Zitate von Christian Fürchtegott Gellert

Alles, was den freien Gebrauch des Körpers in unsere Gewalt bringen hilft, das befördert auf gewisse Weise auch seinen Anstand.
Also sag ich, ist es gut, Mehr als eine Kunst zu wissen.
An einem unschuldigen Herzen werden die kleinen Fehler unmerklich.
Berühmt zu werden ist nicht schwer. Man darf nur viel für kleine Geister schreiben.
Christ nennst du dich; doch nicht der Nam allein, Auch dein Gemüt und Tun muß christlich sein.
Der Dörfer und der Städte Plage, Verwünscht seist du, gemeine Sage (Klatsch)!
Der Eifer der Arbeit wirkt oft in einer Stunde mehr, als der mechanische, schläfrige Fleiß in drei Stunden.
Der Gesetze der Weisheit und Moral sind nicht viele; nur der Erklärungen, Beweise und Anwendungen dieser Gesetze gibt es viele.
Der Henker mag den Männern trauen!
Der Knechtschaft Stand ist hart, doch besser jederzeit als Freiheit ohne Sicherheit.
Der meisten Schönen Zorn gleicht ihrer Zärtlichkeit, Sie dauern beide kurze Zeit.
Der Pöbel ist der größte Hauf’ auf Erden.
Der wahre Ruhm ist bei Gott Und nicht bei Menschenkindern!
Der Weltmann steigt empor, und der Pedant bleibt sitzen; Denn Sitten können mehr, als die Gelehrtheit nützen.
Die größte Not Hebt doch der Tod.
Die Männer träumen, wenn sie schlafen. Die Frauen träumen, wenn sie nicht schlafen können.
Die Moral soll unsern Verstand zur Weisheit und unser Herz zur Tugend bilden, und durch beides uns zum Glücke leiten.
Die Seele der Ehe ist die Gleichheit der Gemüter.
Die Tugend bleibt uns noch im Unglück selber schön.
Die Unschuld ohne Verstand ist ein sehr mittelmäßiger Schatz.
Die wahre Ruhe der Gemüter ist Tugend und Genügsamkeit.
Doch jedes Herz hat seine Welt.
Doch sterben für der Feinde Heil, das ist die höchste Tugend.
Dringt durch des Aberglaubens Nacht, Die euch zu finstern Köpfen macht.
Ein Ding kann noch so närrisch sein, es sei nur neu, so nimmt’s den Pöbel ein.
Ein Flehn aus gutem reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht.
Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand hat seine Last.
Ein kleiner Feind, dies lerne fein, Will durch Geduld ermüdet sein.
Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Teil; Ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil.
Ein Narr findet allemal noch einen größeren an, der ihn nicht genug bewundern kann.
Ein Tier folgt den Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen.
Ein Tor find’t allemal noch einen größern Toren, der seinen Wert zu schätzen weiß.
Erfindung macht den Künstler groß Und bei der Nachwelt unvergessen.
Erzittre vor dem ersten Schritte! Mit ihm sind auch die andern Tritte Zu einem schweren Fall getan.
Es ist mit unseren Urteilen wie mit unseren Uhren. Keine geht mit der anderen vollkommen gleich, und jeder glaubt doch der seinigen.
Euch Sterblichen zum Glücke Verbarg der Götter Schluß die Zukunft eurem Blicke.
Für Görgen ist mir gar nicht bange, Der kömmt gewiß durch seine Dummheit fort.
Geiz ist Grausamkeit gegen die Dürftigen, und die Verschwendung ist es nicht weniger.
Gewohnheit macht den Fehler schön, Den wir von Jugend auf gesehn.
Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine Zuversicht.
Ich sollt erst vierzehn Jahre sein? Nein, vierzehn Jahr und sieben Wochen.
Ich will lieber durch den Überfluß der Freundschaft fehlen als durch den Mangel.
Ihr Haar bewegte sich, stieg voller Zorn empor, Und stieß, indem es stieg, das Nachtzeug von dem Ohr.
Im Glück Demut, im Unglück Mut…
Ja, Jüngling, wer du auch seyst, vom Blute der Hohen oder der Niedern entsprossen, vergiß nicht, warum du lebest und studierest.
Je minder sich der Kluge selbst gefällt, um desto mehr schätzt ihn die Welt.
Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Man kann Amphibion sein und Fels und Wald bewegen, deswegen kann man doch nicht Bauern widerlegen.
Man muß, will man sein Glück genießen, die Freiheit zu behaupten wissen.
Mein erst Gefühl sei Preis und Dank!
Müßiggehn, wenn man’s nicht recht versteht, ist schwerer, als man denken sollte.
Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit.
Nicht leicht droht Unfall einer Macht, darin der Pöbel schweigt und die Regierung wacht.
Nützlich ist uns oft ein Feind: Er dient, wenn er zu schaden meint.
Oft kleiden sich des Lasters Triebe in die Gestalt erlaubter Liebe, Und du erblickst nicht die Gefahr.
Selbst die unschuldigsten Freuden der Sinne gleichen den Blumen: sie sterben, sobald sie gebrochen sind.
Selbst die unschuldigsten Freuden der Sinne gleichen den Blumen; sie sterben, sobald sie gebrochen sind.
So ein Lied, das Stein’ erweichen, Menschen rasend machen kann.
Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich bald in Sicherheit.
Unterdrücke nie den Trieb deines Gewissens und die innerliche Schamhaftigkeit vor dem Bösen; sie sind die Schutzengel des Guten.
Vereint wirkt also dieses Paar, Was einzeln keinem möglich war.
Vergiß die Alten nicht; sie lehren stets die Welt.
Vergnügt sein ohne Geld, das ist der Stein der Weisen.
Viel besser ohne Glück als ohne Liebe.
Was braucht es mehr als Stolz und Unverstand, Um Millionen durchzubringen?
Was gegeben wird, ohne daß man darum schreit, Verdient doppelte Dankbarkeit.
Was hilft Gesetz, was helfen Strafen, Wenn Obrigkeit und Fürsten schlafen?
Was sich ein Narr in den Kopf gesetzt, das hält wie eine Schrift, die man in Marmor ätzt.
Was viele glauben, glaubet nicht!
Wenn Lieb’ und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir alles kein Gewinn.
Wenn sie nicht hören, reden, fühlen, Noch sehn, was thun sie denn? Sie spielen!
Wer dir als Freund nichts nützen kann, kann allemals als Feind dir schaden.
Wer ein Gesetz der Tugend übertritt, entheiligt in dem einen Falle im Herzen auch die andern mit.
Wer ein Laster liebt, der liebt die Laster alle.
Wer in der Jugend spart, darbt im Alter nicht.
Wer Schwache leiten will, der sei von ihrer Schwachheit frei.
Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein.
Wer vor dem Tode flieht, der flieht vor seinem Schatten.
Wer Zweykampf sucht, der ist ein Thor, Und wer sich schlägt, das ist der größte.
Wie groß ist des Allmächtigen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt?
Zu heftig oder zu schwach begehren und verabscheuen,das entfernt uns von unserem Glücke.