Zitate von Christoph August Tiedge

Ach! welcher Gott verhing der Erde diese Strafen? Kein Gott! der Mensch – sein Wahn schuf diese Wüstenein.
Das Dasein fiel uns zu; die Freiheit wird errungen,
Das Laster flieht zu seinen Finsternissen, wenn sich die Tugend naht.
Den Menschen drängt der Mensch. Wer wird den armen Sklaven Der wilden Leidenschaft befrei’n?
Der edle Mann lebt nie vergebens.
Der Erde Druck, die heiligen Übel des Lebens Erhöhn den Geist, erheben die Seele zu Gott.
Der Mensch ist selbst sein Gott, und sein Beruf ist: Handeln.
Der Schmerz ist die Geburt der höheren Naturen; aus harter Hülle kämpft die Tugend sich hervor.
Der Zweifel hat Verzweiflung oft geboren, denn alles hat, wer Gott verlor, verloren.
Die Freiheit der Vernunft ist unser wahres Leben.
Die Liebe knüpft die Rosenschnur, die Freundschaft nimmt sie in Verwahrung.
Die Schuld hat nur das Recht, uns weh zu tun.
Die Sonne droben ist ein großer Blick der Liebe.
Die Tugend sieht nach ihrem Schatten, Dem Ruhme, sich nur wenig um.
Die Wahrheit liebt zwar Frieden, doch mit der Torheit nicht.
Die Weisheit ist, wie still sich auch ihr Gang verhülle, Reich von Geburt; die List ist eine Bettlerin!
Die Welt der Freiheit trägt der Mensch in seinem Innern, und Tugend ist der Freiheit Götterkind.
Ein guter, liebevoller Mann ist der Grundstein alles Guten.
Ein heiliges Gemüt ist Licht im dunklen Hain.
Ein rebellisch Blut entthront die beste Seele.
Entstehen, Sein und Tod! — Verhängnisvolle Worte —
Es ist der Mensch, der in dem Menschen handelt; im Tiere waltet die Natur.
Ist es denn so reizend, sich mit Trümmern In die Weltgeschichte einzubau’n?
Kurz zu seh’n und weit zu glauben, Ist einmal des Menschen Los.
Laß tief im Menschen uns den Sinn des Lebens suchen, Ein unerschöpftes, nie genug geles’nes Buch.
Leichter ist es groß als recht zu handeln.
Mir ist ein Herz mit allen seinen Wunden Mehr wert als eins, das niemals litt.
Nicht der Besitz, nur das Enthüllen, Das leise Finden nur ist süß.
Nicht eine Tugend, Harmonie der Tugend macht glücklich.
Nur das Leben haßt, der Tod versöhnt.
O der Freie trägt erhaben In der Brust das Weltgericht!
Recht hat der Sinnentrieb, recht thun geziemt dem Geist.
Sei deiner Welt, soviel du kannst, ein Engel So wird sie dir, trotz dem Gefühl der Mängel, So viel sie kann, dafür ein Himmel sein.
Unendlichkeit kann nur ein Wesen ahnen, das zur Unendlichkeit erkoren.
Unsterblich ist der Genius.
Von der die Tugend lebt.
Von Sein zu Sein geht alles Leben über. – Zum Nichtsein ist kein Schritt in der Natur.
Wahre Größe beruht auf dem Bewußtsein eigener Kraft; falsche Größe auf dem Bewußtsein fremder Schwäche.
Was Menschen säen, werden Götter ernten: Gott spricht durch seine Welt, der Mensch durch seine That.
Wenn er kein Weiser ist, so ist kein König frei.
Wir sind nicht, um zu sein; Wir werden, um zu werden.
Wir sind nur in dem Maße gut, als unser Herz der Vernunft gehorsam ist.
Wohl weiß ich es, daß Kleider Leute machen; Nur Menschen – nein, die machen sie noch nicht.