Zitate von Franziska zu Reventlow

Ach, diese dumme Gefälligkeit, sobald jemand was will, sagt man ja.
Auf einmal in einem ganzen Wirbel drin von Aventüren. Ach, wie ist es gut, wenn einem der moralische Halt so gänzlich fehlt.
Die Bejahung des Lebens ist immer ein Siegesgefühl.
Die beste Vorsorge für das Alter ist, daß man sich nichts entgehen läßt, was Freude macht. Dann wird man später die nötige Müdigkeit haben und kein Bedauern, daß die Zeit um ist.
Durch dieses Fenster hineinschauen, wo mein Kind im Bett liegt und auf mich wartet, das ist mein Kaiserreich!
Eigentlich ist jeder Tag wie eine große Schlacht mit einigen kleinen Lichtblicken.
Erst dann hört man auf jung zu sein, wenn ein Verlangen nach dem anderen Abschied nimmt oder totgemacht wird.
Es gibt immer Erlebnisse, von denen man nie und nimmer reden kann, und doch jemand wünschte, der es schweigend verstünde, ohne daran zu rühren.
Es hat noch niemand in meiner Haut gesteckt.
Es ist doch eigentlich der Hauptinhalt im Leben: Sehnsucht und wieder Sehnsucht.
Es ist doch unter aller Menschenwürde, krank und abhängig zu sein.
Hier und da ist es wirklich ein großes Vergnügen, nur langweilig und korrekt zu sein.
Ich bin so reich nach allen Seiten, und mir fehlt so viel.
Ich darf nur lieben, aber niemals jemandem gehören.
Ich weiß, daß das Leben immer wieder von vorn anfängt, immer wieder neu, immer, und man ist wieder jung.
Im allgemeinen hat die Frau von heutzutage es aufgegeben, ›Gretchen‹ zu mimen. Es liegt ihr nicht mehr, und man verlangt auch nicht mehr danach.
Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne.
Man ergebe sich in sein Schicksal, wenn man kein anderes hat.
Manchmal wollt ich, ich wäre alt, und alles schwiege schon in mir.
Menschen im allgemeinen werden mir immer unerträglicher.
Mich hat der liebe Gott aus allen Widersprüchen geschaffen, die er hatte.
Mich reuen die Sünden, die ich nicht beging.
Nichts ist edler als Übeltaten zu verzeihen, die uns nicht betreffen.
Nur nicht denken, nicht immerfort dran denken. Nicht an Tod und Sterben denken.
Ob man einmal aus andern Menschen klug werden kann? Mir kommt’s immer vor, als ob sie alle im Zickzack empfänden und dächten.
So ganz einsame Tage sind doch etwas Herrliches.
Warum kann man mit fünfunddreißig Jahren nicht so gut anfangen wie mit zehn?
Warum zanken wir dummen Menschen uns, warum sich von dem kurzen Leben auch nur eine Minute verderben?
Welcher Mann würde nicht durchbrennen, wenn „sie“ es nicht wollte?
Wenn man sich zum Mut zwingt, kommt er schließlich doch von selbst wieder.
Zu tausend Dingen bin ich ja nicht gekommen bei meinem sonderbaren Leben; und hätte doch zu tausend Dingen Talent gehabt.