Zitate von Euripides

…sonder Anker sind wir auf dem Todessturz.
Abwechslung erfreut. Variatio delectat.
Abwechslung ist immer süß.
Abwechslung stärkt den Appetit.
Aller Laster größtes, das auf Erden herrscht: Schamlosigkeit.
Alles ist nicht schlimm am Alter. Die Erfahrung krönt’s mit mancher Weisheit, die der Jugend mangelt.
An Habe steh ich arm, ein Los, infolgedessen auch der Adel sinkt.
An Menschenhoffnung kehrt die Zeit sich nimmermehr, sie eilt von hinnen, nur bedacht auf ihre Flucht.
Auch der Jammer hat ein Maß.
Auch Frauen vernehmen den göttlichen Ruf, der ihnen nach Weisheit zu streben befiehlt…. Der Weiber Geschlecht ist nicht von den Musen verlassen.
Auf den Geist muß man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper, wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt.
Auf des Schlechten Geschenk ruht kein Segen!
Auf Freund‘ im Unglück rechne nie!
Bedächtige Reden führen stets zum klügsten Ziel.
Beim Ratgeben sind wir alle weise, aber blind bei eigenen Fehlern.
Besser als die edle Geburt ist gut handeln.
Besser ist das Wagnis, das dein Leben schützt, als stolzer Nachruhm, den du mit dem Tod bezahlst.
Bewundernswert ist der, der Glück hat mit seinen Kindern.
Da menschlich wir, muß menschlich unser Trachten sein.
Das eben ist’s, was manches blühende Haus und Reich in Trümmer stößt: der allzu schöne Redeschwall.
Das Einzige, was man hinter dem Rücken eines andern tun sollte, ist, ihm freundlich auf die Schulter klopfen.
Das Glück geteilt mit Freunden, ist uns doppelt süß.
Das ist der Überlegung Vorteil, daß der Mensch mit Weisheit sicher ordnet seinen Lebensgang.
Das ist der Weltlauf! Keins der Dinge hat Bestand.
Das Leben ist, so süß das Wort auch klingen mag, doch nichts als Müh‘ und Not!
Das Leben offenbart sich dem Manne in seinem Kinde.
Das Leben: Ach, ewiglich Beut nie rastenden Leids Stromwoge das menschliche Dasein.
Das Licht des Tages schauen ist das Süßeste Für Menschenkinder und die Unterwelt ein Nichts.
Das Muß, zum Nichtmuß macht es keine Macht der Welt!
Das Natürliche ist nicht anstößig.
Das wäre schlimm, wenn alle, welche lieben und lieben werden, daran sterben müßten.
Das Wort der Wahrheit lautet schlicht und ungeschminkt.
Dem Leben kommt an Wert nichts anderes gleich.
Dem Vaterland gebiert ihr Kind die Mutter, sich nicht allein.
Den Ahnungslosen schenkt der Herr einen leichten Schlaf.
Den Edlen grollen ja die Götter nicht, Nur für gemeine Seelen ist das Ungemach.
Den Unsichtbaren beweist uns all das, was sichtbar ist.
Denn dunkel ist des Glückes launenhafter Gang. Ein ungreifbar, unergründlich Rätselspiel.
Denn eine Frau ziert Schweigen, ziert Bescheidenheit am schönsten, und im Hause still zu sein.
Denn manchen edlen Stammes ist ein Bösewicht.
Denn Menschenaugen üben keine Gerechtigkeit.
Denn stark ist Blutsverwandtschaft, und im Missgeschick Ist nichts erwünschter als ein stammverwandter Freund.
Der aber ist der Beste, der der Hoffnung sich vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur.
Der Arme sei er noch so groß geboren, gilt für nichts.
Der beste Hellseher ist der, der gut raten kann.
Der beste Lehrmeister zu Weisheit und Tugend ist die Liebe.
Der Böse begehrt immer das Böse.
Der Eifer der Toren ist schlimmer denn der Zorn der Götter.
Der größte Reichtum ist eine gute Frau.
Der gute Mut gilt mehr als der gute Rat, Was viele Feldherrn schon zugrund gerichtet hat.
Der Hochmut muß, so hoch er stieg, so tief, früh oder spät, zum Schimpflichen sich niedern.
Der ist des Ruhmes würdig, der durch sein Verdienst sich ihn erwarb; wer ihn erschlich, besitzt ihn nicht.
Der ist kein Mann, Der, wo das Größere zu gewinnen ist, Am Kleinern sich genügen läßt.
Der Kluge nimmt das Gebot der Stunde wahr; sind neue Freuden reif, so pflückt er sie.
Der Mangel ist ein Fluch, er reißt, ein schlimmer Lehrer, uns zum Bösen fort.
Der Mann ist zu verachten, der die Anerkennung der Menschen einem großzügigen Freund vorzieht.
Der Mensch ist wie der Umgang, den er pflegt.
Der Mensch ist wie seine Umgebung.
Der Mensch, dem glücklich fiel der Ehe Los, verlebt ein selig Leben; aber wem es traurig fiel, der ist ein Kind des Unglücks draußen wie daheim.
Der Reichtum übt die größte Herrschaft über Menschenseelen.
Der Stand der Frauen wahrlich ist ein harter Stand.
Der’s weniger verdient, hat oft mehr Glück.
Die alte Denkart tauscht kein Ehrenmann auf einem höheren Posten.
Die Armut hat ihre Schwächen. Durch das Bedürfnis lehrt sie den Menschen das Schlechte.
Die besten Gedanken kommen hinterher.
Die Blüte des Zorns ist die Raserei.
Die Ehre wohnt beim Reichtum.
Die Ehrsucht ist ein frevelnd Götterweib.
Die Erde sei dir leicht.
Die Erdenlust ist kurz, doch ach wie süß!
Die erste Bedingung für Glück ist, in einer strahlenden Stadt geboren zu sein.
Die Gottheit haßt Gewalttat!
Die Habe, Menschlein, ist der Gott der weisen Welt: Nur Pomp und schöne Floskeln sind der andre Quark!
Die Heimat Ist also wohl das Teuerste, was Menschen besitzen!
Die kleine Flamme steigert oft zum großen Brand Des Menschen Zunge.
Die Klugheit sich zur Führerin zu wählen, Das ist es, was den Weisen macht.
Die Krone der Weisheit ist die Güte.
Die Liebe ist von allen Krankheiten noch die gesündeste.
Die meisten seiner Leiden schafft der Mensch sich selbst.
Die Menschen, deren Ehe wohlbestellt, sind glücklich. Wem’s in diesem Punkt mißlingt, ist elend und außer seinem Haus.
Die Scham fängt in den Augen an, mein Kind.
Die Sprache der Wahrheit ist einfach.
Die Zeit entlarvt den Bösen.
Die Zeit vernarbt die Wunde.
Die Zeit vernichtet zwar keineswegs das, was gute Männer zurücklassen. Die Tugend aber leuchtet auch aus dem Dunkel des Todes hervor.
Dieser lebt in Fülle, der ist arm; doch Kindesliebe wohnt in jeder Brust.
Doch frommt das Jammern? Tragen muß man Götterschluß.
Doch was gewinnst du, wenn du ewig klagen willst?
Doch wer einst glücklich war und nun ins Elend stürzt, kommt nie zur Ruh‘, wenn er des frühen Glückes gedenkt.
Dreimalige Feldschlacht als ein einzig Wochenbett.
Du bist ein Tor, wenn du den Gott betrügen willst.
Du hast dich schnöde Tat zu tun erdreistet, dulde denn auch schlimmen Lohn.
Du hast die Macht, so üb auch Tugend!
Du siehst, wie schön das Leben vor einem reich gedeckten Tisch ist.
Du zählst im Elend keinen Freund.
Ein bloßer Schatten hat mich stets die Welt bedünkt.
Ein Freund in der Not ist besser als Meeresstille nach Sturm.
Ein guter Mann wird stets das Bessere wählen.
Ein schlechtes Leben [ist] besser als ein schöner Tod.
Ein schneller Tod ist für den Frevler Gnade.
Ein steter Kampf ist unser Leben; glücklich sind die früher, jene später, andere sind es nie.
Ein Tag macht den Begüterten zum Bettler.
Ein unbezwingbar Übel ist der wilde Zorn.
Ein ungerechtes Ding ist Wankelmut, der Freunde trügt.
Ein von Hochmut Aufgeblähter hört nicht gern Die bessere Gegenrede von Geringeren.
Ein Weib sieht ihrem Gatten alles nach, wenn sie Vernunft hat.
Ein weises Wort ist jenes, das die Menschheit lehrt, die Reden anzuhören auch des anderen Teils.
Einen wohl bedächtigen Feldherrn zieh‘ ich einem kecken vor.
Entdeckst du Neues, Nützliches, den Dummen wirst du immer noch als Tor erscheinen, nicht als klug.
Erbarmen ziemt im Leid jedweden Staubgebornen.
Erfolg hat keiner, der das Recht verhöhnt; wer treu dem Recht, dem bleibt die Hoffnung treu.
Ernte das Leben wie eine fruchtreife Ähre.
Erst handle, dann rufe die Götter an; dem Tätigen fehlt auch die Hilfe der Gottheit nicht.
Es gibt keine Macht ohne Haß.
Es ist den Frau’n doch eingepflanzt, die Lust, den Jammer, den sie leiden, allezeit im Mund und auf der Zung‘ zu führen.
Es ist gut, wenn man reich ist, und es ist gut, wenn man stark ist, aber noch besser ist es, wenn man von vielen Freunden geliebt wird.
Es ist notwendig, daß alle ihre Heimat lieben.
Es ist unköniglich, zu weinen – ach, Und hier nicht weinen, ist unväterlich!
Es kommen Fälle vor im Menschenleben, wo’s Weisheit ist, nicht allzu weise zu sein.
Es liegt an uns, unsere überstandenen Leiden auf immer zu vergessen und nur an glückliche Begebenheiten unseres Lebens uns zu erinnern.
Es macht der Freund des Freundes Kummer zu dem seinen.
Fluch dem Alter! Es bringt nur Leid, Schmerz und Tod!
Fort mit der Schulgelehrsamkeit, die Mutterwitz erstickt!
Frag nur vernünftig, und du hörst Vernünftiges.
Freue dich, trinke ein Glas, betrachte die Gegenwart als dein Eigentum, alles andere überlasse dem Schicksal.
Für einen alten Vater ist nichts süßer als eine Tochter. Jungen sind kühner, aber sie sind in ihrer Art nicht so sensibel.
Fürwahr! des Schicksals Wetter rafft auch Helden hin.
Fürwahr, wie oft ist unerforschlich Gottes Rat.
Gäb es eine andere Geburt, ganz ohne Frau, wie glücklich wäre das Leben.
Ganz Hellas ist Euripides‘ Denkmal, Macedonien deckt nur seine Gebeine.
Geld ist die einzige Macht, vor der die gesamte Menschheit auf die Knie fällt.
Genug ist der Überfluß für den Weisen.
Geschenke locken, heißt’s, die Götter selbst
Geschworen hat nur meine Lippe, nicht das Herz!
Gewaltige Macht ist Weib und Kind für einen Mann.
Gewaltsam ist der Zwang des Bluts! Mit Qual gebiert das Weib und quält sich für’s Geborne!
Gewinnes halber dient auch, wer zum Sklaven nicht geboren ist.
Gib dich nicht lebend und freiwillig in Knechtschaft, solange es dir noch offen steht, frei zu sterben.
Gibt’s kein höheres Übel doch als den Verlust der Heimat.
Glaub indessen, böses Tun bringt bösen Lohn!
Gleichheit ist das heilige Gesetz der Menschheit. Dem Vermögenderen lebt ein ew’ger Gegner in dem Ärmeren.
Glücklich die Besitzenden!
Grauenhaft ist Pöbelwut.
Groß ist’s, der Tugend nachzustreben.
Habe Mut, denn das Recht hat eine große Kraft.
Harre aus im Unglück, denn oft hat schon, was im Augenblick als Unglück erschien, zuletzt großes Glück gebracht.
Hat ein gescheiter Mann für seine Rede den rechten Stoff ist’s leicht, beredt zu sein.
Ich bin der Meinung, daß es die Toten wenig interessiert, ob sie prunkvoll beerdigt werden oder nicht. Das ist nur eine Aufgeblasenheit der Lebenden.
Ich erinnere mich der Dinge, die ich vergessen will, und vergesse die, die ich nicht vergessen will.
Ich habe meine Stücke nicht geschrieben, um von euch zu lernen, sondern um euch zu belehren!
Ich hasse die, die keusch in Worten tun Und insgeheim dem Laster fröhnen.
Ich hasse jeden, dessen Dankbarkeit erlischt.
Ich lob ein harmlos Leben mir im Mittelstand.
Ich werde Feuer in dich bringen.
Ihn, der aus jeglichem Tag sich sein Glück holt, ihn allein nur preise ich glücklich.
Immer liebt die Scham ein edler Mann.
In seinen Kindern lebt der Mensch allein.
In ungezählten Mühen wächst das Schöne.
Irren ist des Menschen Los!
Jähzornige Frauenzimmer, gleich wie Männer auch, sind weniger schlimm als stille Wasser, welche tief.
Jeder Mensch, und sei er Sklav‘ auch, freuet sich, das Licht zu schauen [zu leben].
Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes Zuspruch.
Kein Mann der Erde, wahrlich!, ist ein freier Mann.
Kein Mensch muss das Unmögliche erzwingen wollen.
Keine Trübsal ficht den Sinn der Jugend an.
Klug ist, wer ruhig sich verhält zur rechten Zeit; und diese Vorsicht ist es, die den Mann bewährt.
Laß dir keine Mühe zuviel sein, wenn du das Vaterland wieder zurecht bringen willst.
Läßt für die Sterblichen größeres Leid je sich erdenken, als sterben zu sehen die Kinder?
Leicht ist’s, zu mahnen, schwer, im Leide stark zu sein.
Liebst du das Leben, dann verschleudere keine Zeit.
Man sollte sich nicht über Dinge ärgern, denn das ist ihnen völlig egal.
Mangel ist ein hartes Los!
Männer sind listige Heuchler.
Mein Adel macht mich nicht satt.
Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan.
Muttertränen um verlorene Kinder sind die bittersten.
Nach dem Glück wird unserer Weisheit Maß geschätzt.
Naht der Tod wirklich, dann freut jeder sich zu sterben, und des Alters Last bedünkt ihn leicht.
Nicht eigne Güter haben ja die Sterblichen, was uns die Götter gegeben, das verwalten wir und, wenn sie wollen, nehmen sie es wieder hin.
Nicht sagen dürfen, was man denkt, ist Sklavenlos.
Nichts Böseres gibt es irgend als ein böses Weib; doch wiederum auch nichts vollendet Bess’res als ein redliches Weib.
Nichts hat hienieden Dauer! Ehr‘ und Ruhm verblüht.
Nichts ist schrecklich, was notwendig ist.
Nichts schädigt mehr den Staat als Alleinherrschaft.
Nichts Süßeres gibt es, als der Sonne Licht Zu schaun!
Nichts übertrifft doch Frauenlist im Ränkespiel.
Nichts übt größere Macht aus, als der Drang der Not.
Nichtswürd’gen Manns Geschenk ist kein Gewinn.
Nie findet wahres Glück der Ungerechte Und Segen blüht nur dem, der tugendhaft.
Nie ist es wohlgegangen einem Frevelnden; Des Heiles Hoffnung ruhet einzig auf dem Recht.
Nie sprech ich es aus, daß der Ehstand uns mehr Freudengenuß als Trübsal bringt.
Noch nie war einer glücklich, welcher Unrecht tat.
O du schwere Last des Alters, wie verhaßt bist du!
Ob es Süßeres sonst als das Leben noch gibt?
Pfade der Mühsal wandelt die Tugend.
Probieren weckt die Lust zum Kauf.
Richter ist, wer sieht, was recht.
Schlecht und recht will ich den Freund viel lieber haben als gescheit und ohne Treu.
Schlimme Mittel, schlimmes Ziel!
Schnöder Menschen Gaben sind des Segens bar.
Schöne Worte werfen sie als Köder hin und brüten über Schändlichem.
Schrecklich ist die Volksmasse, wenn sie schlimme Führer hat.
Siehst du nun endlich ein, daß jeder mehr sich als den Nächsten liebt?
Sieht der Hohe lachend auf das Laster hin, fürwahr, so sieht’s der Neider bald für Tugend an.
Sinnverblendet ist der Sterbliche, der nach dem Zepter trachtet mit Alleingewalt.
Süß ist die Erinnerung an vergangene Mühen.
Süß ist jeder Wahn, wenn er auch irrig ist.
Süß wie die Mutter ist dem Kind nichts auf der Erde. Ja, Kinder, habt die Mutter lieb! Das Leben bringt euch keine Liebe, die so wohl tut wie diese.
Tausend Frauen wiegt das Leben eines einzigen Mannes auf.
Tausend Reden übertrifft an Macht das Gold.
Tod ist Gleichmut, aber Leben Hoffnung.
Tragen muß der Mensch, was ihm die Götter senden.
Übereilung tut nicht gut, Bedachtsamkeit macht alle Dinge besser.
Überständ ich doch weit lieber
Und mehr noch als tausend Gründe wiegt des Goldes Macht.
Und was als ewige Zeit geehrt, das hat Natur auch selber gegründet.
Uns kröne das schönste Geschenk aus Götterhand: Schamhaftigkeit!
Unschuld ist der Weisheit gleich.
Unser Geist ist Gott.
Unter Freunden ist alles gemeinsam.
Unter vielen schlimmen Dingen ist das Schlimmste eine scharfe Zunge.
Verachtet steht der Edle, welcher dürftig ist.
Vergeude keine frischen Tränen für alten Kummer.
Vernünft’ge Gründe können viel.
Verstand zeigt sich im klaren Wort.
Verständig seid so im Geben auch im Behalten.
Versuche nicht, die anderen zu belehren, da du selbst voller Fehler bist.
Verzeihe liebreich! Irren ist der Menschen Los.
Viel Kluges kam doch schon von den Frauen.
Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!
Von allen Gütern ist das beste, ein edles Weib zu haben.
Von einem dürren Baume kann man keine Früchte sammeln.
Von Göttin Scham wohnt himmelweit Gewalt entfernt.
Vor des Schicksals Zwanggebot ist kein Entfliehn.
Vorsicht ist die rechte Tapferkeit.
Wahrhaftig liebt nicht, wessen Herz nicht immer liebt.
Wahrlich, unser Leben währet nur kurz, darum durchmeßt seine Bahnen auf das fröhlichste.
Warum vor den Göttinnen schlimmste dich, dich von der Ehrbegier beherrschen lassen? O, meide die Abscheuliche!
Was Brüder trennt, ist erstlich Liebeseifersucht Und zweitens Zank um Geld und Gut.
Was da ist, widert dich an, es dünkt erfreulicher dich das Ferne.
Was ein Schwert Ausrichten vermag, tut auch ein Wort der Güte.
Was heißt ein Seher? – Der auf gutes Glück Für eine Wahrheit zehn Lügen sagt.
Was ist ein alter Mann anders als eine Stimme und ein Schatten?
Was ist es, sprich, was bei den Menschen »Liebe« heißt? O Kind, das Süßeste und Bitterste zugleich.
Was ist Überfluß? Ein Name! Just haben, was es braucht, genügt dem Weisen.
Weh! Weh! wie ist die Liebe für die Welt ein Fluch! – Ein Fluch und Segen, mein‘ ich, wie der Himmel will.
Weises Mißtrauen ist, was stets den größten Nutzen schafft den Sterblichen.
Weit über alle Mächte geht Notwendigkeit.
Wen Gott vernichten will, den macht er wütend.
Wenn der Mensch das Seine tut, dann helfen ihm die Götter um so gnädiger.
Wenn der Mensch einen vollen Magen hat, macht es keinen Unterschied, ob er reich oder arm ist.
Wenn die Frau den Mann haßt, ist das Leben selber ihr verhaßt.
Wenn ein Mann, Der hoch gestanden, fällt, drückt ungewohntes Leid Viel schwerer ihn, als den, der stets unglücklich war.
Wenn zwei sich streiten, ist der, der dem Zornigen nicht widerspricht, ein Weiser.
Wer dem unausweichlichen Schicksal sich in rechter Weise fügt, der gilt als weise und kennt der Götter Walten.
Wer der Liebe ganz entsagt, ist nicht weniger krank als der, der ihrer allzusehr begehrt.
Wer in der Jugend die Wissenschaft mißachtet, dem bleibt die Vergangenheit verschlossen, und für die Zukunft ist er tot.
Wer jung und stark, darf keine Mühe scheu’n.
Wer Kinder hat, ist allen Kindern gut.
Wer mag ein Urteil fällen, wer das Rechte sehn, bevor er sorgsam angehört der beiden Wort?
Wer mag zur Einsicht kommen, wer erkennt zu Recht, bevor er beider Rede nicht genau erforscht?
Wer nicht am Trinken Freude hat, der ist ein Narr.
Wer sich selbst beherrscht, der ist der weise Mann.
Wer weiß, ob unser Leben nicht ein Tod nur ist, Gestorbensein dagegen Leben?
Wer zählt in Mißgeschickes Tagen Freunde wohl?
Wer’s aber mit sich selbst gut meint, der nehme Ja eine Gattin, die gefällig ist Und sanften Herzens – oder lieber keine!
Wie mürrisch doch das Alter stets die Menschen macht und ihren Blick verdüstert!
Wie unglückbringend, liebe Mutter, ist Feindschaft zwischen Brüdern, und wie schwer hält die Versöhnung!
Wie vieles Leid hat Frauenliebesqual Schon Sterblichen bereitet.
Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens.
Wo der Wein fehlt, da stirbt der Reiz der Venus.
Wußt ich doch, daß allezeit ein Armer von den Freunden gemieden wird.
Zeit gibt auf alles eine Antwort, ohne die notwendigen Fragen zu stellen.
Zu schlimmer Tat schön reden ist nicht gut, das heißt Gerechtigkeit und Tugend höhnen.
Zu vieles Loben, weiß ich wohl, macht dem, Der edel denkt, den Lober nur zuwider.
Zu was für schrecklichen Gezänken kommt’s, wenn Streit und Zwist entbrennet zwischen Brüdern!
Zucht und Belehrung lenkt der Jugend Bildsame Herzen früh zur Tugend.
Zur Wahrheit bringt jedwedes Ding die Zeit, die alldurchdringende.