Zitate von Epiktet

Alles was der Natur gemäß geschieht, geschieht richtig.
Angesichts jeden Wunsches muß man sich die Frage stellen: Welchen Vorteil bringt es, ihn sich nicht zu erfüllen?
Bedenke, dass du nur der Schauspieler bist in einem Stücke, das der Direktor bestimmt.
Bei einem Gastmahl sprich nicht davon, wie man essen soll, sondern iss, wie man soll.
Beschimpfe und tadle auf jeden Fall nicht diejenigen, die sich dem Geschlechtsgenuss hingeben. Erzähle auch nicht überall, daß du dies nicht tust.
Das ist die Ursache aller dieser Übel für die Menschen, dass sie die Gemeinbegriffe nicht auf die einzelnen Gegenstände anzuwenden vermögen.
Das Kleinlichste auf Erden ist Habsucht, Vergnügungssucht und Großsprecherei, – das Größte: Großmut, Sanftmut, Wohltätigkeit.
Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen.
Der Tod ist nichts Schreckliches; nur die fürchterliche Vorstellung vom Tode macht ihn furchtbar.
Der Weg zum Glück besteht darin, sich um nichts zu sorgen, was sich unserem Einfluss entzieht.
Die Liebe zu den Menschen ist Pflicht, sind wir doch alle Kinder desselben Gottes.
Die Materialien sind mittelmäßig, aber was wir daraus machen, ist keine Sache von Mittelmäßigkeit.
Die Natur hat dem Menschen eine Zunge gegeben und zwei Ohren, damit wir doppelt so viel von andern hören, als wir selbst reden.
Die Wahrheit siegt in und durch sich selbst; die Meinung nur in anderen.
Drei Reben trägt der Weinstock, die eine bringt die Lust, die andre den Rausch, die dritte die Freveltat.
Du kannst unbesiegbar sein, wenn du dich nie auf einen Wettstreit einläßt, dessen Sieg nicht in deiner Macht liegt.
Eine Schande ist’s, wenn ein Richter von einem anderen gerichtet werden muß.
Einem Arzte, der nichts verschreibt, zürnen die Kranken und glauben, sie seien von ihm aufgegeben.
Es ist ebenso schwierig für die Reichen, Weisheit zu erlangen, wie für die Weisen, Reichtum zu erlangen.
Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.
Für einen Menschen ist es unmöglich, das zu erlernen, was er bereits zu wissen meint.
Hast du zur Besinnung Frist gewonnen, so wirst du leicht dein Meister sein.
Hat man einen verkommenen Freund, so muß man, wenn man engen Umgang mit ihm pflegt, ebenso verkommen, auch wenn man selbst unverdorben ist.
In geschlechtlicher Hinsicht übe vor der Ehe größtmögliche Zurückhaltung. Wenn du dich dennoch darauf einläßt, so bleibe im Rahmen des gesetzlich Erlaubten.
Je seltener das Angenehme, desto größer die Lust.
Kritisiere dein Ich, aber verzweifle nicht daran.
Leide und meide!
Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.
Nenne dich niemals einen Philosophen und sprich unter Ungebildeten auch möglichst nicht über die philosophischen Lehrsätze, sondern handle danach.
Nicht die Armut bewirkt Schmerz, sondern die Begierde.
Nicht Sprüche sind es, woran es fehlt; die Bücher sind voll davon. Woran es fehlt, sind Menschen, die sie anwenden.
Niemand ist frei, der sich nicht beherrscht.
Reden wir etwa sonderbares Zeug, wenn wir behaupten, daß der Schaden eines jeden Wesens in dem besteht, was wider seine Natur geht?
Ruin und Wiederaufbau liegen dicht beieinander.
Sage nie von einer Sache: ich habe sie verloren, sondern: ich habe sie zurückgegeben.
Sei kein abhängiger Patient – heile deine eigene Seele.
Sei nicht feiger als die Kinder! Wenn es dir angezeigt erscheint, sage: „Ich spiele nicht mehr mit.“
Stelle dir ein Muster und Vorbild auf, und lebe ihm nach, sowohl wenn du allein bist, als wenn du unter die Leute kommst.
Stößt dem gebildeten Weisen Hindernis und Schwierigkeit auf, so sucht er die Schuld in sich.
Trachte danach, an nichts zu denken, was du für böse hältst.
Überlege dir, was du bist! In erster Linie ein Mensch, d. h. ein Wesen, das keine wichtigere Fähigkeit besitzt als seinen freien Willen.
Überschreitet man das Maß, so wird das Angenehme zum Unangenehmen.
Unverständige befreit die Zeit von ihrem Schmerz, Verständige aber die Überlegung.
Verständig ist, wer sich nicht betrübt über das, was er nicht hat, sondern sich freut über das, was er hat.
Versuche dich um Himmels Willen an kleinen Dingen; erst danach mache mit größeren weiter.
Was dir das Rechte erscheint, laß dir ein unverbrüchliches Gesetz sein.
Was ist der Mensch? Ein Seelchen, das einen Leichnam mit herumschleppen muß.
Wer niemanden liebt, mache sich darauf gefaßt, von niemandem geliebt zu werden!
Wie die Gans durch ihr Geschnatter, das Schaf durch sein Blöken niemanden erschreckt, so soll auch die Stimme der unvernünftigen Menge auf dich keinen Eindruck machen!
Wie die Schienbeine darf man auch die Hoffnung nicht zu weit ausstrecken.
Wie ein Ziel aufgesteckt wird, nicht um es zu verfehlen, so ist auch das Unglück in der Welt nicht vorhanden, um ihm auszuweichen.
Willst du gut sein, so glaube zuerst, daß du schlecht bist!
Wir müssen das, was von uns abhängt, so gut als möglich machen; das andere aber so gebrauchen, wie es uns von der Natur verliehen ist.
Wir sollten alles gleichermaßen vorsichtig wie auch zuversichtlich angehen.
Wo Vorteil ist, da ist auch Frömmigkeit.
Wohin ich auch gehe, es gibt überall eine Sonne, einen Mond, Gestirne, Träume für den Schlaf, Vögel und die Allgegenwart Gottes.
Züchtige deine Leidenschaften, damit du nicht von ihnen gezüchtigt wirst!
Zuerst muß man erkennen, daß Gott existiert und für das Weltall sorgt und daß ihm keine Tat, keine Willensregung und kein Gedanke verborgen bleibt.
Zur Freiheit führt eine Straße: Verschmähung alles dessen, was nicht unser ist.