Zitate von Francis Bacon

Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
Das Benehmen eines Menschen sollte wie seine Kleidung sein, nicht steif und peinlich akkurat, sondern frei genug, um sich zu bewegen und sich zu bestätigen.
Der Duft der Blumen ist weit süßer in der Luft als in der Hand.
Nur die Gewohnheit allein ist es, wodurch die Natur völlig umgeändert und unterjocht werden kann.
Wissen ist Macht – Macht ist Wissen.
Der Lehrer muß die Individualität des jungen Menschen genau kennen lernen und die künftige Erziehungsweise danach bestimmen.
Der Mensch tut gut daran, einen Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben.
Klug fragen können, ist die halbe Weisheit.
Um der Natur befehlen zu können, muß man ihr gehorchen.
Wer nach Rache strebt, hält seine eigenen Wunden offen.
Wer Weib und Kinder besitzt, hat dem Schicksal Geiseln gegeben.
Zorn macht langweilige Menschen geistreich, er läßt sie aber arm bleiben.
Wenn ein Mensch gütig und höflich ist, beweist er, daß er ein Weltbürger ist.
Wahres Wissen ist Wissen, das auf die Ursachen zurückgeht.
In der Nächstenliebe gibt es kein Übermaß.
Denn Wissen selbst ist Macht.
Es gibt viele Wege, sich zu bereichern. Einer der besten ist die Sparsamkeit.
In heiklen und unerquicklichen Dingen ist es empfehlenswert, jemand anders, dessen Worte weniger ins Gewicht fallen, den Anfang machen zu lassen.
Eine Ehefrau ist des jungen Mannes Geliebte, seine Kameradin in der Mitte seines Lebens und seine Krankenpflegerin im Alter.
Nichts macht den Menschen argwöhnischer, als wenig zu wissen.
Die Menschen fürchten den Tod, wie Kinder sich fürchten im Dunkeln zu gehen.
Manche Bücher darf man nur kosten, andere muß man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen.
Glücklich ist der, der stirbt, bevor er den Tod gerufen hat.
Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust – es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.
Wer auf Rache sinnt, der reißt seine eigenen Wunden auf. Sie würden heilen, wenn er es nicht täte.
Heuchelei ist nichts weiter als die Lebensweisheit der Kleinmütigen.
Vergeltung ist eine Art wilder Gerechtigkeit.
Lesen bereichert den Menschen, mündlicher Gedankenaustausch macht ihn gewandt. Niederschriften verhelfen zu genauerem Wissen.
Jeder Aufstieg in große Höhen geschieht auf einer Wendeltreppe.
Zusammenfassung des Benehmens: die eigene Würde zu bewahren, ohne die Freiheit anderer zu zerstören.
Wissen und Macht fallen zusammen.
Wenn der Richter vom Buchstaben des Gesetzes abweicht, wird er Gesetzgeber.
Die Achtung vor deinem eigenen Selbst ist nächst der Religion der stärkste Damm gegen alle Laster.
Die Beweise sind das Gegengift gegen das Gift der Zeugenaussagen.
Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen.
Tugend ist wie ein kostbarer Stein – am besten in einfacher Fassung.
Als Jesus in diese Welt kam, wurde der Friede verkündigt. Als er diese Welt verließ, hat er uns den Frieden hinterlassen.
Echtes Wissen ist die Ursachen kennen.
Aufstand: Das Heilmittel ist schlimmer als die Krankheit.
Als erstes hat Gott der Allmächtige einen Garten angelegt.
Die langen Leute haben bisweilen viel Ähnliches mit den vier bis fünf Stockwerk hohen Häusern, da ist die Oberstube gewöhnlich am schlechtesten möbliert.
Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein.
Gedanken sind Träume nur, bis ihr Erfolg erprobt ist.
Neid löst ebenso viele Zungen, wie die Bewunderung erstarren läßt.
Die Philosophie pflegt aufzublühen, wenn die Tatkraft erlischt.
Ein oberflächliches Studium der Natur mag leicht vom Glauben an Gott ablenken, ein tieferes Eindringen in dieselbe führt jedoch sicher zu ihm zurück.
Stürme wüten in den Staaten gewöhnlich dann am heftigsten, wenn alles zur Gleichheit hinstrebt.
Gefahr erfindet List.
Ein Mann, der jung an Jahren ist, mag alt an Stunden sein, wenn er keine Zeit verloren hat.
Eine Menge ist noch keine Gesellschaft.
Ein gesunder Körper ist ein Gästezimmer für die Seele; ein kranker ein Gefängnis.
Wohlstand ist nicht frei von vielen Ängsten und Unannehmlichkeiten. Mißgeschick nicht ohne viele Tröstungen und Hoffnungen.
Kunst heißt festhalten. Ich halte sie für Berichterstattung.
Man sollte nicht länger „Warum?“ fragen, sondern vor allem „Wie?“
Staunen, das ist der Samen des Wissens.
Wir lesen immer, daß wir unseren Feinden vergeben sollen. Wo steht geschrieben, daß das nicht auch für unsere Freunde gilt?
Der beste Teil der Schönheit ist der, den ein Bild nicht wiedergeben kann.
Eheliche Liebe pflanzt das menschliche Geschlecht fort, freundschaftliche Liebe veredelt, aber wollüstige Liebe vergiftet und erniedrigt es.
Philosophen sind wie Sterne, die wenig Licht abgeben, weil sie zu hoch sind.
Es gibt keine schlimmere Folter als die Folter der Gesetze.
Die beste Einstellung gegenüber dem Bösen ist, es nicht tun wollen.
Übertriebene Eilfertigkeit ist das Gefährlichste, was es für die Erledigung von Geschäften gibt.
Ein schlechter Mensch ist immer schlecht, aber am schlechtesten ist er, wenn er sich als ein Heiliger ausgibt.
Die Liebe hält ihr Fest, wo zwei nur sind.
Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit, nicht der Autorität.
Die Rache ist eine Art von wildwachsender Gerichtsbarkeit, die das Gesetz, je mehr die menschliche Natur dazu hinneigt, um so dringender ausrotten sollte.
Bedenke, daß die Jahre vergehen und achte darauf, nicht immerfort das Gleiche zu tun.
Wer in ein Land reist, bevor er einige Kenntnisse von dessen Sprache hat, der geht in die Schule und nicht etwa auf Reisen.
An sich geringe Geistesgaben werden bedeutend, wenn sie in rechter Weise und Ordnung verwendet werden.
Wenn Zukunft eine Perspektive ist, dann sollte man in der Gegenwart damit beginnen, sie zu gestalten.
Für eines Mannes Handeln ist das eigene Ich ein dürftiger Ausgangspunkt.
Das Glück gleicht dem Markte, wo oft, wenn man warten kann, die Preise fallen.
Denn es macht jedes Menschen Herz dunkel und unergründlich, wenn er eine Fülle von argwöhnischen Vorstellungen hegt.
Ein absurder Mensch ist der, der sich niemals ändert.
Verleumde nur dreist, etwas bleibt immer hängen.
Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
Vier Säulen stützen den Tempel der irdischen Glückseligkeit: Gesundheit, Gemütsruhe, Wohlstand und Freundschaft.
Der menschliche Geist wird mehr aufgeheitert und erfrischt, wenn er in kleinen Dingen Fortschritte macht, als wenn er bei großen zum Stillstand gelangt ist.
Je größer die Achtung vor dem Menschenleben wird, desto geringer wird die Achtung vor dem Tod.
Die geringen Tugenden finden bei der Menge Lob, die mittleren Bewunderung, die höchsten kein Verständnis.
Denn es hat noch nie einen dünkelhaften Menschen gegeben, der eine so lächerlich gute Meinung von sich hatte wie ein Liebender von der geliebten Person.
Zur wahren Erkenntnis führen nur die Beobachtung und die Erkenntnis.
Gewohnheit heißt die große Lenkerin des Lebens; daher sollen wir uns auf alle Weise bestreben, Gute Gewohnheiten einzuimpfen.
Der Ruhm ist wie ein Fluß, der leichte Dinge hochspült und schwere Dinge untergehen läßt.
Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.
Gesänge müssen kräftig und lustig sein, kein Gezwitscher und Geplärre.
Lesen macht vielseitig, verhandeln geistesgegenwärtig, schreiben genau.
Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher.
Was geschehen ist, ist vorbei und unwiederbringlich, und der Weise hat genug zu tun mit gegenwärtigen und zukünftigen Dingen.
Wer neue Heilmittel scheut, muß alte Übel dulden.
Wir können die Natur nur dadurch beherrschen, daß wir uns ihrem Gesetz unterwerfen.
Vorsicht im Reden geht über Beredsamkeit.
Der Rat eines Freundes ist so verschieden von dem Rat, den du dir selbst gibst, wie der Rat eines Freundes von dem eines Schmeichlers.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.
Für junge Männer ist die Frau Geliebte, später Weggefährte, am Ende Krankenschwester.
Der rechte Weg gleicht dem Verfahren der Biene, die ihren Stoff von außen sammelt, aber ihn nachher verarbeitet.
Wenn jemand mit Gewißheiten beginnen will, wird er in Zweifeln enden. Wenn er sich aber bescheidet, mit Zweifeln anzufangen, wird er zu Gewißheiten gelangen.
Listige Menschen verachten die Studien, einfache Menschen bewundern sie und weise Menschen gebrauchen sie.
Die Rache ist eine Art ursprünglicher Rechtlichkeit, welche die menschliche Natur anzieht. Die Pflicht des Gesetzes ist das Bestreben, diese zu entwurzeln.
Es gibt nur einen Erfolg: Wenn du dein Leben so leben kannst, wie du es dir erträumt hattest.
Die mürrische und unglückliche Scheidung zwischen den beobachtenden und denkenden Seelenkräften hat alles in der Wissenschaft gestört.
Diejenigen, die sich nicht auf neue Methoden einlassen, müssen immer wieder mit den alten Unzulänglichkeiten rechnen. Zeit ist nämlich der größte Erneuerer.
Die Menge wird nicht zur Gesellschaft, die Gesichter sind nichts anderes als eine Sammlung von Bildern und die Gespräche ein störender Lärm, da, wo es keine Liebe gibt.
Die Logik der Verliebten ist wie eine Leuchtkugel im Nebel. Sie leuchtet, aber sie löst nicht auf.
Der Pfad ist glatt, der hinführt zur Gefahr.
Die Phantasie wurde dem Menschen gegeben, um ihn für das zu entschädigen, was er nicht ist. Humor wurde ihm gegeben als Entschädigung für das, was er ist.
Wenn wir sicher und erwiesenermaßen wüßten, was der Tod ist, würden wir Verlangen haben, zu leben?
Der Charakter wird oft versteckt, manchmal besiegt, selten gewandelt.
Lobe dich selbst dreist und kühn. Etwas wird immer zurückbleiben.
Es führt zu großer Vollkommenheit, wenn die Übung schwerer als die Anwendung ist.
Glücklich sind diejenigen Menschen, deren Berufe mit ihrem Charakter harmonieren.
Ein Kluger wird sich mehr Gelegenheiten schaffen, als sich ihm bieten.
Geld gleicht dem Dünger, der wertlos ist, wenn man ihn nicht ausbreitet.
Der größte Vertrauensbeweis der Menschen liegt darin, daß sie sich voneinander beraten lassen.
Der Argwohn ist unter den Gedanken, was die Fledermäuse unter den Vögeln sind: sie flattern stets im Dämmerlicht.
Jedenfalls sind Weib und Kinder eine Art Schule der Menschlichkeit.
Wer das Dasein Gottes leugnet, zerstört den Adel der Menschheit.
Das Reisen dient in jüngeren Jahren der Erziehung, in reiferen der Erfahrung.
Nichts gereicht einem Staate mehr zum Schaden, als daß die Schlauen für klug gelten.
Sterben ist ebenso natürlich wie das Geborenwerden, und für einen Säugling ist das eine vielleicht so schmerzhaft wie für uns das andere.
Strenge gebiert Furcht, aber Barschheit gebiert Haß.
Trachte nach dem Wohl anderer, aber lies ihnen auch nicht jeden Wunsch von den Augen ab, denn das nennt man Nachgiebigkeit und Schwäche.
Oberflächliches Philosophieren verführt den menschlichen Geist zur Gottesleugnung; allein tieferes Eindringen lenkt ihn zur Religion zurück.
Die Menschen glauben, dass ihr Geist dem Worte gebiete; aber oft kehren die Worte ihre Kraft gegen den Geist um.
Die Menschen werden erst dann ihre Kräfte kennen lernen, wenn nicht unendlich Viele dasselbe, sondern Jeder etwas Besonderes vornehmen wird.
Der Zufall herrscht sicherlich ebenso in dem Denken des Menschen wie in seinen Werken und Taten.
Aufdringliche und neugierige Menschen sind gewöhnlich auch neidisch.
Die Prahler sind das Gespött der Weisen, die Bewunderung der Toren, der Abgott der Schmarotzer und die Sklaven des eigenen Dünkels.
Der Charakter des Menschen wächst sich entweder zur Nutzpflanze oder zum Unkraut aus, deswegen muß man hier rechtzeitig gießen, dort ausrotten.
Keiner kränkt den andern um der Kränkung willen, sondern um sich dadurch Vorteil oder Vergnügen oder Ruhm oder ähnliches zu verschaffen.
Denn die Menschen sind zu schlau, um zu dulden, daß jemand eine unparteiische Haltung einnimmt.
Was ist Wahrheit, fragte Pilatus, – aber er wartete die Antwort nicht ab.
Eine oberflächliche Philosophie führt von Gott ab, eine tiefere führt zu Gott zurück.
Der Boden hoher Stellungen ist schlüpfrig…
Albernheit verlacht man bekanntlich, und in großer Dreistigkeit steckt stets ein Zusatz von Albernheit.
Bleibt man in geschäftlichen Dingen bei der Sache und übernimmt sich nicht, fördert die den Erfolg.
Das Glück ist wie der Markt, wo oftmals, lässt du dir Zeit, die Preise fallen werden.
Kein Laster bedeckt den Mann so mit Schande, als falsch und treulos befunden zu sein.
Wer sagt, was er weiß, verrät auch, was er nicht weiß.
Im Glück offenbart sich nämlich am stärksten das Laster, aber im Unglück die Tugend.
Es steckt viel Falsches im Lobe, daß man es füglich mit Mißtrauen entgegennehmen sollte.
Wer stets geradehin ist, muß große Tugenden besitzen, so wie der Edelstein kostbar sein muß, der schmucklos gefaßt wird.
Keusche Frauen sind häufig stolz und hochmütig, als ob sie sich auf ihre Keuschheit etwas zugute täten.
Die Tugend des Glücks ist Mäßigung, die Tugend des Unglücks ist Tapferkeit.
Kinder machen des Lebens Mühsal süß, aber das Unglück um so bitterer. Sie vermehren die Sorgen des Lebens, aber lindern den Gedanken an den Tod.
Das Lesen ergibt einen ganzen Mann, Beratungen einen fertigen Mann und Schreiben einen gewissenhaften Mann.
Studieren macht Vergnügen, bildet den Geist und erhöht die Fähigkeiten.
Die eigentliche Gußform des Glücks liegt für jeden Menschen in der eigenen Hand.
Wissenschaft selbst ist Macht.
Denn der Neid ist eine äußerst müßiggängerische Leidenschaft, treibt sich auf der Straße herum und bleibt nicht zu Hause.
Der Neid folgt immer dem Vergleichen mit sich selbst.
Oft findet man Gesichter, an denen, wenn man Teil für Teil untersucht, nichts Schönes zu finden ist, die im ganzen aber leidlich sind.
Zur Rachsucht geneigte Menschen führen ein Leben wie Hexen, die, weil sie Unheil stiften, selbst unheilvoll endigen.
In der menschlichen Natur steckt gewöhnlich mehr vom Toren als von Weisen…
Rache triumphiert über den Tod; Liebe mißachtet ihn; Ruhm erstrebt ihm; Kummer flieht ihm zu; Furcht nimmt ihn vorweg.
Das ist das Wesen der krassen Egoisten, daß sie sich nichts daraus machen, ein Haus anzustecken, wäre es auch nur, um ihre Eier daran zu backen.
Natürlich ist Gewohnheit am vollendetsten, wenn sie in jungen Jahren beginnt, wir nennen dies Erziehung, die in Wahrheit nichts anderes ist als frühe Gewohnheit.
Die Betrachtung hört mit dem Sehen auf.
Es ist unbedingt nötig, daß eine bessere und vollkommenere Weise, den Geist und Verstand zu gebrauchen und anzuwenden, eingeführt werde.
Denn auf der Geisteskugel gibt es, wie auf der Erdkugel, sowohl angebaute als wüste Ländereien.
Sterben ist ebenso natürlich wie das Geborenwerden, und für einen Säugling ist das vielleicht so schmerzhaft wie für uns das andere.
Eingebildeter Reichtum an Wissen ist eine Hauptursache der Armut daran.
Wer zu sehr der Liebe frönt, verzichtet auf Reichtum wie Weisheit.
Einige Bücher muß man nur anlesen, andere wohl durchlesen … und ganz wenige gründlich mit Fleiß und Aufmerksamkeit durchstudieren.
Auch die Dinge, die man bis jetzt hat, verdankt man mehr dem Zufall und der Erfahrung als den Wissenschaften.
Es ist besser, mit einer Sache zu beginnen, die zum Ziele führen kann, als solchen Dingen, die zu keinem Ende führen, fortwährend Kraft und Eifer zuzuwenden.
Und zur Vergrößerung meines Kummers muß meine Frau mein elendes Leben teilen, während sie meine Fehler nicht geteilt hat.