Zitate von Friedrich II., der Große

… hier muß einer nach Seiner Fasson Selich werden.
Alle Kultur kommt aus dem Magen.
Alles in der Welt ist Torheit, nur nicht die Heiterkeit.
Alles wäre verloren in einem Staate, wenn die Geburt über das Verdienst siegte.
Alles, was aus Furcht oder Angst geschieht, trägt auch das Gepräge davon.
Alles, was der Mensch tut, ist verschiedener Auslegung fähig, man kann das Gute vergiften und das Schlechte entschuldigen und loben.
Anerkanntes Verdienst ist wie in einer Festung vor den Pfeilen des Neides geschützt.
Aus der Erfahrung weiß man, daß die Güte der Truppen einzig und allein in dem Werte ihrer Offiziere bestehe.
Bei den Griechen und Römern konnten die Philosophen gedeihen, weil die Religion der Heiden keine Dogmen hatte. Bei uns verderben die Dogmen alles.
Bei meiner Geburt habe ich die Welt in der Sklaverei des Aberglaubens gefunden; ebenso verlasse ich sie sterbend.
Beleidigung mit Beleidigungen zu vergelten ist die Art des Pöbels.
Bescheidenheit kleidet Jedermann, sie ist das erste Verdienst des Weisen.
Bosheit ist eine Art Delirium und verwirrt den Verstand.
Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.
Dankbarkeit gegen sein Volk ist die erste Tugend eines Monarchen.
Das einzig Wirkliche, was wir auf der Welt haben, ist das Leben. Mir scheint, daß jeder vernünftige Mensch es zu erhalten suchen müßte.
Das Geschick wird nicht müde, mich zu verfolgen. Aber auch ich will nicht müde werden, ihm die Stirn zu bieten.
Das Herz ist ein getreuer Spiegel, der uns genau nach dem Leben darstellt; wer sein Bildnis sehen will, der schaue hinein.
Das ist das Schicksal aller Größen: Überlegenes Genie setzt sich den Giftpfeilen des Neides aus.
Das lebhafteste Vergnügen, das ein Mensch in der Welt haben kann ist, neue Wahrheiten zu entdecken; das nächste von diesem ist, alte Vorurteile loszuwerden.
Das Meisterstück eines geschickten Mannes ist, jede Sache zur rechten Zeit und á propos zu tun.
Das Unglück macht weise, es öffnet die Augen gegen die Vorurteile, die sie blendeten und klärt uns über die Nichtigkeit der Dinge auf.
Das Vertrauen auf die eigene Kraft ist die Grundlage aller Tapferkeit!
Das Wams des Beamten ist eng, aber es wärmt.
Daß ich lebe ist nicht notwendig, wohl aber, daß ich tätig bin.
Daß ich lebe, ist nicht nötig. Aber daß ich arbeite, solange ich lebe.
Dem Mann, der die Geige baut, dankt allein der Klang.
Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.
Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit.
Der Fürst ist der erste Diener seines Staates.
Der Fürst, weit enfernt davon, der unumschränkte Gebieter der unter seiner Herrschaft stehenden Völker zu sein, ist vielmehr nur ihr erster Bedienter.
Der Geist ist leicht zu überzeugen, wenn das Herz gerührt ist.
Der größte Theil menschlicher Meinungen gründet sich auf Vorurtheile, Fabeln, Irrthümer und Täuschungen.
Der gute Ruf ist alles, was uns nach dem Tod übrig bleibt.
Der Himmel weiß unendlich mehr als alle Philosophen.
Der Krieg ist eine Landplage, die alle anderen aufwiegt, zu der sich noch alle möglichen Verbrechen gesellen.
Der Mensch wird zum Tier, wenn er nie einen Sonntagsrock anhat.
Der philosophische Geist gibt Grundsätze an; diese sind die Quellen der Beurtheilung und die Ursache vernünftiger Handlungen.
Der Ruhm, der uns nicht glücklich macht, ist nichts als ein Wort, und der Ruhm, der unsere Untertanen nicht glücklich macht, ist eine Schmach.
Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen.
Der schönste Tag im Leben ist der, an dem man es verläßt.
Der Tod ist uns allen beschieden. Wohl denen, die mit dem tröstlichen Bewußtsein sterben, daß sie die Tränen der Überlebenden verdienen!
Der Verfolgungsgeist ist ein wahrer Tyrann, welcher die Länder entvölkert. Die Toleranz ist eine zärtliche Mutter, welche sie blühend macht.
Der wahre Ehrgeiz besteht in dem Verlangen, sich durch tugendhafte Handlungen vor anderen Menschen auszuzeichnen.
Des Menschen Bestimmung ist, während dieser kurzen Zeit des Lebens für das Wohl der Gemeinschaft zu arbeiten, der er angehört.
Die Ärzte werfen sich zu Schiedsrichtern unseres Lebens auf und sind im Grunde doch nichts anderes als Zuschauer unserer Leiden.
Die Canaillen sind zu brauchen, aber nicht zu estimiren.
Die erste Aufgabe des Gesetzgebers bleibt in meinen Augen immer, gleiches Recht für alle zu schaffen.
Die Franzosen sind ergötzliche Hanswurste. Man freut sich, Feinde zu haben, über die man lachen kann.
Die Furcht vor Tadel erzeugt die nämlichen Wirkungen wie die Liebe zur Selbsterhaltung.
Die Fürsten finden ihre Mäßigung auf dem Grunde ihres Beutels.
Die Gefahr an sich hat nichts Anziehendes oder Angenehmes, aber man denkt nicht an sie, aber man denkt nicht an sie, wenn man sich einmal hineinbegeben hat.
Die Gesetze müssen sprechen, der König schweigen.
Die Gesundheit ist auf Erden das einzig Wahre.
Die große Kunst besteht nur darin, die Summen zu erheben, ohne die Staatsbürger zu bedrücken.
Die historischen Werke müßte man, um sie nützlich zu machen, wenn möglich von dem Parteigeist, von falschen Anekdoten und Lügen reinigen.
Die Jagd ist nicht die eines denkenden Wesens würdige Beschäftigung.
Die Klugheit ist sehr geeignet, zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht sie erwerben.
Die Könige sind in philosophischem Sinne nur Menschen, und alle Menschen sind einander gleich.
Die Macht der Geistlichkeit gründet auf die Meinung und Leichtgläubigkeit der Völker. Man kläre die letzteren auf – und der Zank hat ein Ende.
Die Menschen gleichen sich von einem Ende unserer Erdkugel bis zum anderen, verfolgen und beunruhigen sich gegenseitig, so gut sie nur können.
Die Menschen sind eine verdammtige Rasse.
Die menschliche Gattung, sich selbst überlassen, ist brutal; nur die Erziehung vermag etwas.
Die Menschlichkeit ist ein unerschöpflicher Gegenstand.
Die Nachsicht, welche die Menschen sich gegenseitig schuldig sind, führt zur Duldsamkeit.
Die Nachwelt allein, die ohne Leidenschaft und Eigennutz richtet, vermag uns zu verurteilen.
Die nützlichen Künste sind die älteren Schwestern der schönen Künste; sie müssen notwendigerweise diesen vorangehen.
Die Parteilichkeit oder Unparteilichkeit des Geschichtsschreibers bestimmt das Urtheil des Publikums und der Nachwelt.
Die Plagen des Neides sind ein Tribut, welches das Verdienst dem Niedrigen zollt.
Die Standhaftigkeit besteht darin, daß man sich dem Unglück entgegenstellt!
Die Stärke der Staaten beruht auf den großen Männern, die ihnen zur rechten Stunde geboren werden.
Die Titel sind nur Zierden für Alberne; große Männer brauchen nur ihre Namen.
Die Toleranz in der Gesellschaft muß jedem Bürger die Freiheit sichern zu glauben, was er will.
Die Undankbarkeit ist eine verrufene Münze, die jedoch überall Gültigkeit hat.
Die Ursache des Verfalls der größten Reiche war stets dieselbe; sie lag immer in der Schwäche der Verfassung der Staaten.
Die Vertierung der menschlichen Gattung während so vieler Jahrhunderte hat den Fanatismus verlängert.
Die Weisesten sind, welche lesen, um sich von ihren Fehlern zu befreien.
Diejenigen, welche am meisten gegen die Handlungen von anderen eifern, begehen oft noch viel schlimmere, sobald sie sich in denselben Umständen befinden.
Durch großes Vermögen wird man ein Knauser oder ein Verschwender.
Durch jeden Schlag nach einem schwächeren Feind entehrt man sich.
Ein Augenblick des Glücks wiegt Jahrtausende des Nachruhms auf.
Ein der Freundschaft offenes Herz ist erhaben über einen niederen Ehrgeiz.
Ein Fürst, der Rat anhört, ist auch im imstande, ihn zu befolgen.
Ein vernünftiger Mensch soll mit nichts Mißbrauch treiben, selbst nicht mit der Wahrheit.
Ein wahrer Freund ist ein Geschenk des Himmels.
Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet
Einem Helden sagen, daß er gefehlt habe, heißt, ihm in Erinnerung bringen, daß er ein Mensch ist.
Einer, der für unreligiös gilt, ist allgemein verschrieen, wäre er auch der rechtschaffenste Mensch der Welt.
Es bleibt der Ochs, der feste steht, Und nicht der Krebs, der rückwärts geht.
Es bleibt mir nichts als mein Herz.
Es geht gut, der Berg ist überschritten.
Es gibt kein Gefühl, das von unserem Wesen so unzertrennlich wäre, als das der Freiheit.
Es gibt Leute, die dem Geschick folgsam sind; ich bin nicht derartig, und wenn ich für andere gelebt habe, will ich für mich sterben.
Es gibt Vorsichtskriege, die Fürsten aus weisen Gründen unternehmen; sie sind in Wahrheit offensiv, doch sind sie nicht weniger gerecht.
Es heißt, daß wir Könige Gottes Ebenbilder auf Erden sind. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht.
Es ist besser, gar nichts zu schreiben, als Widersprüche und Armseligkeiten zu sagen.
Es ist besser, zuvorzukommen, als sich zuvorkommen zu lassen.
Es ist das Schicksal der Staaten, sich bald als Schauspieler, bald als Zuschauer auf der Weltbühne zu befinden.
Es ist eine alte Wahrheit, daß das Amt den Mann ehrt, aber nicht ändert.
Es ist eine Schwachheit, sogar Engherzigkeit, nicht das Gute von seinen Feinden zu sagen und ihnen nicht die Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die sie verdienen.
Es ist freilich wahr, daß die Großen nicht alles Gute vollbringen, dessen sie fähig sind.
Es ist leichter, eine gewisse Gattung von Leuten zum Reden als sie zum Schweigen zu bringen.
Es ist lobenswert, sich große Beispiele und ein großes Ziel zu erwählen.
Es ist nicht jedem gegeben, den Geist aufzuheitern; man muß viel natürlichen Frohsinn haben, um ihn andern mitzuteilen.
Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue und für das Vaterland kämpfe, um es zu retten.
Es ist sehr verwegen, Dinge beweisen zu wollen, die man nicht kennt, und noch unendlich verwegener, der göttlichen Allmacht Grenzen setzen zu wollen.
Es verrät den Gecken, sich für ein so merkwürdiges Wesen zu halten, daß die ganze Welt von den einzelnen Umständen unterrichtet sein müsse, die sein Individuum betreffen.
Fast nie sind die Menschen in der Welt nach ihrer Wahl placirt; daher gibt es so viele schlechte Schuster, Priester, Minister und schlechte Fürsten.
Feine Verleumdungen sind gefährlich; aber Gemeinheiten ziehen sich nur Verachtung zu.
Festigkeit besteht im Widerstand gegen das Unglück.
Fleiß ist aller Tugenden Anfang.
Frankreich besitzt Philosophen; aber ich behaupte, daß der größte Teil der Nation abergläubischer ist, als irgendein Volk in Europa.
Freund, du hast recht, wenn du glaubst, daß ich viel arbeite. Ich tue es, um zu leben; denn nichts hat mehr Ähnlichkeit mit dem Tode als Müßiggang.
Für meine Freunde bin ich ganz Feuer, und alles, was sie betrifft, berührt mich so, als wenn es mich beträfe.
Gazetten dürfen, so sie delectieren sollen, nicht genieret werden.
Gegen Schicksalstücke hilft mir nur eins: Standhaftigkeit.
Gegen theoretische Spekulationen muß man auf der Hut sein; sie halten die Feuerprobe der Erfahrung nicht aus.
Gewißheit erlangt man nicht vom Hörensagen.
Glück und Zufall sind zwei sinnlose Wörter.
Gott hilft gerne den stärksten Bataillonen.
Große Männer sind nicht immer und nicht in allen Dingen groß.
Gute Sitten haben für die Gesellschaft mehr Wert als alle Berechnungen Newtons.
Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.
I begin by taking. I shall find scholars later to demonstrate my perfect right.
Ich bediene mich aller meiner Waffen gegen meine Feinde wie das Stachelschwein, das, sich sträubend, mit allen seinen Spitzen sich verteidigt.
Ich bereite mich auf jedes Ereignis, das da kommen könnte, vor. Mag das Glück mir günstig sein oder ungünstig, das soll mich weder mutlos machen, noch übermütig.
Ich bin der erste Justitiarius über mein Land und muß Gott dermaleinst Rechenschaft geben, daß die Justiz darin gehörig verwaltet wird.
Ich bin der Meinung, daß eine Sache nur geschrieben zu werden verdient, in so weit sie verdient, behalten zu werden.
Ich bin es müde, Sklaven zu regieren.
Ich bin mit der Zeit ein gutes Postpferd geworden, lege meine Station zurück und bekümmere mich nicht um die Kläffer, die auf der Landstraße bellen.
Ich fange an mit Eroberungen. Gelehrte werden mir später bestätigen, daß ich im Recht war.
Ich glaube, daß Mitleid und der Wunsch, einen Nothleidenden zu trösten, bei den meisten Menschen angeborene Tugenden sind.
Ich habe die Grille, nichts halb zu tun.
Ich habe nie ein größeres Vergnügen, als wenn ich einem armen Mann kann ein Haus bauen lassen.
Ich habe niemals in meinem Leben jemand betrogen, noch weniger werde ich die Nachwelt betrügen.
Ich habe nur einen großen Vorrat von gutem Willen und unverletzliche Hingebung an den Staat, das sind meine einzigen Waffen.
Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen.
Ich kann mich einer Sache nicht halb ergeben. Ich muß immer kopfüber hinein.
Ich liebe die Philosophie, weil sie meine Leidenschaften mäßigt und mir Gleichgültigkeit gegen meine Auflösung und gegen die Vernichtung meines Geistes gibt.
Ich sage mir, daß so wenig alles Schlimme, was man befürchtet, wie alles Gute, was man erhofft, buchstäblich eintrifft; man muß von beidem viel abziehen.
Ich studiere aus allen Kräften, um mich würdig aller Dinge zu entledigen, welche meines Amtes werden können; kurz, ich arbeite, um mich besser zu machen.
Ich weiß, daß ich ein Mensch, das heißt: daß ich dem Leiden geweiht bin.
Ich will der erste Diener meines Staates sein.
Ich will’s den Teufel thun; ich wünschte, dass das giftig garstige Zeug gar nicht da wäre und getrunken würde.
Ihr Hunde, wollt ihr ewig leben?
In dem Maße wie die Völker zivilisierter werden, muß man auch ihre Gesetze mildern.
In den Gerichtshöfen sollen die Gesetze sprechen und der Herrscher schweigen.
In der Philosophie macht man gleiche Fortschritte, wenn man sich entweder von Vorurteilen befreit, oder neue Erkenntnis erwirbt.
In der Politik darf man keine Vorliebe für ein Volk und keine Abneigung gegen ein anderes haben.
In der Trübsal bewährt sich die Treue, und die Treue ist das Mark der Ehre.
In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.
In Staatsgeschäften darf man weder Vorurteil noch Leidenschaft haben; die einzige, die erlaubt ist, ist die für das allgemeine Wohl.
Je mehr ein Mensch gedacht, je mehr schöne und nützliche Taten er verrichtet, je länger hat er gelebt.
Je mehr ich von den Menschen sehe, um so lieber habe ich meinen Hund.
Je mehr man altert, desto mehr überzeugt man sich, daß seine heilige Majestät der Zufall gut Dreiviertel der Geschäfte dieses miserablen Universums besorgt.
Jeder Mensch muß seine Schicksalsschläge haben.
Jeder soll nach seiner Façon selig werden.
Kein Mensch taugt ohne Freude.
Keine Rücksicht kann mächtig genug sein, einen ehrlichen Mann zu veranlassen, sich von seiner Pflicht zu entfernen.
Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
Klägliche Narren, die wir sind! Nur einen Augenblick haben wir zu leben und den machen wir uns so schwer wie wir nur können!
Künste und Wissenschaften gehen Hand in Hand; wir verdanken ihnen alles; sie sind die Wohltäter des Menschengeschlechts.
Laßt uns weislich die kleinen Vorteile genießen, die uns zugefallen sind und uns erinnern, daß erkennen lernen oft zweifeln lernen ist.
Lernen sie zuviel, so laufen sie in die Städte und wollen Sekretäre und so’n Zeug werden. Der Sohn eines Spritzenmeisters soll nicht studieren, sondern spritzen.
Luxus treibt den Menschen zu keiner Tugend an – er erstickt meist alle besseren Gefühle in ihm.
Man braucht weder Luther noch Calvin, um Gott zu lieben.
Man erkennt seine eigenen Talente erst, nachdem man den Versuch damit gemacht hat.
Man kann sehr beschäftigt sein, ohne das geringste zu tun.
Man muß die Menschen ermutigen, anstatt sie abzuschrecken.
Man muß die Unglücklichen achten; nur verderbte Seelen können sie niederdrücken.
Man muß erst Kenntnisse sammeln, um urteilen zu können.
Man muß für sein Vaterland kämpfen und fallen, wenn man es retten kann, und wenn nicht, ist’s Schimpf, es zu überleben.
Man muß seinen Neigungen und seinen Leidenschaften Grenzen zu setzen wissen.
Man müßte es dahin bringen, daß sich alle Menschen des Fanatismus und der Intoleranz schämen.
‚Man sagt‘ ist die Zeitung der Toren.
Man soll arbeiten, man soll sich nützlich machen, man ist über seine Talente Rechenschaft schuldig…
Man soll die menschlichen Pläne und Unternehmungen nie nach ihrem Ausgang beurteilen.
Man soll nie zu früh verzweifeln.
Man soll nur das lehren, was zu wissen notwendig ist; man soll das andere beiseite lassen.
Menschenverstand ist viel seltener, als man denkt.
Mich zu verhätscheln habe ich keine Zeit.
Mir scheint, daß Menschlichkeit die erste Eigenschaft eines vernünftigen Wesens sein muß.
Mir scheint, daß, wenn es sich um die Geschichte des menschlichen Geistes handelt, der Unterschied von Rang und Stand verschwinde.
Nichts ist so trügerisch, als die Menschen nach ihrem Ruf zu beurtheilen. Man kann in dem Urtheil über große Männer nicht vorsichtig genug sein.
Nichts versüßt unser Dasein mehr, als eine gewisse Seelenruhe, welche die Sorgen und trüben Vorstellungen, die den Geist beunruhigen, verscheucht.
Nichtstun ist halber Tod. Das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit.
Nur der kennt und verabscheut die Unterdrückung, der selber schon darunter gelitten hat.
Nur deren Leben gehört in die Gesellschaft der Humanisten, die zum Besten der Menschen wirklich beigetragen haben.
Ob mit dem Lorbeer oder dem Diadem geschmückt, immer werde ich meine Ruhe nur in meinem eigenen Herzen suchen.
Politik besteht eher darin, aus günstigen Konstellationen zu profitieren, als sie zu schaffen.
Pursche, wollt ihr denn ewig leben?
Rechtlichkeit und Dankbarkeit sind unentbehrliche Tugenden, ohne welche die Menschen schlimmer als reißende Tiere sein würden.
Ruhe der Seele ist das einzige Glück, das wir während unserer Pilgerschaft genießen können, an welches kein Ruhm heranreicht.
Schlaf und Hoffnung sind die beiden Beruhigungsmittel, welche die Natur der Menschheit gab, um ihr die Mühseligkeiten, welche sie erfährt, erträglich zu machen.
Seine Pflicht erkennen und tun, das ist die Hauptsache.
Sind wir nicht jenen, die uns Mittel zu unserer Belehrung verschaffen, eine gleiche Dankbarkeit schuldig, wie denen, die uns das Leben gegeben haben?
So denke ich – so werde ich handeln.
Sokrates wählte lieber den Giftbecher, als daß er seine Zunge bezähmte; aber ich weiß nicht, ob es eine Freude ist, für den Irrtum anderer zu leiden.
Sollten Sie dabei sein, wenn ich sterbe, so werden Sie sehen, daß ich ruhig dahinscheide; denn ich glaube, daß nach dem Tode alles zu Ende ist.
Tue den Menschen Gutes, und man wird dich segnen: das ist der wahre Ruhm.
Übrigens stellen die Priester uns nur darum als Stellvertreter Gottes hin, um sich selbst als Werkzeuge und Dolmetscher der Gottheit auszugeben.
Um die Irrtümer auszurotten, müßte man das ganze Menschengeschlecht vertilgen.
Um einen Mann richtig zu beurteilen, muß man sich völlig in die Lage, in der er ist, versetzen.
Und wie das Wachs den Eindruck des Siegelrings annimmt, so wird das Leben der Sterblichen durch Beispiele gebildet.
Unser Leben ist so kurz, und wir haben meistenteils ein so kurzes Gedächtnis, daß wir uns nur über das Auserlesenste unterrichten sollten.
Unsern Dünkel müssen wir verlieren; wir sollen handeln, nicht philosophieren.
Unwissenheit läßt sich nur durch Bescheidenheit und Gelehrigkeit einigermaßen entschuldigen.
Verschieden sind der Menschheit Stände, doch der Menschheit Pflichten gleich.
Virgil, dieser König der lateinischen Poesie, verbesserte noch seine Aeneide, als ihn der Tod überraschte.
Von allen Vergnügungen ist die Jagd dasjenige, was den Fürsten am wenigsten zukommt.
Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein.
Was gefällt, bleibt im Gedächtnis.
Was ist schöner als Vergnügungen des Geistes?
Was weder nützlich, noch angenehm ist, taugt nichts.
Weise ist derjenige, der, wenn geschlagen, die Ursachen davon einsehen lernt und sie ändert.
Wenige Menschen denken, aber jeder Mensch kann von der einfachen Erzählung einer Begebenheit gerührt werden.
Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden.
Wenn das Leben nur noch eine Kette von Mühsalen ist, dann ist jeder Herr darüber, es in dem Augenblick, den er für richtig hält, zu beenden.
Wenn ich ein großes Problem habe, stelle ich mir die Erde von einem fernen Punkt im Weltall aus betrachtet vor: Wie klein ist sie doch, und wie klein ist mein Problem!
Wenn ich in meiner Jugend ermutigt statt gedemütigt worden wäre, so taugte ich mehr als jetzt.
Wenn man die Tugenden als ein Gut beachtet, das man uns nicht rauben kann, so verachtet man die nichtigen Pläne der Neider und die Verleumdungen.
Wenn man genau prüft, was das Leben ist, so ist es nichts anderes, als das man seine Mitbürger zur Welt kommen und sterben sieht.
Wenn man vor die Wahl gestellt wird, ist es besser, zu empfindsam als zu hart zu sein.
Wenn meine Soldaten anfingen zu denken, bliebe nicht einer in den Reihen.
Wer bewirkt, daß dort, wo bisher ein Halm wuchs, nunmehr zwei Halme wachsen, der hat mehr für ein Volk geleistet als ein Feldherr, der eine Schlacht gewann.
Wer das Vorhandensein eines höheren Wesens nicht zugibt, das dieses Weltall erhält, muß seinen gesunden Menschenverstand verloren haben.
Wer in hundert Jahren von unseren Zeitgenossen wieder auferstehen könnte, der würde unseren Erdboden nicht wiedererkennen.
Wer ist so vermessen unter uns, zu behaupten, sein Weg sei allein der richtige?
Wer mit Affen spielt, wird gelegentlich gebissen.
Wer sähe nicht, wenn er die Geschichte der Kirche durchläuft, daß sie Menschenwerk ist! Welch eine erbärmliche Rolle läßt man Gott darin spielen!
Wer sich am meisten verweichlicht, leidet am meisten.
Wer sich an die Phantasie der Menschen wendet, wird immer den besiegen, der auf ihren Verstand einwirken will.
Wer sich gegen Angriffe rechtfertigt, welche die Verleumdung auf seine Ehre macht, der befindet sich in der traurigen Notwendigkeit, sein eigener Lobredner zu sein.
Wer verblendet und grausam ist, kann noch verfolgen; wer aufgeklärt und menschlich ist, muß tolerant sein.
Wie kommen wir Menschen dazu, große Pläne auszubrüten, die so viel Blut kosten? Wir wollen leben und leben lassen!
Wie schwer ist es, gegen sich selbst gerecht zu sein, und wie sehr muß man sich vor der Eitelkeit hüten, zu der wir einen so natürlichen Hang haben.
Wie wir ohne Ketten geboren sind, so wünschen wir ohne Zwang zu leben.
Wir bemühen uns umsonst, Dinge zu erforschen, die unsere Fassungskraft übersteigen; in dieser unkundigen Welt gilt die wahrscheinliche Vermutung für das beste System.
Wir leben nur so kurze Zeit und unser Gedächtnis ist so schwindend, daß nur das Ausgesuchteste uns unterrichten sollte.
Wir sind nicht die Gebieter unseres Schicksals. Der Wirbelwind der Ereignisse reißt uns fort, und man ist ohnmächtig dagegen.
Wo ich sitze, ist immer oben.
Zuerst sollte man bedacht sein, den Kindern gute Sitten beizubringen; dann bilde man ihren Geist.
Zum Handeln ist der Mensch geboren, und nicht um Betrachtungen anzustellen.