Zitate von Erasmus von Rotterdam

Aber es fehlt ja auch nicht an Theologen, die Beleidigungen aussprechen und die zum Kriegslärm noch die Trompete blasen.
Alles bezwingt die Liebe, und kämpft doch ohne Mord und Blut.
Alles, was ich sage, sei Gespräch, nichts sei ein Rat. Ich würde nicht so kühn reden, wenn man mir folgen müßte.
Als rednerisch gänzlich unbedarft gilt, was nicht an irgendeiner Stelle wenigstens vier ciceronische Wörtchen zeigen kann.
Am Ende stellt sich die Frage: Was hast du aus deinem Leben gemacht? Was du dann wünschst, getan zu haben, das tue jetzt.
An solchen Menschen aber fehlt es nicht, die aus verbrecherischem Tun mit Hilfe juristischer Kniffe einen ansehnlichen Gewinn erzielen.
Anfangs erweckt Rauch den Anschein von etwas Großem, schnell aber verflüchtigt er sich.
Besser das Geld als das Leben verlieren.
Besser ist es, weniger zu wissen und mehr zu lieben, als viel zu wissen und nicht zu lieben.
Dank verhält sich zu niemandes Verdiensten böswilliger als zu denen derjenigen, die dem Volk eine Gefälligkeit erweisen.
Dankbarkeit schulden wir dem, der uns einen Feind vom Halse geschafft hat.
Das Glück folgt meist denen, die es fliehen, und flieht die, die ihm folgen.
Das reine Gebet leitet unsere Neigung zum Himmel wie zu einer dem Feind unzugänglichen Burg.
Dein Name werde geheiligt – kann Gottes Name mehr entheiligt werden als durch gegenseitigen Krieg?
Den Menschen ist das Alter eine schwere Last.
Den Narren erlaubt man alles aufgrund ihres Mangels an Geist. Dem Herrscher jedoch gereicht aufgrund seiner Macht alles, was er tut, zum Lob.
Der Besitz verschafft Freunde, das gebe ich zu, aber falsche, und er verschafft sie nicht dir, sondern sich.
Der du die wahre Sonne der Welt bist, die immer auf- und niemals untergeht.
Der Geist hebt uns zum Himmel, das Fleisch drückt uns nieder zur Hölle.
Der Geist ist verständig, der Körper gehorcht.
Der Geist läßt uns zu Göttern werden, das Fleisch zu Tieren.
Der Geist strebt nach dem Himmlischen, das Fleisch nach dem Angenehmen, die Seele nach dem Notwendigen.
Der Geistlliche bewirkt, dass die Menschen sich von ihren Lastern erholen, der Arzt jedoch, dass es überhaupt jemanden gibt, der sich erholen kann.
Der Kern des Glücks: der sein zu wollen, der du bist.
Der Körper kann ohne den Geist nicht bestehen, aber der Geist bedarf nicht des Körpers.
Der Magen ist ein lästiger Frager.
Der Mensch ist nun einmal nicht dazu geboren, auf Erden ein vollkommenes Glück zu genießen.
Der Philosophie zu folgen bedeutet nicht, das Pallium oder einen Rücksack umherzutragen oder sich einen herabwallenden Bart wachsen zu lassen.
Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn.
Die ganze Welt ist ein gemeinsames Vaterland.
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Die Krankheit zu kennen, ist ein Schritt zur Gesundheit.
Die wesentliche Voraussetzung für Glück ist die Bereitschaft, der zu sein, der man ist.
Die Wollust zu bändigen, ist Tugend, und nicht, keine zu empfinden.
Die Zahl der Dummen und Einfältigen ist überall sehr groß.
Doch der Mensch führt nicht mit dem Menschen Krieg, sondern mit sich selbst, und gerade aus dem eigenen Inneren fällt uns die feindliche Schlachtreihe an.
Du triffst Vorsorge für das Alter, damit dem Körper nichts fehle. Solltest du dir nicht Gedanken darüber machen, ob der Seele etwas fehlt?
Eher will ich durch das Studium mager werden als durch die Liebe.
Ein erhabener Geist verachtet niedrige Dinge.
Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert.
Ein Merkmal mittelmäßiger Schönheiten ist es, sich durch den Vergleich mit weniger Schönen oder aber durch üppige Zier zu empfehlen.
Ein Tyrann aber ist jeder, der Herrschaft allein in seinem eignenen Interesse ausübt, unter welchem Titel man ihn auch malt oder meißelt.
Eine große Stadt bedeutet große Einsamkeit.
Es dürfte nicht zu vermeiden sein, dass eine gewöhnliche Rede über eine bereits bekannte Sache Langeweile hervorruft.
Es gehört sich, daß der Leser an ein zu lesendes Buch so herangeht, wie der wohlerzogene Gast zu einem Gastmahl zu gehen pflegt.
Es gibt keinen Überdruss an den Studien.
Es gibt zu viele Sorten von Menschen, als daß man für alle fertige Antworten bereithalten könnte.
Es muss erlaubt sein, das, was mehr als wahr ist, offen auszusprechen.
Fortwährende Bewegung aber bedarf auch eines unendlichen Raumes.
Freude ist die eine Sache, die es schafft, dass wir in Mühen lange beharrlich bleiben können.
Für jeden riecht sein eigener Misthaufen gut.
Gegenüber dem Schicksal stehen sogar die Götter machtlos.
Gesundheit zu wünschen beim Aufstoßen oder bei Geräuschen des Bauches, ist zuviel für einen gebildeten Menschen.
Gibt es denn im eigenen Land so wenig Aufgaben, dass sie auswärts zu suchen sind?
Hervorragendes war schon immer verdächtig.
Heutzutage nimmt die Oberschicht alles für sich in Anspruch, gleichsam als wären sie allein Menschen oder vielmehr Götter.
Heutzutage verlegt sich die Masse der Menschen eher darauf, sich zu bereichern, als den Besitz gut zu verwalten.
Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.
Hüte dich davor zu denken: „Das tut jeder“.
Ich führe nur die Tatsache an, daß jeder Schmaus, der durch die Torheit nicht belebt wird, der lieblichsten Würze entbehrt.
Ich liebe die Freiheit … Ich werde nie einer Partei dienen können.
Ich weiß nicht, ob jemand seinen Körper zur Gänze kennt. Und den Zustand seines Geistes soll jeder kennen?
Ich will lieber mit einem aufrichtigen Türken als mit einem falschen Christen zu tun haben.
In jeder Kunst gibt es Regeln, und nur für die Weise, glücklich zu leben, soll es keine Ratschläge geben?
Ist einem Bildung zuteil, nutze man sie, um gut zu leben.
Je weniger wir die Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen.
Jede Definition ist gefährlich.
Jeder Neid sei der Rede fern.
Kaum jemals ist das Streben nach auswärtigem Besitz zu einem glücklichen Ausgang gelangt.
Kein Beruf ist so unschuldig, dass er nicht auch irgendwelche Frevler ernährt.
Kein Feind siegt öfter als der, dem man keine Beachtung schenkt.
Kein Tier ist so wild, daß nicht menschliche Mühe es zähmen könnte; und die menschliche Seele, die alles zu zähmen vermag, soll nicht zu zähmen sein?
Krieg erscheint denen schön, die ihn nicht erfahren haben.
Krieg lässt den Strom aller Übel zugleich losbrechen.
Laß dich von großen Namen nicht blenden!
Man glaubt gar nicht, mit welcher Schlauheit die Weibchen es fertig bringen, ihre dummen Streiche zu bemänteln.
Man muß das Evangelium mit dem Evangelium verteidigen, sagte jener und schlug es dem Gegner an den Kopf.
Man muss sich anstrengen, damit die Krankheit einem nicht vertraut wird.
Manche Laster lassen im Alter nach, andere werden ärger.
Mein Herz ist katholisch, aber mein Magen lutherisch.
Nach Plato hat die Philosophie dann ihren höchsten Stand erreicht, wenn die Affekte der Vernunft gehorchen.
Nicht das Geräusch der Lippen, sondern das glühende Gelübde des Herzens gewinnt gleich einer hellen, lauteren Stimme die Ohren Gottes.
Nicht um zu studieren, leben wir, sondern wir studieren, um angenehm leben zu können.
Nichts ist süß, was ewig dauert.
Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich selbst für sehr religiös hält.
Niemand urteilt ungerechter als besonders die Halbgebildeten, die fremde Gelehrsamkeit an der eigenen messen.
Nur wenige Menschen begreifen, wie nützlich es ist, daß man, um in der Welt sein Glück zu machen, niemals erröte und alles wage.
Ob ein fröhliches Mahl überhaupt ohne Frauen denkbar ist, lasse ich offen.
Ordne deinen Besitz, ohne einem anderen zu schaden.
Sorge also dafür, dass du dein eigener Arzt bist.
Über Worte aber soll man nicht streiten, wenn man sich in der Sache einig ist.
Und wie rechtes Regieren die bei weitem schönste aller Aufgaben ist, so ist es gleichsam auch die schwierigste von allen.
Von den Schlechten verlacht zu werden, ist fast ein Lob.
Von der Zunge hängt des Menschen Würde und Glück ab.
Wahre Weisheit umfasst nicht nur die Erkenntnis des Wahren, sondern auch den Drang und die Liebe zum Ehrenvollen.
Wahrer Adel ist es, den nichtigen Adel zu verachten.
Was aber ist die Staatsführung anderes als die Tätigkeit eines Hirten?
Was auch immer wir mit Leidenschaft begehren oder hassen, darin ist Zurückhaltung heilsam.
Was gibt es Törichteres als von seinen eigenen guten Eigenschaften bezaubert, von seinen eigenen Verdiensten entzückt zu sein?
Was in der Natur liegt, gilt nicht als Verdienst.
Was ist nun also das Leben, oder besser: Ist das überhaupt ein Leben, wenn man sich daraus die Lust wegdenkt?
Was wäre ungerechter, als den Fehler eines einzelnen Menschen zur Verurteilung einer ganzen Kunst zu verdrehen?
Was will man einem Nackten nehmen?
Welch eine Aufruhr der Dinge verursacht allein das verdorbene Gehirn eines einzigen Menschleins!
Wenn auch der Neid dem Feuer gleich in die Höhe strebt, so gibt es doch etwas, das vollkommen und strahlend ist, dass es davon nicht berührt werden kann.
Wenn ein jeder nur danach streben würde, das, was ihm zuteil geworden ist, zu fördern, würden zweifellos überall alle Dinge gedeihen.
Wer aber könnte dem Schatten des Neides entkommen, ohne zugleich auch das Licht der Tugend zu vermeiden?
Wer den Kern aus einer Nuß essen will, soll die Nuß zerbrechen.
Wer den Kern sucht, muß die Schale brechen.
Wer die Kunst versteht, mit sich selbst leben zu können, kennt keine Langeweile.
Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die größte Sünde.
Wer sich von der Hoffnung nährt, ist stets in der Schwebe und lebt nicht.
Wie die Umstände, so auch die äußere Erscheinung.
Wie viele Male schaut der Wille durch’s Fenster, ehe die Tat durch’s Tor geht.
Willst du offenkundig sehen, was für eine gottlose Sache der Krieg ist, so nimm wahr, von welchen Leuten er geführt wird.
Wird der einen anderen lieben, der sich selber hasst?