Zitate von Franz Grillparzer

… was dies Leben, Karg und hart, dir nicht gegeben, Gebe freundlich dir der Tod!
….im Haufen steht die Tierwelt gar zu nah.
Ach, die Gewohnheit ist ein lästiges Ding, selbst an Verhaßtes fesselt sie!
Ach, ich fühl es wohl, wir scheiden kaum so schwer von wahren Freuden als von einem schönen Traum.
Allen Sündern wird vergeben, nur dem Vatermörder nicht.
Allzuviel geht gleich mit allzuwenig.
Am lautesten singen immer die, die falsch singen.
An Fräulein Betty Bury – Es tut wohl, von denen geachtet zu sein, die man selber hochachtet.
Armut ist kein Fehler, aber es erzeugt gern welche.
Auf die Masse soll und muß jeder Dichter wirken, mit der Masse nie.
Belle, belle nur zu, doch wie du, Köter, auch bellest, kriegst du den Mond nicht herab, kommst du zu ihm nicht hinauf.
Beschriebene Musik ist halt wie ein erzähltes Mittagessen.
Besiegter Fehl ist all des Menschen Tugend, Und wo kein Kampf, da ist auch keine Macht.
Bewegliche Konsequenz ist das Erste und Letzte aller Genies.
Bin ich auch nichts geworden, Ich blieb doch, der ich war.
Das edle Weib ist halb ein Mann, ja ganz, Erst ihre Fehler machen sie zu Weibern.
Das Gefühl der Gerechtigkeit ist mit eine Voraussetzung des echten Mitleids, aber nicht seine Folge.
Das Heidentum hielt den am höchsten, der die meisten Vorzüge, das Christentum den, der die wenigsten Fehler hat.
Das ist das Unglück der Deutschen als Schriftsteller, daß keiner sich mit seiner eigenen Natur hervorwagt. Jeder glaubt, er müsse mehr sein, als er selbst.
Das ist der inneren Zusammenhang des Dramas, daß jede Szene ein Bedürfnis erregen und jede eins befriedigen muß.
Das ist der Lohn der Schlauheit, daß sie fein den Faden spinnt, bis er, am feinsten, bricht.
Das Recht auf Antwort nur gibt Recht zur Frage.
Das Schlimmste steht dem Besten oft am nächsten.
Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.
Das Wesen der Anschauung besteht nur in der unmittelbaren Klarheit der Vorstellung.
Den Himmel hätte das Talent hienieden schon auf Erden, Könnt zehen Jahr nach seinem Tod es erst geboren werden.
Den Menschen Liebe und den Göttern Ehrfurcht.
Denn wie der Jüngling in der Zukunft lebt, so lebt der Mann in der Vergangenheit; die Gegenwart weiß keiner recht zu leben.
Der Augenblick, wenn er die Wiege der Zukunft ist, Warum nicht auch das Grab einer Vergangenheit?
Der Deutsche hat vor nichts Respekt als was er nicht versteht.
Der erste Beweis, daß ein junger Mensch klüger geworden, ist, wenn er anfängt Dinge, die ihm immer ganz begreiflich und natürlich vorkamen, nicht zu verstehen.
Der erste Zorn spricht manches sprudelnd aus, was reifer überdacht, er nimmer übt.
Der Geist der Poesie ist zusammengesetzt aus dem Tiefsinn des Philosophen und der Freude des Kindes an bunten Bildern.
Der Mann mag das Geliebte laut begrüßen, Geschäftig für sein Wohl lebt still das Weib.
Der Mensch ist gut, er hat nur viel zu schaffen, und wie er einzeln dies und das besorgt, entgeht ihm der Zusammenhang des Ganzen.
Der Mensch ist gut, ich weiß es; denn sie lebet. Ihr Herz ist Bürge mir für eine Welt!
Der Mensch ist immer von Gott, aber die Zeit ist des Teufels.
Der Mensch versteht alles, nur das völlig Einfache nicht.
Der Mensch will alles wissen; er soll über alles denken.
Der Staat ist eine Anstalt zum Schutz, nicht zur Versorgung. Helfen sollen die einzelnen. Was der Staat den Verhungernden gibt, muß er den Hungernden nehmen
Der Traum wußte, was mir selbst unbekannt war.
Der Tücht’ge sieht in jedem Soll ein Muß, Und Zwang, als erste Pflicht, ist ihm die Wahrheit.
Der Ungläubige macht mehr, als er meint, Der Gläubige weniger, als ihm scheint.
Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.
Der Zauber der Liebe veredelt das, was durch sie berührt wird.
Der Zufall that’s, des höchsten Gottes Bote.
Der Zweifel, zeugt den Zweifel an sich.
Des Menschen Recht heißt hungern, Freund, und leiden.
Die Derbheit ist nicht immer Redlichkeit.
Die Deutschen wollen die Österreicher verstehen, können es aber nicht. Die Österreicher könnten die Deutschen verstehen, wollen aber nicht.
Die Ehrfurcht vor fremdem Leid verlangt von uns, auf alles zu verzichten, was uns selbst Fülle und Behaglichkeit brächte.
Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Die Empfindungen sind die Vokale, die Gedanken die Konsonanten der Sprache des Innern.
Die falschen Theorien verderben eigentlich die Kunst nicht, sie kommen erst, wenn sie bereits verdorben ist.
Die Gegenwart ist nie poetisch, weil sie dem Bedürfnis dient, das Bedürfnis aber ist die Prosa.
Die Größe ist des Großen Schmuck. Nur Kleines putzt sich gern.
Die großen Dichter sind aber nur darum groß, weil sie auch die Inkongruenzen der Natur zur Geltung zu bringen imstande sind.
Die Großen hindre nicht, weis ab die Kleinen, sei derb, wenn einer höflich zu dir spricht, und höflich, wenn er derb! Das ist im kurzen die Weisheit jedes Amts.
Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die Religiösen sind’s weniger, als sie meinen.
Die Klugheit gibt nur Rat, die Tat entscheidet.
Die Kunst verhält sich zur Natur, wie der Wein zur Traube.
Die moralische Kraft ist mir verdächtig, die den Weg der Stärke wählt, wenn er zugleich der des eigenen Vorteils ist.
Die Oper soll vom Gesichtspunkt der Musik betrachtet werden: Als ein musikalisches Bild mit darunter geschriebenem, erklärendem Text.
Die Poesie ist die Aufhebung der Beschränkungen des Lebens.
Die Poesie will den Geist verkörpern, die Musik das Sinnliche vergeistlichen.
Die Regierung soll durch die Presse ebensogut belehrt werden, als die Privaten, also kann die Regierung auf die Presse keinen Einfluß ausüben.
Die Schurken sind immer praktischer, tüchtiger als die ehrlichen Leute, weil ihnen die Mittel gleichgültig sind.
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.
Die Tränen sind des Schmerzes heilig Recht.
Die Uhr, sie zeigt die Stunde, die Sonne teilt den Tag; doch was kein Aug‘ erschaute, mißt unsres Herzens Schlag.
Die Vernunft ist nur der durch die Phantasie erweiterte Verstand.
Die Weltgeschichte, die sich dünkt was Rechtes, ist die Zoologie des Menschengeschlechtes.
Die Wirklichkeit drückt sich mit Recht gemäßigt aus, denn sie hat die Unbestreitbarkeit ihres Wesens für sich.
Doch vergiß es nicht: die Träume, sie erschaffen nicht die Wünsche, die vorhandenen wecken sie.
Doppelt gewinnt, wer vergißt, was verloren.
Du sprichst von Dingen, die vergangen sind.
Ein Dichter läßt sich nicht übersetzen.
Ein Einziges ist, was Meinungen verbindet: Die Ehrfurcht die nicht auf Erweis sich gründet.
Ein Held ist, wer das Leben Großem opfert. Wer’s für ein Nichts vergeudet ist ein Tor.
Ein Menschenschicksal, ach! es ist so wenig! Ein Menschenschicksal, ach! es ist so viel!
Ein rechter Mann ehrt sich im andern auch.
Ein schlechtes Lied verdirbt die reinste Kehle.
Ein Weiser mag und soll höher stehen als seine Zeit; der Dichter als solcher nicht, aber ihr Gipfel soll er sein.
Eine Dichtung miterleben heißt aber sie verstehen.
Eine frohe Hoffnung ist mehr wert als zehn trockene Wirklichkeiten.
Eine verlorene Schlacht läßt sich durch eine gewonnene wieder ersetzen. Eines läßt sich nicht mehr herstellen, wenn es einmal abgewiesen worden ist: die Autorität.
Er war zu groß, weil seine Zeit zu klein!
Erträglich ist der Mensch als einzelner,
Erzwungen ist zuletzt ein jeder Frieden: Der Schwächere gibt nach.
Es binden Sklavenfesseln nur die Hände, der Sinn, er macht den Freien und den Knecht.
Es bindet gleicher Schmerz wie gleiches Blut, Und Trauernde sind überall sich verwandt.
Es gibt eine Hilfe noch für jede Schuld, das ist Anerkennung derselben.
Es gibt Zeiten, wo die Poesie den Männern nur noch eine leuchtende Flamme ist, den Frauen war und bleibt sie wärmende Glut.
Es hat noch niemand acht gegeben auf die Verwandtschaft der Rachsucht mit der Gerechtigkeitsliebe.
Es ist des Menschen höchstes Unglück dies, daß er bei allem, was ihn trifft im Leben, sich still und ruhig hält, bis es geschehen, und wenn’s geschehen, nicht.
Es ist des Unglücks eigentlichstes Unglück, Daß selten d’rin der Mensch sich rein bewahrt.
Es ist so schön, für andere zu leben.
Es lügt der Mensch mit Worten nicht allein, auch mit der Tat.
Es zählt der Herr das Haar auf unserem Haupte; doch zählt Er nicht nur, Er bewacht.
Fahret wohl, ihr feigen Lügen! Ihr wart niemals meine Wahl.
Frei in unendlicher Kraft umfasse der Wille das Höchste, aber zum nächsten zunächst reise bedächtig die Tat.
Fühlen und Denken, wenn man’s erwägt, Sind der Blinde, der den Lahmen trägt.
Für das Geliebte leiden ist so süß.
Für den Wert des Menschen ist die Güte des Charakters das Höchste, aber für das Zusammenleben ist Humor und Temperament noch wichtiger.
Für Menschen nur durch Menschen wird der Mensch.
Fürstliche Kinder – Was frag ich viel, wie alt sie etwa sind, Das Alter nicht, das Spielen macht das Kind.
Gar ängstlich steht sich’s auf der Menschheit Höh’n.
Gebeugt erst zeigt der Bogen seine Kraft!
Geh einfach stets, denn viele Hüllen deuten auf Verhülltes.
Geistreich gelangweilt ist auch unterhalten.
Gescheit gedacht und dumm gehandelt, so bin ich mein’ Tage durchs Leben gewandelt.
Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst.
Glücklich der Mensch, der fremde Größe fühlt und sie durch Liebe macht zu seiner eigenen.
Gold schenkt die Eitelkeit, der rauhe Stolz; die Freundschaft und die Liebe schenken Blumen.
Gott nimmt nicht die Lasten, sondern stärkt die Schultern.
Hast du vom Kahlenberg das Land dir rings besehn, So wirst du, was ich schrieb und was ich bin, verstehn.
Hat denn die Liebe je verwehrt, Was die Liebe heiß begehrt?
Hoffnung und Erinnerung sind Rosen, von einem Stamme mit der Wirklichkeit, nur ohne Dornen.
Ich bin nur ein Mensch wenn ich allein bin, und dann nicht immer! Die Gesellschaft findet an mir nur häufig einen Klotz.
Ich halte es mit der Gelehrsamkeit, wie die Fürsten mit der Verräterei. Ich ehre die Gelehrsamkeit und verachte die Gelehrten, die eben nichts als Gelehrte sind.
Ich kann nicht finden, daß Gesellschaft fördert: Was einem obliegt, muß man selber thun.
Ich suchte Dich und habe mich gefunden.
Ich will heut für heute sorgen, Morgen ist für morgen Zeit.
Im Innern lebt mir ein Zensor, der strenger als andere spricht.
In dem Abschied, vom Besitz genommen, erhältst du dir das einzig Deine: dich.
Ist der Pfeil auch weggenommen, Ist es doch die Wunde nicht.
Ist doch der Glaube nur das Gefühl der Eintracht mit dir selbst.
Ist es denn nicht entsetzlich, daß kalte Füße die Phantasie kalt machen können und ein paar wollene Fußsocken mir gute Gedanken zubringen.
Ja, der Wille ist der meine, Doch die Tat ist dem Geschick.
Je härt’rer Kampf, so rühmlicher der Sieg.
Jedem Sprecher fehlt die Sprache, fehlt dem Hörenden das Ohr.
Jeder Mensch kann glücklich sein, wenn er nur will!
Kannst du Glück nicht fassen und erringen, so lern‘ entbehren es.
Kein Mensch, kein Gott löset die Bande, Mit denen die Untat sich selber umstrickt.
Klar ist’s, daß im Tun und Handeln, nicht im Grübeln, ’s Leben liegt
Krankheit, du bist Gottes Gabe, er soll drum gepriesen sein.
Laßt uns die Götter bitten um ein einfach Herz, gar leicht erträgt sich dann ein einfach Los!
Leben ist doch des Lebens höchstes Ziel.
Leben und Streben verbündet.
Lernt einsehen, daß man bei Entschlüssen mit der Tat anfangen muß.
Man kann den Charakter eines Menschen nie besser kennen lernen, als an seinem Krankenbette, sowie die Gesinnungen während seines Rausches.
Man kann die Berühmten nicht verstehen, wenn man die Obskuren nicht durchgefühlt hat.
Man kann weder fliegen noch singen, wenn der Raum nicht rein und weit.
Man steigt nicht ungestraft vom Göttersessel herunter in den Kreis der Sterblichen.
Man tadelt einen Kritiker, wenn er beißend wird. Wie ungerecht! Wenn die Fackel der Kritik leuchtet, soll sie nicht auch brennen!
Man weiß wohl: Flügel hat die Zeit, Die Zeiten aber nicht.
Mein Bruder ist katholischer als ich. Er ist’s aus Furcht, indes ich’s nur aus Ehrfurcht.
Monde und Jahre vergehen und sind immer vergangen, aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch.
Moral, ein Maulkorb für den Willen; Logik, ein Steigriemen für den Geist.
Nach Frauenglut mißt Männerliebe nicht, wer Liebe kennt und Leben, Mann und Frau.
Nachahmen oder anfeinden ist der Charakter der Menge.
Nicht der Gedanke wird bestraft, die Tat.
Nicht, wer stärker, wer im Recht, Zeige Einsicht, statt Gefecht!
Nichts ist gefährlicher wie Zerstreuung.
Nichts ist so köstlich auf der Welt, als wenn eins das andere hält.
Niemand ist so sehr in Gefahr, stumpf zu werden, wie der höchst Reizbare.
Nur die Gefahr kann einen Freund bewähren, Die Außenseite trügt.
Nur die Künstler verderben die Kunst.
Nur dienend ehrt der Diener seinen Herrn.
Nur eine Schmach weiß ich auf diese Erde, und die die heißt: Unrecht tun.
Nur Knaben steht es an, ihre Helden in eitel Licht sehen zu wollen.
O es läßt der Binse wohl Der gebrochnen Eiche spotten!
O schilt das goldne Jugendalter nicht! Der Kopf ist rasch, allein das Herz ist gut!
Pöbelliteratur – Glaubt ihr, man könne kosten vom Gemeinen? Man muß es hassen oder ihm sich einen.
Religion ist die Poesie der unpoetischen Menschen.
Rosen willst Du brechen und drückst dafür die Dornen in die Brust!
Sammlung, jene Götterbraut, Mutter alles Großen.
Schiller geht nach oben, Goethe kommt von oben.
Schön ist, was durch Vollkommenheit in seiner Art die Idee der Vollkommenheit im allgemeinen erweckt.
Schönheit ist die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen.
Sei immer du und sei es ganz! Früh stirbt die Blume, nie der Kranz.
Seit man nicht mehr in die Kirche geht, ist das Theater der einzige öffentliche Gottesdienst, sowie die Literatur die Privat-Andacht.
Sieh, was das Leben dir entzog, Ob dir’s ersetzen kann die Kunst.
So lohnt die Welt für unsre Sorge: Sie saugt uns aus und findet uns dann welk, indes sie prangt mit unsern besten Kräften.
So woll‘ auch keiner scheinen, was keiner Kraft und Willen hat zu sein.
Solang ich nüchtern, bin ich träg und dumm, Doch nach dem Frühstück schon kommt Witz und Klugheit.
Soviel ist gewiß. Ist einmal der Dichter über Bord, send ich ihm den Menschen auch nach.
Trotz allem Bemühen eurer Bühnenberater fehlen noch drei Dinge zum deutschen Theater, danach seht euch zum Schluß noch um.
Tu nichts Böses, so widerfährt dir nicht Böses.
Und die Größe ist gefährlich und der Ruhm ein leeres Spiel.
Undank gräbt tiefer als des Totengräbers Spaten.
Unsre Taten sind nur Würfe in des Zufalls blinde Nacht.
Viel Übles hab‘ an Menschen ich bemerkt. Das schlimmste ist ein unversöhnlich Herz.
Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist die Gerechtigkeit. Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten.
Warum das Vergangene uns so lieblich dünkt? Aus demselben Grunde, warum eine Graswiese mit Blumen aus der Entfernung ein Blumenbeet scheint.
Was dir Höchstes gilt: die Überzeugung, acht‘ sie in andern auch, sie ist von Gott, und er wird selbst die Irrenden belehren.
Was ich gefühlt, gesagt, getan, gelitten, es sei nicht, selbst in der Erinnerung nicht!
Was lange dauern soll, sei lang‘ erwogen.
Was Logik ist, liegt in der Betrachtung desjenigen, der sie vertritt.
Was man an Nebensachen verschwendet, wird immer der Hauptsache entzogen.
Was mir an deinem System am besten gefällt? Es ist so unverständlich wie die Welt.
Weh dem, der lügt.
Weh! Besitzen und verlieren! Besitzen und verlieren!
Wen das Auge nicht überzeugen kann, überredet auch der Mund nicht.
Wenn das Unglück dem Verbrechen folgt, folgt öfter das Verbrechen noch dem Unglück.
Wenn der Magen voll ist, singen die Vögel, und die Menschen lachen.
Wenn es absurd ist, vom Geist der Zeit keine Notiz zu nehmen, so ist es noch verwerflicher, den Geist einer absurden Zeit zu billigen.
Wenn jemand meinte, die Bäume seien da, um den Himmel zu stützen, so müßten sie ihm alle zu kurz vorkommen.
Wenn man der Tugend die Tür öffnet, drängt sich das Laster mit ein.
Wer in der Zeit immer nur das Alte sieht, ist ein Pedant. Wer in ihr nur neues erblickt, ist ein Dummkopf.
Wer klar das Heute erfaßt, erkennt die Gestern alle und die Morgen.
Wer mich ein Genie nennt, den schlag ich hinter die Ohren!« sagt Lessing und ich sag es auch; Genialität ohne Talent ist der Teufel der neueren Kunst.
Wer nicht wie Menschen sein will, schwach und klein, der halte sich von Menschennähe fern.
Wer nur den Köder mal verschlingt, Der hat die Angel mit verschlungen!
Wer seine Schranken kennt, der ist der Freie; wer sich frei wähnt, ist seines Wahnes Knecht.
Wer sich ganz dem Dank entzieht, der erniedrigt den beschenkten Freund, indem er sich erhebt.
Wie besitzen nur geliehen Ist verloren nur geborgt.
Wie groß sind die Fortschritte der Menschheit, wenn wir auf den Punkt sehen von dem sie ausging, und wie klein, betrachten wir den Punkt, wo sie hin will.
Wie könnt ich an deiner Liebe zweifeln, da ich der meinigen mir so innig bewußt bin!
Willst die Bescheidenheit du des Bescheidenen prüfen, so forsche, nicht ob er Beifall verschmäht, sondern ob er Tadel erträgt.
Wir aber mindern Pfundes Verwalter Was wir jung hatten, wünschen wir im Alter.
Wir sind gegen keine Fehler an anderen intoleranter, als welche die Karikatur unserer eigenen sind.
Wo du herrschest, bist du auch der Knecht.
Wo kein Maß ist, ist keine Vergeltung.
Wollt ihr Dinge vor Brand bewahren, die glimmend sind, so bitt ich euch vor allem: macht keinen Wind.