Zitate von Ernst Benjamin Salomo Raupach

Aus tränenreicher Vergangenheit wächst immer bess’re Zukunft.
Da ist das wahre Unglück Noch nicht hereingebrochen, wo der Mensch Noch deutlich weiß, was er zu wünschen hat.
Das Alter wägt, die Jugend wagt.
Das Antlitz nicht, nur die Gesinnung und die Tat, die von ihr ausgeht, macht den Menschen.
Das Gute spricht in schlichten, klaren Worten, Das Böse hüllt sich gern in Rätsel ein.
Das Höchste, Was sich ein Mensch auf dieser Erd‘ erwirbt, Ist doch ein Grab, betaut von Liebestränen.
Das ist der Frauen feine Kriegskunst, daß sie, den Kampf ablehnend, dennoch siegen.
Das Kleine nur, das jeder faßt, erregt der Menschen Galle. Stiehl einen Hut und du verfällst der Schande; stiehl eine Kron‘ und man bewundert dich.
Das Leben ist ein steter Kampf der Zukunft mit ihrer Mutter, der Vergangenheit.
Das Unglück ist an sich schon schwer genug; es braucht der Mensch nicht seine Schadenfreude noch darauf zu legen.
Das Wort ist rund, viereckig ist die Tat.
Der hat die Macht, an den die Menge glaubt.
Der Himmel gibt die Gunst des Augenblicks. Wer schnell sie faßt, wird Meister des Geschicks.
Der Streit der Pflichten ist der schlimmste Streit.
Die große That ist wie des Himmels Donner, Der eines ganzen Landes Schläfer weckt.
Die Schönheit bleibt im Kerker wie auf dem Thron doch ewig Königin.
Die Zeit der Wunder ist vorbei; was jetzt Geschehen soll, das muß der Mensch vollbringen.
Ein jeglicher kann fehlen; wie er aber des Fehlers Folgen trägt, das unterscheidet den edlen Geist von dem gemeinen Geiste.
Ein Prophet muß dem Einzelnen Glück und dem Ganzen Unglück weissagen, wenn er Glauben finden will.
Eine Bitt‘ ist immer, gewährt, ein Zwang für den Gewährenden und, abgelehnt, ein Schmerz für beide Teile.
Es soll der Mensch nicht in den Himmel greifen mit seiner Strafen irdisch-blinder Macht.
Es stirbt ein großer Plan an keinem Übel leichter, als am Verlust der Zeit.
Es weiß kein Mensch, wieviel er ertragen kann, bis er von der Notwendigkeit es lernt.
Freunde sind nichts als unerträgliche Herren, besonders sogenannte Freunde in der Not.
Ich vergaß, daß Übermaß der Wohltaten die Freundschaft schwächt, statt sie zu stärken.
Im Willen liegt die Schuld, nicht in der Tat.
Leicht täuschen sich die Sinne, Gern läßt das Herz sich von den Sinnen täuschen, Und Täuschung ist beredter stets als Wahrheit.
Macht und Tüchtigkeit zwingen das Glück.
Nein, mit dem Rechte soll der Mensch nicht dingen: Es gibt nur einen hellen Punkt des Rechts, und ringsrum liegt die Finsternis der Sünde.
Not und Unglück trägt der Mensch nur dann geduldig, wenn er selbst für unvermeidlich sie erkannt.
Ohnmächtig steht der Mensch, ist er allein.
Schlecht ist der Wahn; doch wer an seinen Wahn Das Leben setzt, der ist der Schlechten keiner.
Sich selbst vergessen, heißt reicher werden um die ganze Welt.
So lange man das Schwert noch kennt und ehrt, wird Gottes Reich auf Erden nimmer blühn.
Soll einst die Nachwelt dich mit Segen nennen, Mußt du den Fluch der Mitwelt tragen können.
Überzeugung heischt Der Kaltsinn nur; die Liebe schenket Glauben.
Unendliches umfaßt der weite Wunsch, Nur Endliches gewährt das enge Leben.
Versöhnen ist der Frauen schönstes Amt, darum ward ihnen auch der milde Geist als flutenstillend Geist für unsern Hader.
Wär halb so leicht die Tat wie der Gedanke, wir hätten eine Welt voller Meisterstücke.
Was ist die Zeit? Menschen machen sie; Aus Taten und Gedanken geht sie auf.
Was plötzlich kommt, hat stets des Wunders Kraft.
Wer ist so heimisch in der eignen Brust, daß er den Freund bestrafend, streng und sicher Gerechtigkeit von Rache scheiden könnte?
Wer nicht den Neid ertragen kann, muß auch den Ruhm nicht wollen.
Wer nicht mehr lacht, der ist nur halb noch Mensch.
Wer sein Recht nicht wahret, gibt es auf.
Wie wunderbar, daß wir im Glück das rechte Glück vermissen, und glücklich sind, wenn wir vom Glück nichts wissen!
Wir werden keiner ohne Tränen gut.
Wozu der Mensch den Mut hat, dazu findet er die Mittel.