Zitate von Friedrich Schiller

…denn der Neid hat scharfe Augen.
»Unaufhaltsam enteilet die Zeit.« – Sie sucht das Beständge. Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.
»Was tun?« spricht Zeus. »Die Welt ist weggegeben, Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.
»Wozu nützt denn die ganze Erdichtung? – Ich will es dir sagen, Leser, sagst du mir erst, wozu die Wirklichkeit nützt.«
… für deine Hand
… im Krieg gilt jeder Vorteil, Wir nehmen unbedenklich, was sich bietet.
… in gärend Drachengift hast du Die Milch der frommen Denkart mir verwandelt.
… Mit des Geschickes Mächten Ist kein ewger Bund zu flechten, Und das Unglück schreitet schnell.
Abend wards und wurde Morgen, Nimmer, nimmer stand ich still, Aber immer bliebs verborgen, Was ich suche, was ich will.
Aber der Krieg auch hat seine Ehre, der Beweger des Menschengeschicks.
Aber gegen Goethen bin ich und bleib ich eben ein poetischer Lump.
Aber hat Natur uns viel entzogen, War die Kunst uns freundlich doch gewogen, Unser Herz erwarmt an ihrem Licht.
Aber jugendlich immer, in immer veränderter Schöne Ehrst du, fromme Natur, züchtig das alte Gesetz.
Ach! vielleicht, indem wir hoffen, Hat uns Unheil schon getroffen.
Ach, allzuschnell nach kurzem Lenze, Entfloh die schöne Liebeszeit.
Ach, der Himmel über mir Will die Erde nie berühren, Und das Dort ist niemals Hier.
Ach, der Zorn verderbt die Besten.
Ach, wie glücklich sind die Toten!
Achtung nur ist der Freundschaft unfehlbares Band.
Alle Bestrebungen sind umsonst, sich etwas zu geben, was nicht in uns liegt – und darüber verscherzt man den Genuß dessen, was man wirklich besitzt.
Alle Erweiterung der Kunst muß von dem Genie kommen; die Kritik führt bloß zu Fehlerlosigkeit.
Alle Kunstfertigkeiten im Ausdruck kann dem nichts helfen, der nichts auszudrücken hat.
Alle Menschen werden Brüder.
Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlest, Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
Aller Dinge Gehalt, er wird durch dich nur entschieden, Leise Gottheit; auch mich richtest du, richte gelind.
Alles darf dem Besten des Staates zum Opfer dargebracht werden, nur dasjenige nicht, dem der Staat selbst nur als ein Mittel dient.
Alles Gute und Schöne … hat wie die Sakramente eine unsichtbare Wirkung und ein sichtbares Zeichen.
Alles rennet, rettet, flüchtet.
Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie!
Alles will jetzt den Menschen von innen, von außen ergründen, Wahrheit, wo rettest du dich hin vor der grausamen Jagd?
Alles zu retten, muß alles gewagt werden. Ein verzweifeltes Übel will eine verwegene Arznei.
Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche, so kehret Auch zum Kinde der Greis, kindisch und kindlich, zurück.
Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität.
Alles, was groß und vollkommen ist, entzückt.
Alles, was nicht Menschheit ist, ist zufällig an dem Menschen.
Allmächtge Liebe! Göttliche! Wohl nennt Man dich mit Recht die Königin der Seelen!
Als man ihn traf, den Esel, da schlug er aus, doch das macht ihn Nicht zum Pferde. Nicht wird, den er auch träfe, ihm gleich.
An dem Eingang der Bahn liegt die Unendlichkeit offen, Doch mit dem engesten Kreis höret der Weiseste auf.
An dem Scheine mag der Blick sich weiden, Des Genusses wandelbare Freuden Rächet schleunig der Begierde Flucht.
An der Hoffnung Liebesbrust erwarmet Starrende Verzweifelung.
An der Schadenfreude faßt man die Menschen am sichersten.
An dünnen unmerkbaren Seilen hängen oft fürchterliche Gewichte.
Anders, begreif ich wohl, als sonst in Menschenköpfen, malt sich in diesem Kopf die Welt.
Anmut ist eine bewegliche Schönheit.
Anmut ist eine Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjekte selbst hervorgebracht wird.
Anmut und Würde stehen in einem zu hohen Werte, um die Eitelkeit und Torheit nicht zur Nachahmung zu reizen.
Apollo selbst gestand, es sei Entzücken, Mensch unter Menschen zu sein.
Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis, Ehrt den König seine Würde, Ehret uns der Hände Fleiß.
Arbeit ist die Bedingung des Lebens, das Ziel Weisheit, und Glückseligkeit ist der Preis.
Arm in Arm mit dir, so ford’r ich mein Jahrhundert in die Schranken.
Astronomen seid ihr und kennet viele Gestirne, Aber der Horizont decket manch Sternbild euch zu.
Auch das Schöne muß sterben!
Auch dem rohen Menschen fehlt es nicht an einem gewissen Grade von Anmut, wenn ihn die Liebe oder ein ähnlicher Affekt beseelt.
Auch die Freiheit muß ihren Herrn haben.
Auch die Kunst ist Himmelsgabe, borgt sie gleich von ird’scher Glut.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten ist herrlich, denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich, Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
Auch in der sittlichen Welt ist ein Adel; gemeine Naturen Zahlen mit dem, was sie tun, schöne mit dem, was sie sind.
Auch in gerechter Sache ist Gewalt, Gott hilft nur dann, wenn Menschen nicht mehr helfen.
Auf das Unrecht, da folgt das Übel, Wie die Trän auf den herben Zwiebel,
Auf die Unschuld schielt der Verrat mit verschlingendem Blicke, Mit vergiftendem Biß tötet des Lästerers Zahn.
Auf theoretischem Feld ist weiter nichts mehr zu finden, Aber der praktische Satz gilt doch: Du kannst, denn du sollst!
Aufgabe – Keiner sei gleich dem andern, doch gleich sei jeder dem Höchsten. Wie das zu machen? Es sei jeder vollendet in sich.
Aus den Wolken muß es fallen, aus der Götter Schoß das Glück, und der mächstigste von allen Herrschern ist der Augenblick.
Aus der Ästhetik, wohin sie gehört, verjagt man die Tugend, Jagt sie, den lästigen Gast, in die Politik hinein.
Aus der schlechtesten Hand kann Wahrheit mächtig noch wirken, Bei der Schönheit allein macht das Gefäß den Gehalt.
Außendinge sind nur der Anstrich des Manns – Ich bin mein Himmel und meine Hölle.
Bedenk, auf ungetreuen Wellen, Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen, Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glück.
Bedürft ihr meiner zu bestimmter Tat, Dann ruft den Tell, es soll an mir nicht fehlen!
Begeisterung allein ist nicht genug; man fordert die Begeisterung eines gebildeten Geistes.
Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung.
Bei einem großen Kopf ist jeder Gegenstand der Größe fähig.
Beim Schiffbruch hilft der einzelne sich leichter.
Bescheidenes Mißtrauen zu sich selbst ist zwar immer das Kennzeichen des wahren Talents, aber auch der Mut steht ihm gut an
Bestimme dich aus dir selbst.
Betrüglich sind die Güter dieser Erden.
Bewahre Dir also überhaupt nur ein reges und kritisches Gefühl für das Schöne, so versiegen Deine Quellen des Vergnügens nie […].
Bezwingt des Herzens Bitterkeit! Es bringt nicht gute Frucht, wenn Haß dem Haß begegnet.
Bilden wohl kann der Verstand, doch der tote kann nicht beseelen, Aus dem Lebendigen quillt alles Lebendige nur.
Böses muß mit Bösem enden, An dem frevelnden Geschlecht Rächet Zeus das Gastesrecht, Wägend mit gerechten Händen.
Böses Werk muß untergehen, Rache folgt der Freveltat
Da die Götter menschlicher noch waren, Waren Menschen göttlicher.
Da lief ich frisch hinzu, so wie ich war, Und mit der Axt hab ich ihm ’s Bad gesegnet.
Da werden Weiber zu Hyänen Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Dann erst genieß ich meines Lebens recht, wenn ich mir’s jeden Tag aufs neu‘ erbeute.
Dann erst sei die Vollendung des Menschen da, wenn sich wissenschaftliche und sittliche Kultur wieder in die Schönheit auflöse.
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, Und neues Leben blüht aus den Ruinen.
Das Alter der göttlichen Phantasie, Es ist verschwunden, es kehret nie.
Das Ärgste weiß die Welt von mir und ich Kann sagen, ich bin besser als mein Ruf.
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.
Das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus.
Das heißt nicht Gott vertrauen! Das heißt Gott versuchen!
Das Herz und nicht die Meinung ehrt den Mann.
Das ist das Fluchgeschick der Könige, Daß sie, entzweit, die Welt in Haß zerreißen Und jeder Zwietracht Furien entfesseln.
Das ist dein Bruder! – das ist verdolmetscht: Er ist aus eben dem Ofen geschossen worden, aus dem du geschossen bist – also sei er dir heilig!
Das ists ja, was den Menschen zieret, Und dazu ward ihm der Verstand, Daß er im innern Herzen spüret, Was er erschafft mit seiner Hand.
Das Leben hat einen kurzen Lenz und die Kunst ist unendlich.
Das Leben ist das einzge Gut des Schlechten.
Das Leben ist das einz’ge Gut des Schlechten.
Das Leben ist Nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer!
Das Menschliche ist immer der Anfang des Poetischen, das nur der Gipfel davon ist.
Das Neue dringt herein mit Macht, das Alte, Das Würdge scheidet, andre Zeiten kommen, Es lebt ein andersdenkendes Geschlecht!
Das Opfer liegt – die Raben steigen wieder.
Das Recht wohnet beim Überwältiger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze.
Das Schöne ist kein Erfahrungsbegriff, sondern vielmehr ein Imperatif.
Das Schweigen ist der Gott Der Glücklichen – die engsten Bande sinds, Die zärtesten, die das Geheimnis stiftet!
Das süßeste Glück für die traurende Brust, Nach der schönen Liebe verschwundener Lust, Sind der Liebe Schmerzen und Klagen.
Das Überraschende macht Glück.
Das Unglück muß einen großen Mann nicht zur Memme machen.
Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
Das Verhängte muß geschehen, Das Gefürchtete muß nahn.
Das Volk versteht sich besser auf sein Glück, Kein Schein verführt sein sicheres Gefühl.
Das Weib ist nicht schwach. Es gibt starke Seelen In dem Geschlecht.
Das Wort ist frei, Die Tat ist stumm, der Gehorsam blind.
Das Wort ist tot, der Glaube macht lebendig.
Daß dein Leben Gestalt, dein Gedanke Leben gewinne, Laß die belebende Kraft stets auch die bildende sein.
Dein Glück ist heute gut gelaunet, Doch fürchte seinen Unbestand.
Dein Schicksal ruht in deiner eigenen Brust.
Dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern, Die Kunst, o Mensch, hast du allein.
Deine Größe, Berlin, pflegt jeder Fremde zu rühmen; Führt der Weg ihn zu uns, stutzt er, so klein uns zu sehn.
Deine Weisheit sei die Weisheit der grauen Haare, aber dein Herz – dein Herz sei das Herz der unschuldigen Kindheit.
Deiner heiligen Zeichen, o Wahrheit, hat der Betrug sich Angemaßt.
Dem Friedlichen gewährt man gern den Frieden.
Dem Glück bezahlt‘ ich meine Schuld.
Dem lieben Gotte weich nicht aus, Find’st du ihn auf dem Wege.
Dem Mann kann geholfen werden.
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
Dem Mutigen hilft Gott!
Dem Schwachen ist sein Stachel auch gegeben.
Dem selgen Geiste folgen nicht die Schwächen Der Sterblichkeit in die Verklärung nach.
Den Christus in der Hand, Die Hoffart und die Weltlust in dem Herzen.
Den Menschen adelt, Den tiefstgesunkenen, das letzte Schicksal.
Den Menschen macht sein Wille groß und klein.
Den schlechten Mann muß man verachten, Der nie bedacht, was er vollbringt.
Den Schriftsteller überhüpfe die Nachwelt, der nicht mehr wert war als seine Werke!
Denkt an den Wechsel alles Menschlichen! Es leben Götter, die den Hochmut rächen!
Denn den sichern Bürger schrecket Nicht die Nacht, Die den Bösen gräßlich wecket, Denn das Auge des Gesetzes wacht.
Denn die Natur des Dramas duldet den Finger des Ungefährs oder der unmittelbaren Vorsehung nicht.
Denn dieses ist der Freien einzge Pflicht, Das Reich zu schirmen, das sie selbst beschirmt.
Denn hier ist keine Heimat – Jeder treibt Sich an dem andern rasch und fremd vorüber, Und fraget nicht nach seinem Schmerz.
Denn jedes Äußerste führt sie [die Kunst], die alles Begrenzt und bindet, zur Natur zurück,
Denn nur der Glaube aller stärkt den Glauben.
Denn wer den Besten seiner Zeit genug Getan, der hat gelebt für alle Zeiten.
Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen, Wer es glaubt, dem ist das Heilge nah.
Der allein besitzt die Musen, Der sie trägt in seinem Busen; Dem Vandalen sind sie Stein.
Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut, als der König von seiner Herrlichkeit.
Der bloß niedergeworfene Feind kann wieder aufstehen, aber der versöhnte ist wahrhaft überwunden.
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt, Vertrau auf Gott und rette den Bedrängten.
Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles, Straflose Frechheit spricht den Sitten Hohn, Und rohe Horden lagern sich, verwildert Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.
Der Charakter eines ganzen Volkes ist der treueste Abdruck seiner Gesetze, und also auch der sicherste Richter ihres Werts und Unwerts.
Der Dichter ist der einzige wahre Mensch, und der beste Philosoph ist nur eine Karikatur gegen ihn.
Der Dichter, sagte ich, ist entweder Natur, oder er wird sie suchen. Jenes macht den naiven, dieses den sentimentalischen Dichter.
Der dichterische Geist ist unsterblich und unverlierbar in der Menschheit.
Der dürre Stab Kann Zweige treiben in des Glaubens Hand.
Der fremde Zauber reißt die Jugend fort.
Der Gedanke Gott weckt einen fürchterlichen Nachbar auf, sein Name heißt Richter.
Der Geist der grauen Haare spricht aus dir.
Der Geisteszustand der mehresten Menschen ist auf einer Seite anspannende und erschöpfende Arbeit, auf der andern erschlaffender Genuß.
Der gemeine Mann wird sich vieles nur als Christ verbieten, was er als Mensch sich erlaubt hätte.
Der gnädigste von allen Richtern ist der Kenner.
Der hat nie das Glück gekostet, Der die Frucht des Himmels nicht Raubend an des Höllenflusses Schauervollem Rande bricht.
Der Held drängt kühn voran, der Schwächling bleibt zurück, Der Stolze fällt mir lächerlichem Falle, Der Kluge überholt sie alle.
Der ist mir der Meister, Der seiner Kunst gewiß ist überall.
Der ist noch nicht König, der der Welt Gefallen muß! Nur der ists, der bei seinem Tun Nach keines Menschen Beifall braucht zu fragen.
Der kann nicht klagen über harten Spruch, den man zum Meister seines Schicksals macht.
Der Kern allein im schmalen Raum Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum.
Der kluge Mann baut vor.
Der Knabe hüpft, der Jüngling stürmt einher, Es kämpft der Mann, und alles will er wagen.
Der Krieg ernährt den Krieg.
Der Lenz entflieht! Die Blume schießt in Samen, Und keine bleibt von allen, welche kamen.
Der Mann muß hinaus Ins feindliche Leben, Muß wirken und streben Und pflanzen und schaffen, Erlisten, erraffen, Muß wetten und wagen, Das Glück zu erjagen.
Der Mensch bedarf des Menschen sehr Zu seinem großen Ziele, Nur in dem Ganzen wirket er, Viel Tropfen geben erst das Meer, Viel Wasser treibt die Mühle.
Der Mensch ist ein nachahmendes Geschöpf, Und wer der Vorderste ist, führt die Herde.
Der Mensch ist nur einmal in seinem Leben Kind, und er muß es bleiben, bis er seine Kindheit auf ein anderes fortgeerbt hat.
Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
Der Mensch und der Deutsche besonders bildet sich seine Welt, und was keine Bildung annimmt, lernt er ertragen.
Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!
Der Mißbrauch angeborner Gewalt drückt weniger schmerzhaft als der Mißbrauch empfangener.
Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen!
Der Mut ist’s, der den Ritter ehret.
Der Mut wächst mit der Gefahr. Die Kraft erhebt sich im Drang.
Der Name Wirtemberg Schreibt sich von Wirt am Berg – Ein Wirtemberger ohne Wein, Kann der ein Wirtemberger sein?
Der Pflichten schwerste zu erfüllen, Zu bändigen den eigenen Willen.
Der Pöbel hört nie auf, Pöbel zu sein, und wenn Sonne und Mond sich wandeln und Himmel und Erde veralten wie ein Kleid.
Der Realist kann gegen den Idealisten schlechterdings niemals gerecht seyn, denn er kann ihn niemals begreifen.
Der Ring macht Ehen, Und Ringe sinds, die eine Kette machen.
Der Schein ist gegen mich, doch darf ich hoffen, Daß ich nicht nach dem Schein gerichtet werde!
Der Schein soll nie die Wirklichkeit erreichen, Und siegt Natur, so muß die Kunst entweichen.
Der Schmerz ist Leben, er verließ mich auch, Das Leiden ist, so wie die Hoffnung, aus.
Der Schmerz ist Leben.
Der schönste Schatz gehört dem Herzen an, das ihn erwidern und empfinden kann.
Der Spaß verliert alles, wenn der Spaßmacher selber lacht.
Der Starke ist am mächtigsten allein.
Der Tod entbindet von erzwungnen Pflichten, – Ihm haben wir nichts weiter zu entrichten.
Der Weg des Ohrs ist der gangbarste und nächste zu unsern Herzen.
Der Wein erfindet nichts, er schwatzts nur aus.
Der weltregierenden Macht ist kein einzelner Mann unersetzlich.
Der Witz der Verzweiflung überflügelt den Schneckengang der ruhigen Weisheit.
Der Zorn verrät ein böses Gewissen.
Des Bauern Handschlag, edler Herr, ist auch Ein Manneswort! Was ist der Ritter ohne uns? Und unser Stand ist älter als der Eure.
Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder.
Des Volkes Wohlfahrt ist die höchste Pflicht.
Dich erklärte der Pythia Mund für den weisesten Griechen. Wohl! Der Weiseste mag oft der Beschwerlichste sein.
Dich erwähl ich zum Lehrer, zum Freund. Dein lebendiges Bilden Lehrt mich, dein lehrendes Wort rühret lebendig mein Herz.
Dich zu greifen ziehen sie aus mit Netzen und Stangen, Aber mit leisem Tritt schreitest du mitten hindurch.
Die alten Rechte, wie wir sie ererbt Von unsern Vätern, wollen wir bewahren, Nicht ungezügelt nach dem Neuen greifen.
Die Angst beflügelt den eilenden Fuß.
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.
Die Belohnung – Was belohnet den Meister? Der zart antwortende Nachklang Und der reine Reflex aus der begegnenden Brust.
Die Elemente hassen Das Gebild der Menschenhand.
Die französischen Bonmots besonders, sie nehmen sich herrlich Zwischen dem deutschen Gemisch alberner Albernheit aus.
Die Freude ruft nur ein Gott auf sterbliche Wangen, Wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sehn.
Die Genügsamkeit des Publikums ist nur ermunternd für die Mittelmäßigkeit, aber beschimpfend und abschreckend für das Genie.
Die Gesetze der Welt sind Würfelspiel worden.
Die Götter wohnen überall! Sie anzuflehn steht schwachen Menschen schön.
Die gute Sache scheut die Besichtigung nicht.
Die Hauptsache ist der Fleiß; denn dieser gibt nicht nur die Mittel des Lebens, sondern er gibt ihm auch seinen alleinigen Wert.
Die höchste Annäherung, welche möglich ist, zwischen zwei Wesen – ist die schnelle, ununterbrochene, liebevolle Wahrheit gegeneinander.
Die Ideale sind zerronnen, Die einst das trunkne Herz geschwellt.
Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
Die Kirche ists, die heilige, die hohe, Die zu dem Himmel uns die Leiter baut.
Die Klage ist ihrer Natur nach wortreich und hat immer etwas erschlaffendes, denn die Kraft kann ja nicht klagen
Die Könige sind nur Sklaven ihres Standes, Dem eignen Herzen dürfen sie nicht folgen.
Die letzte Wahl steht auch dem Schwächsten offen. Ein Sprung von dieser Brücke macht mich frei.
Die Liebe will ein freies Opfer sein.
Die Menschen suchen immer gleich Worte zu allem, und durch Worte hintergehen sie sich dann.
Die Musik darf nie Worte malen und sich mit kleinlichen Spielereien abgeben, sondern muß nur dem Geist der Poesie im Ganzen folgen.
Die Natur gab uns nur Dasein; Leben gibt uns die Kunst und Vollendung die Weisheit.
Die Natur liebt keinen Sprung; sehen wir sie einen thun, so zeigt es, daß ihr Gewalt geschehen ist.
Die Neigung anders wendet, also steigt Und fällt des Urteils wandelbare Woge.
Die Neugier des Publicums ist das einzige wovon was zu hoffen ist, und wenn diese abgeleitet ist, ist auf nichts mehr zu rechnen.
Die Prosa des wirklichen Lebens hängt sich bleischwer an die Phantasie
Die Schlange sticht nicht ungereizt.
Die schnellen Herrscher sinds, die kurz regieren.
Die Schönheit hat Anbeter, Liebhaber hat nur die Grazie; denn wir huldigen dem Schöpfer und lieben den Menschen.
Die schönsten Träume von Freiheit werden ja im Kerker geträumt.
Die Schwaben sind ein liebes Volk, das erfahr ich jemehr und jemehr, seitdem ich andre Provinzen Deutschlands kennen lernte.
Die Sprödigkeit der Schönen Ist nur ein Damm, der einen Regenstrom Zurückpreßt; und ungestümer prallen Die Fluten an.
Die Sterne lügen nicht.
Die Stimme der Verführung! Sie ergriff Dein offnes Ohr, sie hat dein Herz vergiftet.
Die Stunde dringt, und rascher Tat bedarfs.
Die Unschuld hat im Himmel einen Freund! – Sieh vorwärts, Werner, und nicht hinter dich!
Die Vernunft hat ihre Epochen, ihre Schicksale wie das Herz, aber ihre Geschichte wird weit seltner behandelt.
Die wankelmütge Menge, Die jeder Wind herumtreibt! Wehe dem, Der auf dies Rohr sich lehnet!
Die Welt kann dir nichts darbieten, was sie von dir nicht empfinge.
Die Welt wird alt und wird wieder jung, Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
Die Welt wird nie das Glück erlauben, Als Beute wird es nur gehascht, Entwenden mußt dus oder rauben, Eh dich die Mißgunst überrascht.
Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.
Die Weltkugel liegt vor Ihm offen, Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.
Die Wunder ruhn, der Himmel ist verschlossen.
Die Würde gibt sich bei der Tugend von selbst, die schon ihrem Inhalt nach Herrschaft des Menschen über seine Triebe voraussetzt.
Die Würde hindert, daß die Liebe nicht zur Begierde wird. Die Anmut verhütet, daß die Achtung nicht Furcht wird.
Die Zeit bringt Rat.
Die Zeit bringt Rat. Erwartets in Geduld. Man muß dem Augenblick auch was vertrauen.
Die Zeit ist eine gerechte Richterin aller Verdienste.
Die Zeiten sind schwer, drum muß der Mensch die Freude leicht ergreifen.
Die Zerstreuung eines Buches durch die Welt ist fast ein ebenso schwieriges und wichtiges Werk als die Verfertigung desselben.
Die Zunge gleicht des Schwertes Spitze.
Diese letzten [die Schulden] verbittern mir das Leben, und bei dieser Seelenlage ist es ganz und gar um schriftstellerische Thätigkeit gethan.
Diese nur kann ich dafür erkennen, die jedem erleichtert, Gut zu denken, doch nie, daß er so denke, bedarf.
Diese Weisheit, welche Blut befiehlt, Ich hasse sie in meiner tiefsten Seele.
Diese Zeitung ist nicht für einen gebrechlichen Körper.
Dieses Glas dem guten Geist.
Dieses Lebens Folterbank
Dir ist der härtre Kampf gelungen. Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn Der Demut, die sich selbst bezwungen.
Dir war das Unglück eine strenge Schule.
Doch besser ists, Ihr fallt in Gottes Hand, Als in der Menschen!
Doch hat Genie und Herz vollbracht, Was Lock‘ und Descartes nie gedacht.
Doch seinen (des Ritters) Mut muß Weisheit leiten, Und List muß mit der Stärke streiten.
Doch war das Leben auch finster und wild, So blieb doch die Liebe lieblich und mild.
Doch wehe, wehe, wer verstohlen Des Mordes schwere Tat vollbracht, Wir heften uns an seine Sohlen, Das furchtbare Geschlecht der Nacht!
Drum fasset Mut! Macht Frieden mit euch selbst!
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Du mußt den Streich erleiden oder führen.
Du mußt glauben, du mußt wagen, Denn die Götter leihn kein Pfand, Nur ein Wunder kann dich tragen In das schöne Wunderland.
Du weißt, wie wohl einem bei Menschen ist, denen die Freiheit des anderen heilig ist.
Du willst Wahres mich lehren? Bemühe dich nicht; nicht die Sache Will ich durch dich, ich will dich durch die Sache nur sehn.
Du wirst finden, daß mir ein vertrauter Umgang mit den Alten äußerst wohlthun, – vielleicht Classicität geben wird.
Duldet mutig Millionen! Duldet für die beß’re Welt! Droben über’m Sternenzelt wird ein großer Gott belohnen.
Eh ihr zum Schwerte greift, bedenkt es wohl.
Ehret ihr immer das Ganze, ich kann nur Einzelne achten, Immer in Einzelnen nur hab ich das Ganze erblickt.
Ehrlicher Name! – Wahrhaftig, eine reichhaltige Münze, mit der sich meisterlich schachern läßt, wers versteht, sie gut auszugeben.
Ein Diadem erkämpfen ist groß. Es wegwerfen ist göttlich.
Ein Dichter würde sich vergebens mit der moralischen Absicht seines Werkes entschuldigen, wenn sein Gedicht ohne Schönheit wäre.
Ein ernster Gast stimmt nicht zum Hochzeithaus.
Ein fremder Geist verbreitet sich schnell über die fremdere Flur!
Ein furchtbar wütend Schrecknis ist Der Krieg, die Herde schlägt er und den Hirten.
Ein Geist, der sich allein liebt, ist ein schwimmender Atom im unermeßlichen leeren Raume.
Ein Glas Wein kann seine Teufel vergöttern.
Ein Götterkind, das sie mir Wahrheit nannten, Die meisten flohen, wenige nur kannten, Hielt meines Lebens raschen Zügel an.
Ein großes Muster weckt Nacheiferung und gibt dem Urteil höhere Gesetze.
Ein großes, ein warmes Herz ist die ganze Anlage zur Seligkeit, und ein Freund ist ihre Vollendung.
Ein hohes Kleinod ist der gute Name.
Ein jeder gibt den Wert sich selbst.
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen, Wo kein Gewinn zu hoffen, droht Verlust.
Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst.
Ein jeglicher versucht sein Glück, Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen.
Ein reines Herz hat dir Natur gegeben, O bring es rein zurück.
Ein tiefer Sinn wohnt in allen Bräuchen, Man muß sie ehren.
Ein üppig lastervolles Leben büßt sich In Mangel und Erniedrigung allein.
Ein verwundeter Mann ist ein Knabe.
Ein Wort macht alles ungeschehn. Ich warte Darauf. O laßt michs nicht zu lang erharren!
Ein zuckersüßes Brüderchen! In der Tat! – Franz heißt die Kanaille?
Eine Beschäftigung, die mich äußerst interessiert, erhebt mich über alle körperlichen Bedrückungen.
Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.
Eine Grenze hat Tyrannenmacht.
Eine große Epoche hat das Jahrhundert geboren, Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht.
Eine heitre Abschiedsstunde! Süßen Schlaf im Leichentuch! Brüder – einen sanften Spruch Aus des Totenrichters Munde!
Eine starke Seele bei aller feinen, zarten Fühlbarkeit ist doch das glücklichste Geschenk des Himmels.
Eine Wahrheit ist es, die, gleich einer festen Achse, gemeinschaftlich durch alle Religionen und alle Systeme geht – »Nähert euch dem Gott, den ihr meinet.«
Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem andern Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.
Eines Mannes Tugend erprobt allein die Stunde der Gefahr.
Einsamkeit, Abgeschiedenheit von Menschen, äußere Ruhe um mich her und innere Beschäftigung sind der einzige Zustand, in dem ich noch gedeyhe.
Einstweilen, bis den Bau der Welt Philosophie zusammenhält, Erhält sie das Getriebe Durch Hunger und durch Liebe.
Empiriker – Daß ihr den sichersten Pfad gewählt, wer möchte das leugnen? Aber ihr tappet nur blind auf dem gebahntesten Pfad.
Entblößt muß ich die Wahrheit sehn.
Entwischte Worte sind beleidigte Vertraute.
Er hat vor dir gezittert. Wehe dir! Daß du ihn schwach gesehen, vergibt er nie.
Er, der Dilettant nimmt das Dunkle für das Tiefe, das Wilde für das Kräftige, das Unbestimmte für das Unendliche, das Sinnlose für das Uebersinnliche.
Ergreift den Augenblick! Kommt ihm zuvor!
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
Errötend folgt er ihren Spuren Und ist von ihrem Gruß beglückt, Das Schönste sucht er auf den Fluren, Womit er seine Liebe schmückt.
Erst handeln und dann reden!
Erst mit der Reflexion fängt der Irrthum an.
Ertragen muß man, was der Himmel sendet, Unbilliges erträgt kein edles Herz.
Es bringt die Zeit ein anderes Gesetz.
Es gibt Freuden für jedes Alter und Genüsse für jede Stufe der Geister.
Es gibt gegen die Stunde des Muts und Vertrauens immer zehn, wo ich kleinmütig bin und nicht weiß, was ich von mir denken soll.
Es gibt keinen Menschenhasser in der Natur, als wer sich allein anbetet, oder sich selbst verachtet.
Es gibt Staaten, aus denen es kein Unglück ist, verwiesen zu werden.
Es hebt die Freiheit siegend ihre Fahne.
Es ist die allgemeine Quelle der Menschlichen Klagen, daß ihnen die Hirngespinnste der Zukunft den Genuss des Augenbliks rauben.
Es ist ein Glück, daß das wahre Genie auf die Fingerzeige nicht viel achtet, die man ihm, aus besserer Meinung als Befugnis, zu erteilen sich sauer werden läßt
Es ist eine Verwandtschaft zwischen den glücklichen Gedanken und den Gaben des Augenblicks: beide fallen vom Himmel.
Es ist gewiß und wahrhaftig, daß der Zwang dem Geist alle Flügel abschneidet.
Es ist ja noch nicht ausgemacht, ob das Vergangene nicht vergangen ist, oder ein Auge findet über den Sternen.
Es ist nicht wohlgetan, zum Führer den Verzweifelnden zu wählen.
Es ist nichts als die Tätigkeit nach einem bestimmten Ziel, was das Leben erträglich macht.
Es ist nichts zerbrechlicher im Menschen als seine Bescheidenheit und sein Wohlwollen.
Es ist nichts, was ich gegen Menschen, die ich hochschätze und liebe, weniger verletzen möchte, als ihre Freiheit.
Es ist sonderbar, daß Deutschland nie sein Glück durch Waffen machen konnte.
Es ist wenig, was man zur Seligkeit braucht.
Es kämpft jeder seine Schlacht allein.
Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Es kostet nichts, die allgemeine Schönheit Zu sein, als die gemeine sein für alle!
Es lebt ein Gott, zu strafen und zu rächen.
Es lebt sich doch ganz anders an der Seite einer lieben Frau, als so verlassen und allein.
Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen Und das Erhabne in den Staub zu ziehn,
Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen Und das Erhabne in den Staub zu ziehn, Doch fürchte nicht! Es gibt noch schöne Herzen, Die für das Hohe, Herrliche entglühn.
Es preise sich, wer keinem Mit seinem Leibe pflichtig ist auf Erden, Doch Redlichkeit gedeiht in jedem Stande.
Es reift keine Seligkeit unter dem Monde.
Es schont der Krieg auch nicht das zarte Kindlein in der Wiege.
Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten.
Es wär‘ ein eitel und vergeblich Wagen, Zu fallen ins bewegte Rad der Zeit.
Ewig aus der Wahrheit Schranken Schweift des Mannes wilde Kraft, Unstet treiben die Gedanken Auf dem Meer der Leidenschaft.
Ewig zerstört, es erzeugt sich ewig die drehende Schöpfung, Und ein stilles Gesetz lenkt der Verwandlungen Spiel.
Fahr hin, ohnmächtger Stolz der edeln Seele!
Falsch ist das Geschlecht der Menschen.
Falscher Pontus, deine Stille War nur des Verrates Hülle.
Feindlich ist des Mannes Streben, Mit zermalmender Gewalt Geht der wilde durch das Leben, Ohne Rast und Aufenthalt.
Festen Mut in schwerem Leiden, Hülfe, wo die Unschuld weint, Ewigkeit geschwornen Eiden, Wahrheit gegen Freund und Feind.
Fliehe den Mann, der mit schiefem Verstand der Empfindungen spottet, mehr noch ein witziges Weib, das mit Empfindungen spielt.
Fluchwürd’ger Argwohn, unglücksel’ger Zweifel! Es ist ihm Festes nichts und Unverrücktes, Alles wanket, wo der Glaube fehlt.
Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten, Aber über den Mann sprechet das richtende Wort.
Frei geht das Unglück durch die ganze Erde!
Frei und natürlich, wie das Genie in seinen Geisteswerken, drückt sich die Unschuld des Herzens im lebendigen Umgang aus.
Frei von Tadel zu sein, ist der niedrigste Grad und der höchste, Denn nur die Ohnmacht führt oder die Größe dazu.
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume Und das Schöne lebt nur im Gesang.
Freiheit kann man einem zwar lassen, aber nicht geben.
Freiheit ruft die Vernunft, Freiheit die wilde Begierde.
Freude trinken alle Wesen An den Brüsten der Natur, Alle Guten, alle Bösen Folgen ihrer Rosenspur.
Freue dich, daß die Gabe des Lieds vom Himmel herabkommt, Daß der Sänger dir singt, was ihn die Muse gelehrt.
Freund, höre fremde Leiden an Und lerne deine
Freunde, bedenket euch wohl, die tiefere, kühnere Wahrheit Laut zu sagen: sogleich stellt man sie euch auf den Kopf.
Freunde, treibet nur alles mit Ernst und Liebe, die beiden Stehen dem Deutschen so schön, den ach! so vieles entstellt.
Friede sei ihr erst Geläute!
Frisch also! mutig ans Werk!
Frisch d’rüber hinweg! Wer nichts fürchtet, ist nicht weniger mächtig als der, den alles fürchtet.
Früh übt sich, was ein Meister werden will.
Für alles werde alles frisch gewagt.
Fürchte dich nicht vor der Verwirrung außer dir, aber vor der Verwirrung in dir.
Gefährlich ist’s den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn; Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Gehorsam heißt die Tugend, um die der Niedre sich bewerben darf.
Gesang und Liebe in schönem Verein, Sie erhalten dem Leben den Jugendschein.
Gewalt nur ist die einzge Sicherheit, Kein Bündnis ist mit dem Gezücht der Schlangen.
Gibt Neigung sich ja kund, daß sie bewilligt Aus freier Gunst, was sie auch nicht gebilligt.
Gibts schönre Pflichten für ein edles Herz, Als ein Verteidiger der Unschuld sein, Das Recht des Unterdrückten zu beschirmen?
Gleich dem toten Schlag der Pendeluhr, Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere, Die entgötterte Natur.
Glücklich! glücklich! Dich hab ich gefunden, Hab aus Millionen dich umwunden, Und aus Millionen mein bist du.
Glücklich, wem der Gattin Treue Rein und keusch das Haus bewahrt.
Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege, Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt.
Glückselig nenne ich den, der, um zu genießen, nicht nötig hat, unrecht zu tun, und um recht zu handeln, nicht nötig hat zu entbehren.
Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben: Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmut zurück.
Gott ist überall, wo man das Recht verwaltet.
Gott nur siehet das Herz: – Drum eben, weil Gott nur das Herz sieht, Sorge, daß wir doch auch etwas Erträgliches sehn.
Göttliche Liebe, du bists, die der Menschheit Blumen vereinigt, Ewig getrennt, sind sie doch ewig verbunden durch dich.
Greif‘ an mit Gott! Dem Nächsten muß man helfen: Es kann uns allen Gleiches ja begegnen.
Groß ist, wer das Furchtbare überwindet. Erhaben ist, wer es, auch selbst unterliegend, nicht fürchtet.
Groß kann man sich im Glück, erhaben nur im Unglück zeigen.
Hast du an liebender Brust das Kind der Empfindung gepfleget, Einen Wechselbalg nur gibt dir der Leser zurück.
Hast du etwas, so gib es her und ich zahle, was recht ist, Bist du etwas, o dann tauschen die Seelen wir aus.
Herb ist des Lebens innerster Kern.
Herr muß ich sein, daß ich das mit Gewalt ertrotze, wozu mir die Liebenswürdigkeit gebricht.
Herrenlos ist auch der Freiste nicht.
Hilft Gott uns nicht, kein Kaiser kann uns helfen.
Hohl ist der Boden unter den Tyrannen, Die Tage ihrer Herrschaft sind gezählt, Und bald ist ihre Spur nicht mehr zu finden.
Ich bin besser als mein Ruf.
Ich denke einen langen Schlaf zu tun, denn dieser letzten Tage Qual war groß.
Ich denke etwas, das du nicht weißt.
Ich erkenn euch, ernste Mächte! Strenge treibt ihr eure Rechte, Furchtbar, unerbittlich ein.
Ich glaube fast an jede Freundschaft, die auf den Karakteren ruht; denn man bleibt einander immer nothwendig.
Ich hab getan, was ich nicht lassen konnte.
Ich hab hier bloß ein Amt und keine Meinung.
Ich habs immer gelesen, dass unser Wesen nichts ist als Sprung des Geblüts, und mit dem letzten Blutstropfen zerrinnt auch Geist und Gedanke.
Ich liebe sehr, daß die Hauswirtschaft ordentlich geht; aber ich mag das Knarren der Räder nicht hören.
Ich mag es gerne leiden, Wenn auch der Becher überschäumt
Ich sah des Ruhmes heilge Kränze Auf der gemeinen Stirn entweiht.
Ich tröste mich damit, daß in jedem öffentlichen Amt immer nur der 100ste Theil der Absicht erfüllt wird.
Ich tue recht und scheue keinen Feind.
Ich weiß den Mann von seinem Amt zu unterscheiden.
Ich weiß wohl, daß derjenige auf Ewigkeit hofft, der hier zu kurz gekommen ist: aber er wird garstig betrogen.
Ich will mich nicht der Rechenschaft entziehn, Die Richter sind es nur, die ich verwerfe.
Ihr kennt die Welt nicht, Ritter. Was man scheint, Hat jedermann zum Richter, was man ist, hat keinen.
Ihr stürzt nieder, Millionen? Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Im engen Kreis verengert sich der Sinn, Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken.
Im Glauben meiner Kirche will ich sterben, Denn der allein ists, welcher selig macht.
Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule, Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.
Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes Werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an.
In dem Gürtel bewahrt Aphrodite der Reize Geheimnis, Was ihr den Zauber verleiht, ist, was sie bindet, die Scham.
In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling, Still, auf gerettetem Boot treibt in den Hafen der Greis.
In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist als die Annalen seiner Verirrungen.
In der Männer Herrschgebiete Gilt der Stärke trotzig Recht.
In der Noth allein Bewähret sich der Adel großer Seelen.
In des Herzens heilig stille Räume Mußt du fliehen aus des Lebens Drang, Freiheit ist nur in dem Reich der Träume, Und das Schöne blüht nur im Gesang.
In die Tiefe musst du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen.
In großes Unglück lehrt ein edles Herz Sich endlich finden, aber wehe tuts, Des Lebens kleine Zierden zu entbehren.
In ihrer – der Natur – ewigen Einheit finden wir auch die unsrige immer wieder.
In müß’ger Weile schafft der böse Geist.
Ist aber das, was ich dir sage, gut, Wo anders als von oben konnt ichs schöpfen?
Ist ein Irrtum wohl schädlich? Nicht immer, aber das Irren, Immer ists schädlich; wie sehr, sieht man am Ende des Wegs.
Ist es nicht ungerecht, einen Menschen um seiner siechen Außenseite willen zu verdammen?
Ist Leben doch des Lebens höchstes Gut! Ein Rasender, der es umsonst verschleudert!
Ja, der Krieg verschlingt die Besten!
Jede Straße führt ans End der Welt.
Jedem Wesen ward Ein Notgewehr in der Verzweiflungsangst
Jeden anderen Meister erkennt man an dem, was er ausspricht; Was er weise verschweigt, zeigt mir den Meister des Styls.
Jeden ohne Unterschied reizt der nahe Gewinn, aber nur große Seelen wird das entfernte Gute bewegen.
Jeder baut sich seine Pyramide, wenn er sie auch nicht biß an die Spitze bringt, so hat er doch gewiß nichts beßres thun können!
Jeder beurtheilt fremde Handlungsarten nach der seinigen.
Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig, Sind sie in corpore, gleich wird dir ein Dummkopf daraus.
Jedes Neue, auch das Glück, erschreckt.
Jetzt beschütze dein Werk, Natur! Auseinander auf immer Fliehet, wenn du nicht vereinst, feindlich, was ewig sich sucht.
Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld auf der Hand?
Kann nichts dich, Fliehende, verweilen, O! meines Lebens goldne Zeit? Vergebens, deine Wellen eilen Hinab ins Meer der Ewigkeit.
Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.
Kannst du nicht schön empfinden, dir bleibt doch vernünftig zu wollen, Und als ein Geist zu tun, was du als Mensch nicht vermagst.
Kaum gibt wahres Gefühl noch durch Verstummen sich kund.
Kein Augustisch Alter blühte, Keines Mediceers Güte Lächelte der deutschen Kunst.
Kein Kaiser hat dem Herzen vorzuschreiben.
Kein Kaiser kann, was unser ist, verschenken.
Keine Gaukelkunst berückt Das Flammenauge, das ins Innre blickt.
Kleiner Ehrgeiz aber beugt sich unter das harte Joch des Zwanges weit lieber als unter die sanfte Herrschaft eines überlegenen Geistes.
Kühn durchs Weltall steuern die Gedanken, Fürchten nichts – als seine Schranken.
Kunst ist die rechte Hand der Natur. Diese hat nur Geschöpfe, jene hat Menschen gemacht.
Laß dich den Ehrgeiz nicht verführen!
Laß die Sprache dir sein, was der Körper den Liebenden; er nur Ist´ s, der die Wesen trennt und der die Wesen vereint.
Laß die Toten schlafen, und mache die Lebendigen glücklich!
Laß rinnen der Tränen vergeblichen Lauf, es wecke die Klage den Toten nicht auf.
Laßt die Rechnung der Tyrannen Anwachsen, bis ein Tag die allgemeine Und die besondre Schuld auf einmal zahlt.
Laßt uns helle denken, so werden wir feurig lieben.
Leben atme die bildende Kunst, Geist fodr‘ ich vom Dichter, Aber die Seele spricht nur Polyhymnia aus.
Leben heißt träumen; weise sein, Lomellin, heißt angenehm träumen.
Leben und leben lassen.
Ledig aller Pflicht Hört der Pursch die Vesper schlagen, Meister muss sich immer plagen.
Leidenschaften mißhandeln die Lebenskraft.
Leise löst sich das Band, es entzweien sich zart die Naturen, Und von der holden Scham trennet sich feurig die Kraft.
Liebe nennen sie diesen schmeichelnden Wahnsinn. Hüte dich, an dieses Blendwerk zu glauben, das uns die Dichter so lieblich malen.
Lieblich sieht er zwar aus mit seiner erloschenen Fackel, Aber, ihr Herren, der Tod ist so ästhetisch doch nicht.
Liegt der Irrtum nur erst, wie ein Grundstein, unten im Boden, Immer baut man darauf, nimmermehr kömmt er an Tag.
Lockend ist die Gunst Der Könige, nach Ehre geizt die Jugend.
Löst mir das Herz, daß ich das Eure rühre!
Mag der Wahnwitz diese Erde gängeln!
Man kann das für Stärke des Geistes halten, was doch am Ende Verzweiflung ist.
Man kann den Menschen nicht verwehren, Zu denken, was sie wollen.
Man kann uns niedrig Behandeln, nicht erniedrigen.
Man muß einen Fehler mit Anmut rügen, und mit Würde bekennen.
Man muß Geduld mit unserer Schwachheit haben.
Manch verwandtes Gemüt treibt mit mir im Strom des Jahrhunderts; Aber der Strom zerrinnt, und wir erkannten uns nicht.
Manche gingen nach Licht und stürzten in tiefere Nacht nur, Sicher im Dämmerschein wandelt die Kindheit dahin.
Mein Alles hängt, mein Leben, mein Geschick, An meiner Worte, meiner Tränen Kraft.
Mein Ehrgeiz war es, der mich gegen Jugend und Schönheit fühllos machte.
Mein Verstand steht still.
Meistens gelangen die Menschen nur durch die Folgen der Unordnung zur Einführung der Ordnung, und Gesetzlosigkeit führt gewöhnlich erst zu Gesetzen.
Mensch! Herrliche, hohe Erscheinung! Schönster von allen Gedanken des Schöpfers! Wie reich, wie vollendet gingst du aus seinen Händen!
Menschen – Menschen! falsche, heuchlerische Krokodilbrut! Ihre Augen sind Wasser! Ihre Herzen sind Erz! Küsse auf den Lippen! Schwerter im Busen!
Mich gelüstete nicht nach dem teuren Lohn. Was die heulende Tiefe da unten verhehle, Das erzählt keine lebende glückliche Seele.
Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen.
Mir grauet vor der Götter Neide, Des Lebens ungemischte Freude Ward keinem Irdischen zuteil.
Mir ist die Bibel nur wahr, wo sie naiv ist; in allem andern, was mit einem eigentlichen Bewußtsein geschrieben ist, fürchte ich einen Zweck und einen späteren Ursprung.
Mißtraut Euch, edler Lord, daß nicht der Nutzen Des Staats Euch als Gerechtigkeit erscheine.
Mit dem Genius steht die Natur in ewigem Bunde, Was der eine verspricht, leistet die andre gewiß.
Mit heißen Tränen wirst du dich dereinst Heimsehnen nach den väterlichen Bergen.
Mord! wie eine ganze Hölle von Furien um das Wort flattert
Nehmt mit, was kommt, die Zeiten sind jetzt schwer.
Neigungen haben die Götter, sie lieben der grünenden Jugend Lockigte Scheitel, es zieht Freude die Fröhlichen an.
Nenne Lessing nur nicht! Der Gute hat vieles gelitten, Und in des Märtyrers Kranz warst du ein schrecklicher Dorn.
Nicht der laute, Nur der gerechte Tadel kann verletzen.
Nicht Fleisch und Blut, das Herz macht uns zu Vätern.
Nicht Stimmenmehrheit ist des Rechtes Probe.
Nicht Strenge legte Gott ins weiche Herz Des Weibes.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen Sich alle Bande frommer Scheu, Der Gute räumt den Platz den Bösen Und alte Laster walten frei.
Nichts ist der Menschheit so wichtig als ihre Bestimmung zu kennen; Um zwölf Groschen courant wird sie bei mir jetzt verkauft.
Nichts ist so hoch, wonach der Starke nicht Befugnis hat, die Leiter anzusetzen.
Nichts mehr davon, ich bitt euch. Zu essen gebt ihm, zu wohnen, Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst.
Nimmer gibt das Grab zurück.
Nimmer ruht der Wünsche Streit.
Nimmst du die Menschen für schlecht, du kannst dich verrechne o Weltmann; Schwärmer, wie bist du getäuscht, nimmst du die Menschen für gut.
Noch leben Götter, die den Meineid rächen.
Nun kommt es aber in der Praxis des Lebens weit mehr darauf an, daß das Ganze gleichförmig menschlich gut, als daß das Einzelne zufällig göttlich sei.
Nur an des Lebens Gipfel, der Blume, zündet sich Neues In der organischen Welt, in der empfindenden, an.
Nur Beharrung führt zum Ziel, Nur die Fülle führt zur Klarheit, und im Abgrund wohnt die Wahrheit.
Nur das feurige Roß, das mutige, stürzt auf der Rennbahn, Mit bedächtigem Paß schreitet der Esel daher.
Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern der Schöngeist, Aber der schöne Geist trägt das Gewichtige leicht.
Nur dem Genie ist es gegeben, außerhalb des Bekannten noch immer zu Hause zu sein und die Natur zu erweiternhinauszugehen.
Nur der Irrtum ist das Leben, und das Wissen ist der Tod.
Nur die heitere, die ruhige Seele gebiert das Vollkommene.
Nur durch das Morgentor des Schönen Dringst du in der Erkenntnis Land.
Nur in Wegwerfung des Zufälligen und in dem reinen Ausdruck des Notwendigen liegt der große Styl.
Nur Liebe darf der Liebe Blumen brechen.
Nur vom Nutzen wird die Welt regiert.
Nur zwei Tugenden gibts, o wären sie immer vereinigt, Immer die Güte auch groß, immer die Größe auch gut!
O daß Ihrs begreifen lerntet! daß Euch die Schuppen fielen vom Auge!
O die Gerichte Gottes sind gerecht!
O Gott, aus diesen Zügen spricht kein Herz.
O lerne fühlen, welches Stamms du bist! Wirf nicht für eiteln Glanz und Flitterschein Die echte Perle deines Wertes hin.
O Perle meiner Werke, Weib! – anzubeten ist der Künstler, der Dich schuf.
O wie schön und wie göttlich ist die Berührung zweier Seelen, die sich auf ihrem Wege zur Gottheit begegnen.
O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele, Seh ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt.
O! auch die heilige Gerechtigkeit Entflieht dem Tadel nicht.
O, der Einfall War kindisch, aber göttlich schön!
O, die Zeit, ein wundertät’ger Gott
O, kaum bezwingen wir das eigne Herz; Wie soll die rasche Jugend sich bezähmen!
O, mächtig ist der Trieb des Vaterlands!
Ob die Menschen im ganzen sich bessern? Ich glaub‘ es, denn einzeln Suche man, wie man auch will, sieht man doch gar nichts davon.
Ob ein Mensch gewohnt ist, mit rechtlichen Menschen zu leben, Ob er ein Gänsehirt ist, seht ihr beim ersten Blick.
Ohne Liebe kehrt kein Frühling wieder, Ohne Liebe preist kein Wesen Gott!
Ohne Wahl verteilt die Gaben, ohne Billigkeit das Glück.
Rache ist mein Gewerbe.
Rache trägt keine Frucht! Sich selbst ist sie Die fürchterliche Nahrung, ihr Genuß Ist Mord, und ihre Sättigung das Grausen.
Rang und Macht, die lächerlichen Flitter, Fallen ab am Tage des Gerichts, Fallen ab wie Blätter im Gewitter, Und der Pomp – ist Nichts!
Rauch ist alles irdsche Wesen, Wie des Dampfes Säule weht, Schwinden alle Erdengrößen, Nur die Götter bleiben stet.
Rauch ist alles ird’sche Wesen; Wie des Dampfes Säule weht, Schwinden alle Erdengrößen, Nur die Götter bleiben stet.
Raum für alle hat die Erde.
Recht gesagt, Schlosser! Man liebt, was man hat, man begehrt, was man nicht hat, Denn nur das reiche Gemüt liebt, nur das arme begehrt.
Redlichkeit gedeiht in jedem Stande.
Reizende Fülle schwellt der Jungfrau blühende Glieder, Aber der Stolz bewacht streng wie der Gürtel den Reiz.
Sag etwas Gutes, und ich folge gern dem edlen Beispiel.
Sag selbst, was ich dir wünschen soll, ich weiß nichts zu erdenken. Du hast ja Küch‘ und Keller voll, nichts fehlt in deinen Schränken.
Sagt man nicht, es gebe eine bessere Welt, wo die Traurigen sich freuen, und die Liebenden sich wiedererkennen?
Säumt man so lang, so wird der Feind gewarnt. Zuviele sinds, die das Geheimnis teilen.
Schädliche Wahrheit, wie zieh ich sie vor dem nützlichen Irrtum! Wahrheit heilet den Schmerz, den sie vielleicht uns erregt.
Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder, holdes Blütenalter der Natur! Ach, nur in dem Feenland der Lieder lebt noch deine fabelhafte Spur.
Schöner malt sich mir die schöne Erde, Heller spiegelt in des Freunds Gebärde, Reizender der Himmel sich.
Schönheit war die Falle meiner Tugend.
Schüttle den Staat, wie du willst. Nie wirst du etwas bedeuten. Leicht auf der Fläche schwimmt immer und ewig der Kork.
Schwer ist die Kunst [des Mimen], vergänglich ist ihr Preis, Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
Schwer ist es, aus dem Geschrei erhitzter Parteien die Stimme der Wahrheit zu unterscheiden.
Sehnsucht, sich nie von dem lieben Wesen zu scheiden, das einst unserm Herzen so theuer war, hat die Urnen erfunden.
Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel! Sei mir, Sonne, gegrüßt, die ihn so lieblich bescheint!
Seid einig, einig, einig!
Setze nur immer Mottos auf deine Journale. Sie zeigen alle Tugenden an, die man an dir nicht bemerkt.
Setzet immer voraus, daß der Mensch im ganzen das Rechte Will, im einzelnen nur rechnet mir niemals darauf.
Sie geben, ach! nicht immer Glut, Der Warheit helle Strahlen. Wohl denen, die des Wissens Gut Nicht mit dem Herzen zahlen!
Sie haben das Wort »glücklich« genannt. Wie wird man das, Edwin? Arbeit ist die Bedingung des Lebens, das Ziel Weisheit, und Glückseligkeit, sagen Sie, ist der Preis.
Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle, Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.
Siehe, die Gottheit ermüdet nicht in ihrem Erbarmen, und wir armseligen Würmer gehen schlafen mit unserem Groll.
Siehe, wir hassen, wir streiten, es trennet uns Neigung und Meinung, Aber es bleichet indes dir sich die Locke wie mir.
Simplicität ist das Resultat der Reife.
So erhaben, so groß ist, so weit entlegen da Himmel! Aber der Kleinigkeitsgeist fand auch bis dahin den Weg.
So sauer ringt die kargen Lose Der Mensch dem harten Himmel ab, Doch leicht erworben, aus dem Schoße Der Götter fällt das Glück herab.
So stirbt ein Held! – Anbetenswürdig.
So wars immer, mein Freund, und so wirds bleiben. Die Ohnmacht Hat die Regel für sich, aber die Kraft den Erfolg.
So wie die Anmut der Ausdruck einer schönen Seele ist, so ist die Würde der Ausdruck einer erhabenen Gesinnung.
Sollte Freundschaft ein so armseliges Feuer sein, daß es durch Teilung verlöre?
Sollten mit Einem Wort neuere Dichter nicht beßer thun, das Ideal als die Wirklichkeit zu bearbeiten?
Sonnenblick und Hoffnung begleiten einander gerne.
Sonst geht es ganz erträglich schlecht Auf dieser Erdenbühne.
Sorgt ihr für euch, ich tu, was meines Amts.
Spaltet immer das Licht! Wie öfters strebt ihr zu trennen, Was euch allen zum Trutz eins und ein Einziges bleibt.
Sphären ineinander lenkt die Liebe, Weltsysteme dauren nur durch sie.
Stark ist des Menschen Arm, wenn ihn die Götter stützen.
Suchst du das Höchste, das Größte? Die Pflanze kann es dich lehren: Was sie willenlos ist, sei du es wollend – das ists!
Süße, verstrickende Schmeichelnde Reden Hab‘ ich ersonnen; Tod und Verderben Lauern darin.
Süßer Amor, verweile Im melodischen Flug.
Süßer Wohllaut schläft in der Saiten Gold.
Tadeln ist leicht, erschaffen so schwer; ihr Tadler des Schwachen, Habt ihr das Treffliche denn auch zu belohnen ein Herz?
Teile mir mit, was du weißt, ich werd es dankbar empfangen, Aber du gibst mir dich selbst, damit verschone mich, Freund.
Tell: Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht. Stauffacher: Doch könnten Worte uns zu Taten führen.
Teuer ist mir der Freund, doch auch den Feind kann ich nützen, Zeigt mir der Freund, was ich kann, lehrt mich der Feind, was ich soll.
Themis selber führt den Reigen, Und mit dem rechten Stab Mißt sie jedem seine Rechte.
Tiefere Bedeutung liegt in den Märchen meiner Kinderjahre als in der Wahrheit, die das Leben lehrt.
Tod und Verderben ist der Gottheit Siegel.
Toren sinds, die von ewiger Liebe schwatzen, ewiges Einerlei widersteht, Veränderung nur ist das Salz des Vergnügens.
Tote Gruppen sind wir – wenn wir hassen, Götter – wenn wir liebend uns umfassen!
Tote Sprachen nennt ihr die Sprache des Flaccus und Pindar, Und von beiden nur kommt, was in der unsrigen lebt!
Trauet nicht den Rosen eurer Jugend, Trauet, Schwestern, Männerschwüren nie!
Träume kommen von Gott.
Trink ihn aus, den Trank der Labe, Und vergiß den großen Schmerz, Wundervoll ist Bacchus‘ Gabe, Balsam fürs zerrißne Herz!
Tut, was Eures Amts ist!
Tyrannenmacht kann nur die Hände fesseln.
Überdem zwingt ja das deutsche Publicum seine Schriftsteller nicht nach dem Zuge des Genius, sondern nach Speculationen des Handels zu wählen.
Ueber das Herz zu siegen, ist groß, ich verehre den Tapfern. Aber wer durch sein Herz sieget, er gilt mir doch mehr.
Um das Roß des Reiters schweben, Um das Schiff die Sorgen her. Morgen können wir’s nicht mehr, Darum laßt uns heute leben!
Und am Ende sind wir ja beide Idealisten und würden uns schämen, uns nachsagen zu laßen, daß die Dinge uns formten, und nicht wir die Dinge.
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.
Und es herrscht der Erde Gott, das Geld.
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist, Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Und vor der Wahrheit mächtgem Siege Verschwindet jedes Werk der Lüge.
Und was von allen deinen Schätzen Dein Herz am höchsten mag ergötzen, Das nimm und wirfs in dieses Meer.
Und wer sind sie, die den Weisen richten? Geisterschlacken, die zur Tiefe flüchten Vor dem Silberblicke des Genies
Und wie der Klang verhallet in dem Ohr, Verrauscht des Augenblicks geschwinde Schöpfung, Und ihren Ruhm bewahrt kein daurend Werk.
Unerschöpflich an Reiz, an immer erneuerter Schönheit Ist die Natur! Die Kunst ist unerschöpflich, wie sie.
Unerschöpflich ist die Liebe – und wenig sind die Tage des Lenzes!
Unser Gefühl für Natur gleicht der Empfindung des Kranken für die Gesundheit.
Unser Schuldbuch sei vernichtet! Ausgesöhnt die ganze Welt! Brüder – überm Sternenzelt Richtet Gott, wie wir gerichtet.
Unsere Bestimmung ist, uns Erkenntnisse zu erwerben und aus Erkenntnissen zu handeln.
Unsere Seele ist für etwas Höheres da, als bloß den uniformen Takt der Maschine zu halten.
Unter dem Schutze eines ungereimten positiven Gesetzes glaubte man ohne Scheu das Gesetz der Vernunft und Billigkeit verhöhnen zu dürfen.
Verachtung ist der wahre Tod.
Verblendeter, vom eiteln Glanz verführt! Verachte dein Geburtsland! Schäme dich Der uralt frommen Sitte deiner Väter!
Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
Vergeben und Vergessen ist die Rache des braven Mannes.
Vergib mir, mein Kind; zürne nicht auf einen Vater, der sich in seinen Planen betrogen findet.
Vernünft’ge Gründe können viel.
Verrat und Argwohn lauscht in allen Ecken, Bis in das Innerste der Häuser dringen Die Boten der Gewalt.
Völlig charakterlos ist die Poesie der Modernen, Denn sie verstehen bloß, charakteristisch zu sein.
Vom sichern Port läßt sichs gemächlich raten.
Von dem allerersten Werden Der unendlichen Natur Alles Göttliche auf Erden Ist ein Lichtgedanke nur.
Von der Achtung kann man sagen, sie beugt sich vor ihrem Gegenstande; von der Liebe, sie neigt sich zu dem ihrigen; von der Begierde, sie stürzt auf den ihrigen.
Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte,
Von des Lebens Gütern allen Ist der Ruhm das höchste doch, Wenn der Leib in Staub zerfallen, Lebt der große Name noch.
Vor dem Glücklichen her tritt Phöbus, der pythische Sieger, Und der die Herzen bezwingt, Amor, der lächelnde Gott.
Vor dem Tod erschrickst du? Du wünschest, unsterblich zu leben? Leb im Ganzen! Wenn du lange dahin bist, es bleibt.
Vor Unwürdigem kann dich der Wille, der ernste, bewahren, Alles Höchste, es kommt frei von den Göttern herab.
Vortrefflichkeit der Seelen ist ein schönes und ein unzerreißbares Band der Freundschaft und der Liebe.
Wage du, zu irren und zu träumen: Hoher Sinn liegt oft in kindschem Spiel.
Wählt eine bessere Partei. Ihr habt die gute nicht ergriffen.
Wahre Schönheit, wahre Anmut soll niemals Begierde erregen.
Wahres Unglück bringt der falsche Wahn.
Wahrheit ist niemals schädlich, sie straft – und die Strafe der Mutter Bildet das schwankende Kind, wehret der schmeichelnden Magd.
Wahrheit sag ich euch, Wahrheit und immer Wahrheit, versteht sich: Meine Wahrheit; denn sonst ist mir auch keine bekannt.
War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen. Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt.
Warum kann der lebendige Geist dem Geist nicht erscheinen? Spricht die Seele, so spricht ach! schon die Seele nicht mehr.
Warum plagen wir einer den andern? Das Leben zerrinnt, und es versammelt uns nur einmal wie heute die Zeit.
Warum tadelst du manchen nicht öffentlich? – Weil er ein Freund ist.Wie mein eigenes Herz tadl‘ ich im stillen den Freund.
Was auch draus werde – Steh zu deinem Volk, Es ist dein angeborner Platz.
Was den Vortrefflichen gefällt, ist gut; was allen ohne Unterschied gefällt, ist es noch mehr.
Was die Natur auf ihrem großen Gange In weiten Fernen auseinander zieht, Wird auf dem Schauplatz, im Gesange Der Ordnung leicht gefaßtes Glied.
Was doch der Mensch nicht wagt für den Gewinn.
Was Hände bauen, können Hände stürzen.
Was ich ohne dich wäre, ich weiß es nicht; aber mir grauet, Seh ich, was ohne dich Hundert‘ und Tausende sind.
Was ist das Leben ohne Liebesglanz?
Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünken, Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir liegt.
Was ist ohne Liebe Ehre? Was der Himmel ohne sie?
Was ist vergeßlicher als Dankbarkeit?
Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren.
Was man scheint, Hat jedermann zum Richter, was man ist, hat keinen.
Was man von der Minute ausgeschlagen, Gibt keine Ewigkeit zurück.
Was nicht verboten ist, ist erlaubt.
Was nicht zusammen kann Bestehen, tut am besten sich zu lösen.
Was schöne Seelen schön empfunden, Muß trefflich und vollkommen sein.
Was sein muß, das geschehe, doch nicht drüber.
Was sie gestern gelernt, das wollen sie heute schon lehren, Ach! was haben die Herrn doch für ein kurzes Gedärm!
Was sie gestern gelernt, das wollen sie heute schon lehren. Ach! was haben die Herrn doch für ein kurzes Gedärm!
Was sie im Himmel wohl suchen, das, Freunde, will ich euch sagen: Vorderhand suchen sie nur Schutz vor der höllischen Glut.
Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe, Die der Mensch, der vergängliche, baut?
Was soll der fürchten, der den Tod nicht fürchtet?
Was sollen deine Götter, Des kranken Weltplans schlau erdachte Retter, Die Menschenwitz des Menschen Notdurft leiht?
Was unsterblich im Gesang soll leben, Muß im Leben untergehn.
Was vor züchtigen Ohren dir laut zu sagen erlaubt sei? Was ein züchtiges Herz leise zu tun dir erlaubt!
Was weiht den Priester ein zum Mund des Herrn? Das reine Herz, der unbefleckte Wandel.
Was wir als Schönheit hier empfunden, Wird einst als Wahrheit uns entgegengehn.
Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld, Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein
Weh denen, die dem Ewigblinden Des Lichtes Himmelsfackel leihn! Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden Und äschert Städt und Länder ein.
Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte Der Feuerzunder still gehäuft, Das Volk, zerreißend seine Kette, Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Wehe dem armen Opfer, wenn derselbe Mund, der das Gesetz gab, auch das Urteil spricht!
Weil das Glück aus seiner Tonnen Die Geschicke blind verstreut, Freue sich und jauchze heut, Wer das Lebenslos gewonnen!
Weil ein Vers dir gelingt in einer gebildeten Sprache, Die für dich dichtet und denkt, glaubst du schon Dichter zu sein.
Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, Die du mir nennst! »Und warum keine?« Aus Religion.
Welchen Sturm gefährlicher Gedanken Weckst du mir in der stillen Brust!
Welches Treiben zugleich nach reiner Vernunft, nach Erfahrung, Ach, sie stecken das Haus oben und unten in Brand.
Wem zu glauben ist, redliche Freunde, das kann ich euch sagen: Glaubt dem Leben, es lehrt besser als Redner und Buch.
Wenn der Ochse den Kornwagen in die Scheune gezogen hat, so muß er mit Heu vorlieb nehmen.
Wenn die Religion im Lande wankt, so wankt sie nicht allein.
Wenn Haupt und Glieder sich trennen, Da wird sich zeigen, wo die Seele wohnte.
Wenn jeder Mensch alle Menschen liebte, besäße jeder einzelne die Welt.
Wenn man das Gute eines Dinges eingesehen hat, ist man berechtigt, das Urteil über das Schlimme zu sprechen.
Wenn schon der wahre Idealism in seinen Wirkungen unsicher und öfters gefährlich ist, so ist der falsche in den seinigen schrecklich.
Wenns so recht schwarz wird um mich herum, hab ich meine besten Besuche.
Wer darf sagen, daß er an der Freude verzweifle, so lange noch Arbeiten lohnen und Hoffnungen einschlagen?
Wer des Herren Joch nicht trägt, Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.
Wer durchs Leben Sich frisch will schlagen, muß zu Schutz und Trutz Gerüstet sein.
Wer etwas Großes leisten will, muß tief eindringen, scharf unterscheiden, vielseitig verbinden und standhaft beharren.
Wer gar zuviel bedenkt, wird wenig leisten.
Wer klug ist, lerne schweigen und gehorchen.
Wer schon der Wahrheit milde Herrschaft scheut, Wie trägt er die Notwendigkeit?
Wer sich über die Wirklichkeit nicht hinauswagt, der wird nie die Wahrheit erobern.
Wer sieht so scharf, so tief, wer anders, als der Falkenblick der Liebe.
Wer zählt die Völker, nennt die Namen, Die gastlich hier zusammenkamen?
Wichtig nennen wir eine Wirkung bloß, weil sie eine größre Menge von Wirkungen nach sich ziehet. Der Mensch hat keinen andern Wert als seine Wirkungen.
Wichtig wohl ist die Kunst und schwer, sich selbst zu bewahren, Aber schwieriger ist diese: sich selbst zu entfliehn.
Wie beschränkt ist der Mensch! Wie groß der Abstand zwischen seinen Ansprüchen und ihrer Erfüllung!
Wie die Geliebte dich liebt, so kommen die himmlischen Gaben, Oben in Jupiters Reich herrscht wie in Amors die Gunst.
Wie können Menschen zum allgemeinen Besten raten, die das Opfer ihrer eigenen Leidenschaft sind?
Wie sehr auch Euer Innres widerstrebe,Gehorcht der Zeit und dem Gesetz der Stunde!
Wie werther wird mir alle Tage Deine und meine Freundschaft, und wie wohlthätig ist sie mir schon gewesen.
Wieviel hundert Gelehrte, vernünftige Männer den Irrtum Pflegen, werdet ihr sehn, wenn ihr das Spektrum begreift.
Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern es treiben, Willst du die andern verstehn, blick in dein eigenes Herz.
Willst du in Deutschland wirken als Autor, so triff sie nur tüchtig, Denn zum Beschauen des Werks finden sich wenige nur.
Willst du in meinem Himmel mit mir leben: So oft du kommst, er soll dir offen sein.
Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden.
Wir Poeten sind selten so glücklich, daß die Könige uns lesen, und noch seltener geschiehts, daß sich ihre Diamanten zu uns verirren.
Wir sind ein Volk, und einig wollen wir handeln.
Wir sollen uns abtrotzen lassen durch Gewalt, Was wir der Güte weigerten!
Wir, wir leben! Unser sind die Stunden, Und der Lebende hat recht.
Wirf nicht für eiteln Glanz und Flitterschein Die echte Perle deines Wertes hin.
Wirke Gutes, du nährst der Menschheit göttliche Pflanze; Bilde Schönes, du streust Keime des Göttlichen aus.
Wirke, soviel du willst, du stehst doch ewig allein da, Bis an das All die Natur dich, die gewaltige, knüpft.
Wissen möchtet ihr gern die geheime Struktur des Gebäudes, Und ihr wählt den Moment, wenn es in Flammen gerät.
Wissen Sie mir einen ärmern Mann zwischen Himmel und Erde, als den Menschenfeind?
Wissend, schauend, unverwandt Muß ich mein Geschick vollenden, Fallend in dem fremden Land.
Wo der Spanier liebt, da muß der Franzose, da muß jeder andre Bewerber zurücktreten.
Wo rohe Kräfte sinnlos walten, Da kann sich kein Gebild gestalten, Wenn sich die Völker selbst befrein, Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.
Wo Tausende anbeten und verehren, Da wird die Glut zur Flamme, und beflügelt Schwingt sich der Geist in alle Himmel auf.
Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, Doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.
Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle bewahrt die kindlich reine Seele!
Wohl denen, die des Wissens Gut Nicht mit dem Herzen zahlen!
Wohl ihm [dem Menschen] also, wenn er gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann!
Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, Doch ach – es wankt der Grund, auf den wir bauten.
Wohl! wenn ins Eis des klügelnden Verstandes Das warme Blut ein bißchen muntrer springt!
Wohltätig ist des Feuers Macht, Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht.
Wollust ist’s – Den Göttern, Menschen zu beglücken: zu verderben Die Menschen, ist den Göttern Schmerz.
Woran erkenn ich den besten Staat? – Woran du die beste Frau kennst! daran, mein Freund, daß man von beiden nicht spricht.
Wos not tut, Fährmann, läßt sich alles wagen.
Wüßt ich mein Herz an zeitlich Gut gefesselt, Den Brand wärf ich hinein mit eigner Hand.
Zeigt sich der Glückliche mir, ich vergesse die Götter des Himmels, Aber sie stehn vor mir, wenn ich den Leidenden seh.
Zu Göttern schaffst du Menschen nie.
Zu lyrischen Arbeiten gehört ein gewisser poetischer Müßiggang.
Zu weit getrieben Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks, Und allzu straff gespannt zerspringt der Bogen.
Zum Philosophieren ist schon der halbe Mensch genug und die andere Hälfte kann ausruhen; aber die Musen saugen einen aus.
Zum Werke, das wir ernst bereiten, Geziemt sich wohl ein ernstes Wort; Wenn gute Reden sie begleiten, Dann fließt die Arbeit munter fort.
Zur Anmut muß sowohl der körperliche Bau als der Charakter beitragen.
Zwang erbittert die Schwärmer immer, aber er bekehrt sie nie.
Zwar leicht, doch zentnerschwer für dein Gewissen.
Zwei Blumen blühen für den weisen Finder, Sie heißen Hoffnung und Genuß.
Zwischen Sinnenglück und Seelenfrieden Bleibt dem Menschen nur die bange Wahl.