was Lob heißt im Latein, das hat im Deutschen Füße; es kritzelt dort und jückt; hier gibt es scharfe Bisse.
Leben und Tod – In dem Leben wohnet Sterben; in dem Sterben wohnet Leben; Lasse dir das Sterben lieben du, dem Leben nur ist eben!
Leser, wie gefall‘ ich dir? Leser, wie gefällst du mir?
Lutherisch, Päpstisch und Calvinisch, diese Glauben alle drei sind vorhanden; doch ist Zweifel, wo das Christentum dann sei?
Man hat gehört bei aller Zeit von bösen Zeiten sagen; Die Sitten mag, die Zeiten nicht, wer witzig ist, beklagen.
Man lobt die Redlichkeit und sieht sie nicht hier oben. Man tut gar recht: Sie starb! Gestorbne muß man loben.
Mäßig und geschäftig leben heißt dem Laster Gift eingeben.
Menschen sind wie Pferde, die zu allen Zeiten Mit dem schärfsten Sporne die Begierden reiten.
Menschlich ist es, Sünde treiben, Teuflisch ist’s, in Sünden bleiben, Christlich ist es, Sünde hassen, Göttlich ist es, Sünd‘ erlassen.
Neiden und beneidet werden ist das meiste Tun auf Erden.
Nepos geht in großem Kummer, aber nur bis an die Knie, weiter läßt er ihn nicht dringen; bis zum Herzen kommt er nie.
Nicht das viele Wissen tut’s, Sondern wissen etwas guts.
Niemand um ein totes Weib fährt zur Höll in unsern Jahren; Aber um ein lebend Weib will zur Hölle mancher fahren.
Nimmt unser Leib erst ab, nimmt der Verstand recht zu: Die Seele, scheint es, hat mehr vor dem Leibe Ruh.
Not ist unser sechster Sinn: hat im Augenblick erfunden, wo zuvor die andren fünf in Gedanken stille stunden.
O Welt, bei deinen Sachen ist Weinen mehr als Lachen.
Ob die Armut gleich nichts hat, gibt sie dennoch reiche Gaben, Durch sie kann man Sicherheit und ein gutes Gewissen haben.
Ochsen spannt man nicht an Faden, denn er würde stracks zerrissen: So auch läßt sich schwerlich binden, wer Gewalt hat, an Gewissen.
Paetus lobt der Keuschheit Gaben; Denn es will ihn keiner haben.
Pferde kennt man an den Haaren, Kleider können offenbaren, Wie des Menschen Sinn bestellt und wie weit er Farbe hält.
Schein der Freiheit – Die Freiheit ist der Strick, damit man Freiheit fängt; Je mehr man sie verdrückt, je mehr man ihrer denkt.
Schlecht ist es mit dem Glauben an Gott bestellt, Wenn man nicht Treu und Glauben dem Nächsten hält.
Schmeichler sind wie Sonnenblumen, blicken nach dem Himmel hin, wurzeln aber in der Erde, suchen Vorteil und Gewinn.
Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.
Seines Lebens und der Welt kann am besten der genießen, Der das Große dieser Welt nicht begehrt zu wissen.
Selten ist wohl abgegangen, was nicht wohl ist angefangen.
Sich selbst bekriegen ist der schwerste Krieg, sich selbst besiegen ist der allerschönste Sieg.
Sicher Armut – Ein Armer hat es gut; er fürchtet selten sehr, Dieweil er mehr nichts hat, daß er verliere mehr.
Sind meine Reime gleich nicht alle gut und richtig, So sind die Leser auch nicht alle gleich und tüchtig.
Spielen soll Ergötzen sein? Dieses seh‘ ich nicht wohl ein: Glaubt ein Spieler, welcher viel Eingebüßt, es sei ein Spiel?
Stinkend Käs und Wahrheit Liegt bei Höfen abseit.
Tod ist ein langer Schlaf; Schlaf ist ein kurzer Tod: Die Not die lindert der, und jener stillt die Not.
Treuer Thaten Nachklang ist gemeinlich Undank.
Tu, was jeder loben müßte, wenn die ganze Welt es wüßte; tu es, daß es niemand weiß, und gedoppelt ist der Preis.
Untergehn und nicht vergehn ist der Sonnen Eigenschaft. Durch des Schöpfrs Will‘ und Kraft stirbt der Mensch zum Auferstehn.
Viel bedenken, wenig reden und nicht leichthin schreiben kann viel Händel, viel Beschwerden, viel Gefahr vertreiben.
Viel Obst ist ungesund; wir kauen alle dran, was eines Apfels Kost für Leid uns angetan.
Wann ein Geizhals ist gestorben, hebt sein Schatz erst an zu leben. Jeder will bei diesem Kinde willig einen Paten geben.
Wann keine Torheit mehr wird sein, so wird die Menschheit gehen ein.
Was an dem Manne sei, weist seiner Augen Schein, Sein Amt, ein Beutel Geld und dann ein Becher Wein.
Was bringt den Mann zum Amte? Vermutlich seine Kunst? Gar selten, was denn anders? Fast immer Geiz und Gunst.
Was der Spiegel dem Gesicht, Ist den Sinnen das Gerücht.
Was heißt politisch sein? Verdeckt im Strauche liegen, Fein zierlich führen um und höflich dann betrügen.
Was sind gute Freunde? Sie sind vermummte Feinde; Wenn von mir weicht das Glücke, Entblößt sich ihre Tücke.
Weiberlippen sind geschaffen mehr zum Küssen als zum Klaffen.
Weil Alter eine Krankheit ist, so kann man dem vergeben, der uns den Tod hat angewünscht und nicht ein langes Leben.
Weil das nütze Bücherprägen Deutschland hat der Welt geschenkt, ist es billig, daß vor anderm Deutsches man zum Druck erdenkt.
Weißt du, was in dieser Welt Mir am meisten wohlgefällt? Daß die Zeit sich selbst verzehret Und die Welt nicht ewig währet.
Weißt du, wer ein guter Freund wirklich ist und billig heißt? Der sich, wenn du ihn nicht siehst, als Freund erweist.
Welch ein künstlich Netz ist doch das Gesetz; Kleines ist gefangen, Großes durchgegangen.
Wenn das »Aber« täte nicht, wer doch hätte was zu klagen? Aber »aber« trägt die Schuld, daß uns wenig will behagen.
Wenn der Daumen wird zunichte, kann die Hand nicht viel verrichten. Wenn man schwächt den Wirtschaftsstand, da besteht nicht lang ein Land.
Wenn die Jugend eigen wüßte Was das Alter haben müßte, Sparte sie die meisten Lüste.
Wenn einer meint, er lerne noch, so kömmt sein Witz entpor; Wenn einer meint, er sei gelehrt, so wird er jetzt ein Thor.
Wenn ich ein gesundes Jahr wünsche, weiß mir jeder Danck, nur der Doctor will nicht dran, andrer Frisch das ist sein Kranck.
Wenn sich der Unverstand mit der Gewalt verfreit, Entsteht aus dieser Eh‘ die tollste Grausamkeit.
Wenn so oft an Gott man dächte, als man an die Steuer denkt, wär‘ uns, glaub ich, längst zu rechte Fried‘ und Ruh‘ von Gott geschenkt.
Wenn Torheit täte weh, o welch erbärmlich Schrei´n Würd’ in der ganzen Welt in allen Häusern sein!
Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben, So lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.
Wer das ABC will lernen, muß es lernen bis aufs Z. ABC, das Buhler lernen, geht nur bis AB: Aufs Bett.
Wer die Zeit verklagen will, daß so zeitlich sie verraucht, der verklage sich nur selbst, daß er sie nicht zeitlich braucht.
Wer einen Aal beim Schwanz Und Weiber faßt bei Worten, Wie feste der gleich hält, Hält nichts an beiden Orten.
Wer guten Rat selbst finden kann, Wer guten Rat kann nehmen an, Wer beiden recht zu brauchen weiß, Hat eines klugen Mannes Preis.
Wer hoch zu steigen denkt, erreicht der nicht die Spitze, Kommt er durch Steigen doch mehr fort, als ob er sitze.
Wer immer angelt, dem nimmer mangelt.
Wer mich tadelt, gibt zu erkennen, daß was Gutes an mir sei.
Wer mit Verheißung bezahlt, Bezahlt mit Gelde, das man malt.
Wer nicht eh stirbt, als er stirbt, Der verdirbt, wann er verdirbt.
Wer nicht selbsten kann betrügen, Wird gemein betrogen; Wer nicht andre kann belügen, Wird gemein belogen.
Wer nimmer nichts versucht, der weiß nicht, was er kann; Die Übung wirkt uns aus; Versuch, der führt uns an.
Wer ohne Weiber könnte sein, wär‘ frei von vielerlei Beschwerden; wer ohne Weiber wollte sein, wär‘ aber nicht viel nütz auf Erden.
Wer sein Kleid mit Lügen flickt, Der befindt dennoch, Ob er immer flickt und flickt, Da und dort ein Loch.
Wer Tugend hat und Kunst, wird nimmer nie vertrieben, Ist, wo er immer ist, als wie zu Hause blieben.
Wer Wohltat gibt, soll’s bald vergessen; wer Wohltat nimmt, soll’s nie vergessen; Sonst ist um Undank der zu strafen und jenem Hoffart zuzumessen.
Wie sehr der nach Wissenschaft verborgener Dinge ringt, so bleibt ihm doch unzählig viel, davon er sagt: „Mich dünkt.“
Wie willst du weiße Lilien zu roten Rosen machen? Küß eine weiße Galethee: Sie wird errötend lachen.
Willst du fremde Fehler zählen, heb an deinen an zu zählen. Ist mir recht, wird dir die Weile zu den fremden Fehlern fehlen.
Wilstu lügen? Leug von ferne; Wer zeucht hin und fraget gerne?
Wo der Zorn der Richter ist, Hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, Sondern auf die Rache zielt.
Wo diese Freiheit ist, frei tun nach aller Lust, so sind ein freies Volk die Säu in ihrem Wust.
Wo Liebe kommt ins Haus, zieht die Klugheit aus.
Wo Rat nicht wird gehört, wo Rat nicht Folge hat, allda ist gar kein Rat der allerbeste Rat.
Wo sich kein Nutzen zeigt, wo kein Gewinn sich weist, ist Freundschaft nicht daheim, meist über Land gereist.
Wo Zorn nimmt Überhand, da steigt ein Nebel auf, der den Verstand verblend und wehrt ihm seinen Lauf.
Wozu ist Geld noch gut? Wer‘s nicht hat, hat nicht Mut, wer‘s hat, hat Sorglichkeit, wer‘s hat gehabt, hat Leid.
Wunsch – Gott geb‘ Dir alles Gute und gebe mir noch Dich! Sodann hab alles wieder, und mehr dazu noch, ich!
Würfel, Weiber, Wein, bringen Lust und Pein.
Zeiten fordern wieder, was die Zeiten gaben; drum ist’s nur gelehnet, was wir Menschen haben.
Zum Werke von dem Wort ist oft ein weiter Ort.