Zitate von Charles de Montesquieu

»Er hat zu viel Geist, um mich zu verstehen.«
Achtet wohl darauf, daß die meisten Dinge, die uns Vergnügen bereiten, unvernünftig sind.
Alle Ehemänner sind häßlich.
Alle schüchternen Leute drohen gern; denn sie fühlen, daß Drohungen auf sie selber großen Eindruck machen würden.
Aphorismen sind die Sprichwörter der gebildeten Leute.
Arbeiten wir daran, die Menschen glücklicher zu hinterlassen, als wir selbst es waren.
Aus mangelnder Selbsteinschätzung entstehen so viele Fehler wie aus übertriebener Selbstachtung.
Bei den meisten Widrigkeiten kommt es darauf an, daß man sich zu helfen weiß. Dann fügen sich die meisten in den Plan eines glücklichen Lebens ein.
Bei jedem Staatsamte muß die Größe der Macht durch die Kürze ihrer Dauer ausgeglichen werden.
Bei jungen Frauen ersetzt die Schönheit den Geist, bei alten der Geist die Schönheit.
Bei seinem Tun und Lassen sollte es dem Menschen auf Billigung und nicht auf Beifall ankommen.
Beobachtungen sind die Geschichte, Systeme die Fabel der Naturwissenschaft.
Bildung ist keine Sache, die nach Nutzung ihren Wert verliert.
Da die Menschen schlecht sind, ist das Gesetz notwendig, um sie für besser anzusehen, als sie sind.
Das Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins. Welches die drei anderen sind, darauf bin ich noch nicht gekommen.
Das gesellschaftliche Gespräch setzt eine Geistigkeit besonderer Art voraus. Es verlangt Kürze der Überlegung und der Einwände.
Das Glück ist unsere Mutter, das Mißgeschick unser Erzieher.
Das Schicksal hat keinen Einfluß auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.
Das Schlechte, was man von sich sagt, findet immer Glauben, das Gute nicht.
Das Talent ist eine Gabe, die Gott uns heimlich gegeben hat und die wir, ohne es zu wissen, offenbaren.
Das Urteil der Minorität müßte zum Beschluß erhoben werden, da die Mehrheit der Menschen töricht ist und die Klugen stets die Minderheit einnehmen.
Daß ein Mensch über die Menschheit emporrage, kommt den andern teuer zu stehen.
Denn wenn es sich darum handelt, so klare Dinge zu beweisen, so ist man sicher, nicht zu überzeugen.
Der Erfolg hängt oft davon ab, daß man weiß, wieviel Zeit für ihn nötig ist.
Der Geist der Mäßigung muß der Geist des Gesetzgebers sein.
Der Geist ist oft dort, wo er nicht glänzt, und wie die falschen Diamanten scheint er oft zu glänzen, wo er nicht ist.
Der Geizige liebt das Geld um seiner selbst willen, nicht wegen des Nutzens, den er daraus zieht.
Der Handel verdirbt die reinen Sitten, und dies war der Gegenstand der Klagen Platos; aber er verfeinert und mildert, wie wir täglich sehen, die rohen Sitten.
Der Hauptpunkt einer guten Verwaltung ist leicht zu erfassen: Er besteht darin, die Ausgaben den Einnahmen anzupassen.
Der Mensch ist nicht arm, wenn er nichts besitzt, sondern wenn er nicht arbeiten mag.
Der Spott ist eine unserem Geist vorteilhafte, unserer guten Gemütsart feindliche Rede.
Der Staat besitzt keine der Tugenden, die er von seinen Staatsbürgern verlangt.
Die Ehre ist unbekannt in den despotischen Staaten.
Die Ehrgeizigen: Ihr Ehrgeiz ist wie der Horizont, der immer vor ihnen steht.
Die Erwartung ist eine Kette, die alle unsere Freuden verbindet.
Die Freiheit ist ein Gut, das alle andere Güter zu genießen erlaubt.
Die Furcht vermehrt unsere Leiden, wie die Begehrlichkeit unsere Freuden steigert.
Die Geschmäcker sind geizig und die Leidenschaften verschwenderisch.
Die glücklichsten und die unglücklichsten Menschen haben die gleiche Neigung zur Härte.
Die Höflichkeit ist das Bestreben, anderen gefallen zu wollen.
Die Intelligenz besteht darin, daß wir die Ähnlichkeit der verschiedenen Dinge und die Verschiedenheit der ähnlichen erkennen.
Die Kritiker sind wie die schlechten Feldherren, welche, weil sie außerstande sind, ein Land zu erobern, die Gewässer vergiften.
Die Liebe offenbart niemals, was die Freundschaft in ihrer höchsten Form sagen läßt.
Die meisten Dinge, die uns Vergnügen bereiten, sind unvernünftig.
Die meisten Franzosen leiden an der Manie, geistreich sein zu wollen; und die, welche geistreich sein wollen, leiden an der Manie, Bücher zu schreiben.
Die meisten Menschen sind eher zu großen Taten bereit, als zu guten.
Die Menschen gewöhnen sich an alles, selbst an die Knechtschaft, wenn nur der Herr nicht härter ist als die Knechtschaft.
Die nächstverwandten Religionen sind sich die bittersten Feindinnen.
Die Natur scheint weise vorgesorgt zu haben, daß die Dummheiten der Menschen flüchtig vorübergingen; aber die Bücher verewigen sie.
Die Phantasie unterwirft sich von selbst den Sitten eines jeden Landes.
Die politische Freiheit besteht in der Sicherheit oder wenigstens in dem Glauben, den man an seine Sicherheit hat.
Die politische Tugend fordert Selbstverleugnung, und die fällt dem Menschen allemal sehr schwer.
Die Sitten sollten zum Klima passen.
Die Tyrannis eines Fürsten in einer Oligarchie ist nicht so gefährlich für das Gemeinwohl wie die Apathie der Demokratie.
Durch die Tyrannei eines Fürsten wird ein Staat dem Untergange nicht näher gebracht, als eine Republik.
Ein durch Waffengewalt gegründetes Reich muß sich auch durch die Waffen erhalten.
Ein Ehemann hat selten einen Nebenbuhler, den er nicht selbst einmal seiner Frau wie ein Geschenk von eigener Hand dargeboten hätte.
Ein großer Mensch ist, wer weit, schnell und richtig sieht.
Ein Kapital an Bescheidenheit trägt viele Zinsen.
Eine auf Waffen gegründete Herrschaft muß sich auf Waffen stützen.
Eine edle Tat ist eine Tat, die Güte besitzt und Kraft verlangt, um getan zu werden.
Eine ewige Erfahrung lehrt, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Es geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Eine Frau ist gezwungen, so zu gefallen, als ob sie ihr eigenes Werk sei.
Eine freie Nation kann einen Befreier haben, eine unterjochte bekommt nur einen anderen Unterdrücker.
Eine in Knechtschaft verfallene Nation strebt mehr, das Erworbene zu erhalten, als zu erwerben; eine freie im Gegenteil trachtet mehr zu erwerben, als zu erhalten.
Eine Moral für die Gesunden und eine Moral für die Kranken.
Eine Vielzahl von Frauen bewahrt uns vor ihrer Herrschaft, sie dämpft die Heftigkeit unseres Verlangens.
Eines sollte alle Minister in den meisten Staaten erzittern machen: die Leichtigkeit, mit der man sie ersetzen kann.
Erfolg beruht im Allgemeinen auf dem Wissen, wie viel Zeit zum Erfolg nötig ist.
Es gehört nicht viel Geist dazu, alles zu verwirren, viel aber, alles auszugleichen.
Es gibt Menschen, die ihre Seele auf dem Gesicht tragen, und andere am Hinterkopf.
Es gibt Millionen von Menschen, die sich nach Unsterblichkeit sehnen – die aber nicht wissen, was sie an einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen sollen.
Es gibt schlechte Beispiele, die schlimmer sind als Verbrechen: es sind mehr Staaten zu Grunde gegangen, weil man die Sitten, als weil man die Gesetze verletzt hat.
Es ist ein Jammer, daß die Spanne immer so kurz ist zwischen der Zeit, wo man zu jung ist und jener, wo man zu alt ist.
Es ist gut, dass es in der Welt Gutes und Schlechtes gibt; sonst wäre man verzweifelt beim Abschied vom Leben.
Es ist gut, in Bedrängnis zu leben. Das wirkt wie eine gespannte Feder.
Es ist sicher, daß der Charakter der Liebe und Freundschaft ganz verschieden ist: Letztere hat noch niemals einen Mann ins Irrenhaus gebracht.
Es kann unterhaltend sein, sein Glück zu machen: Man ist stets voll Hoffnung.
Es klingt wie Spott, einen Schmerz durch die Erwägung, daß man zum Leiden geboren sei, besänftigen zu wollen.
Es sind immer die Abenteurer, die große Dinge vollbringen.
Es wird immer schön bleiben, die Menschen zu beherrschen, indem man sie beglückt.
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muß Gesetz sein, weil es recht ist.
Europa ist ein Staat, der aus mehreren Provinzen besteht.
Freiheit ist das Recht, alles zu tun, was die Gesetze gestatten.
Freundschaft ist ein Vertrag, durch den wir uns verpflichten, kleine Dienste zu erweisen, damit wir in den Genuß größerer kommen.
Friedensliebe ist die natürlichste Folge des Handels.
Frömmigkeit ist ein Glaube, daß man mehr wert sei als ein anderer.
Frömmigkeit kommt aus dem Hang, um welchen Preis auch immer eine Rolle in der Welt zu spielen.
Geistliche sind daran interessiert, die Völker in Unwissenheit zu erhalten, man würde sonst, da das Evangelium einfach ist, ihnen sagen: Wir wissen das alles so gut wie ihr.
Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
Gesellschaft ist die Vereinigung der Menschen und nicht die Menschen selbst.
Gewöhnlich sind diejenigen, die einen großen Geist besitzen, sich dessen nicht bewußt.
Gleicherzeit ist sie [die Religion] aber auch die sicherste Bürgschaft, welche es für den sittlichen Lebenswandel eines Menschen geben kann.
Glück ist dem Menschen gefährlicher als Unglück; dieses hält ihn wachsam, jenes macht in gleichgültig.
Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.
Gravitätischer Ernst ist der Schild der Dummen.
Große Herren haben Vergnügungen, das Volk hat Freude.
Ich finde nichts so schwer, wie bei Dummköpfen Geist zu haben.
Ich finde, daß die meisten daran arbeiten, zu großen Reichtümern zu kommen, um, wenn sie soweit sind, verzweifelt zu sein, daß sie nicht berühmter Abkunft sind.
Ich habe meine Grundgesetze nicht meinen Vorurteilen, sondern der Natur der Dinge entnommen.
Ich habe noch nie einen Kummer gehabt, den eine Viertelstunde Lektüre nicht zerstreut hätte.
Ich habe stets beobachtet, daß man, um Erfolg zu haben in der Welt, närrisch scheinen, aber weise sein muß.
Ich kann die Leute nicht ausstehen, die ständig Triumphe erringen über die Bescheidenheit der anderen.
Ich nenne Frömmigkeit eine Krankheit des Körpers, die die Seele in einen Wahnsinn versetzt und deren Wesen es ausmacht, völlig unheilbar zu sein.
Ich verlange keine Protektion für dieses Buch; man wird es lesen, wenn es gut ist, und wenn es schlecht ist, so liegt mir nichts daran, daß man es lese.
Im Allgemeinen wird das Verhalten eines Mannes, der die Untreue seiner Frau schweigend hingehen läßt, nicht gerügt; im Gegenteil, man lobt ihn wegen seiner Klugheit.
In den meisten Schriftstellern sehe ich nur den Menschen, der schreibt, in Montaigne den, der denkt.
In meiner Tätigkeit bin ich Bürger meines Landes, aber wenn ich schreibe, bin ich ein Mensch. Ich bin notwendigerweise Mensch, Staatsbürger aber nur durch Zufall.
Jagt man dem Geist nach, so erhascht man die Dummheit.
Je hohler ein Kopf ist, desto mehr bemüht er sich, sich zu entleeren.
Je weniger wir von den Schriftstellern verlangen, desto mehr fordern wir von den Kritikern.
Jeden Augenblick entstehen neue Tierarten, und ich glaube, daß jeden Augenblick einige zugrunde gehen.
Jeder Bürger ist verpflichtet, für sein Vaterland zu sterben, aber keiner ist verpflichtet, für sein Vaterland zu lügen.
Jeder Mensch soll gesittet, aber auch jeder frei sein.
Jedes träge Volk ist ernst; denn die, welche nicht arbeiten, betrachten sich als die Gebieter derer, die arbeiten.
Kaum zweihundert Jahre ist es her, daß die französischen Frauen sich einfallen ließen, Unterhosen zu tragen. Bald hatten sie sich dieses Hindernisses wieder entledigt.
Kein Reich ward je von so vielen Bürgerkriegen heimgesucht wie das von Christus.
Keineswegs ist es die junge Generation, die entartet; diese verdirbt nur, wenn die Erwachsenen schon verdorben sind.
Läuft man hinter dem Geist her, so erwischt man die Dummheit.
Man betrachtet die Teile nur, um über das Ganze zu urteilen, man untersucht alle Ursachen, um alle Wirkungen zu erkennen.
Man ist glücklich in dem Gesellschaftskreis, in dem man lebt: Das beweisen die Galeerensträflinge. Jeder schafft sich den Kreis, in den er sich stellt, um glücklich zu sein.
Man ist nicht einig über den Geist, weil er zwar, soweit er sieht, etwas Wirkliches, aber soweit er Gefallen erregt, etwas völlig Relatives ist.
Man kann seine Eitelkeit nur befriedigen, indem man die Eitelkeit anderer verletzt.
Man kann über alles spötteln, weil alles eine Kehrseite hat.
Man läßt das Schlechte bestehen, wenn man das Schlimmere fürchtet, man läßt das Gute bestehen, wenn man im Zweifel ist über das Bessere.
Man liest gern die Werke der Alten, um andere Vorurteile kennenzulernen.
Man muß den Wert des Geldes kennen; die Verschwender kennen ihn nicht und die Geizhälse noch weniger.
Man muß die Hälfte seiner Zeit vertun, um mit der anderen etwas anfangen zu können.
Man muß die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht nach ihrem Tode.
Man muß die Vorurteile seiner Zeit gut kennen, um sie weder zu sehr zu verletzen, noch ihnen zu verfallen.
Man muß viel studieren, um wenig zu wissen.
Man muß viel studiert haben, um wenig zu wissen.
Man muß Zustimmung für seine Arbeit suchen, nicht Beifall.
Man müßte die Geistesblitze aus den Irrenhäusem sammeln, man fände viele.
Man müßte die Menschen von dem Glück überzeugen, das sie nicht sehen, selbst wenn sie es genießen.
Man soll an seine Schriften keinen Essig tun. Man soll Salz hineinstreuen.
Man sollte die Menschen von ihrem Glück überzeugen; sie beachten es nicht, obwohl sie es besitzen.
Man spricht viel von der Erfahrung des Alters. Das Alter nimmt uns die Torheit und Fehler der Jugend, aber es gibt uns nichts.
Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.
Manche Leute meinen, man wäre nicht feurig in seinen Gedanken, weil man es nicht ist der Art, sie zu verteidigen.
Manche Leute tragen drei Namen, als fürchteten sie sich, keinen zu besitzen.
Merkwürdig! Fast niemals ist es die Vernunft, die die vernünftigen Dinge macht, und man kommt fast nie zu ihr durch sie selbst.
Mit Ausnahme einiger Freigeister begehren alle Christen in den Himmel zu kommen; aber fast jeder möchte ihn zu billigerem Preise erwerben, als er zu haben ist.
Mit einem Wort, die Geschichte lehrt uns zur Genüge, daß Strafgefangene nie anders als nachteilig gewirkt haben.
Neid. Wo ich ihm begegne, mache ich mir ein Vergnügen daraus, ihn zur Verzweiflung zu bringen. Vor einem Neidischen lobe ich immer die, die ihn erbleichen machen.
Nichts ist schwieriger, als mit den Dummen geistreich zu sein.
Nichts ist so mächtig als eine Republik, in der man die Gesetze – nicht aus Furcht – sondern aus Neigung beobachtet.
Nie kommt ein Mensch aus Vernunft zur Vernunft.
Nutzlose Gesetze entkräften nur die notwendigen.
Oft kritisiert man seine Freunde, um nicht den Anschein zu erwecken, als hätte man ihre Fehler nicht durchschaut.
Republiken enden durch Luxus, Monarchien durch Armut.
Schade, daß die Zeit zwischen “zu jung” und “zu alt” so kurz ist.
Schamhaftigkeit steht jedem gut; aber man muß verstehen, sie zu überwinden, ohne sie zu verlieren.
Seinen Hochmut kann man verbergen, aber nicht seine Bescheidenheit.
Sind die Grundsätze einer Regierung einmal verderbt, so werden die besten Gesetze schlecht und wenden sich gegen den Staat.
Sklaven müssen sein, sonst wäre der Zucker zu teuer.
Sobald Menschen in Gesellschaft leben, fühlen sie sich weniger schwach; die unter ihnen bestehende Gleichheit verschwindet, und der Kriegszustand beginnt.
Sturm im Wasserglase.
Trägheit ist ein Resultat des Stolzes, Arbeit eine Folge der Eitelkeit.
Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus – weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.
Überflüssige Gesetze tun den notwendigen an ihrer Wirkung Abbruch.
Um eine böse Tat zu tun, findet die Frömmigkeit Gründe, die einem einfachen, redlichen Menschen nie in den Sinn kommen würden.
Unbedingter Gehorsam setzt bei dem Gehorchenden Unwissenheit voraus.
Und zu dem Geschmack: Anderswo gelten die Gesetze der Natur und anderswo die Gesetze der Gesellschaft.
Unglückliches Geschick der Menschen! Kaum ist der Geist zu seiner Reife gelangt, beginnt der Körper dahinzuwelken.
Von allen Völkern der Welt hat es [England] am besten verstanden, drei große Dinge sich zunutze zu machen: die Religion, den Handel und die Freiheit.
Wären die Menschen in ihrem kleinen Garten geblieben, so hätten wir eine andere Vorstellung von Glück und Unglück als die, die wir jetzt haben.
Wären die Menschen vollkommen tugendhaft, so hätten sie keine Freunde.
Wehe dem Rufe eines Fürsten, der einer Partei unterliegt, die zur herrschenden wird, oder der ein Vorurteil zu zerstören gesucht hat, das ihn überdauert.
Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.
Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.
Wenn einmal die Autorität durch Gewaltthätigkeiten auf Verachtung gestoßen, wird niemand mehr Ansehen genug haben, um sie wiederherzustellen.
Wenn es einen Gott gibt, muß er notwendigerweise gerecht sein; denn andernfalls wäre er das schlechteste und unvollkommenste von allen Wesen.
Wenn es genügt, etwas zu verbessern, soll man es nicht abschaffen.
Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.
Wenn man dem Witz nachjagt, erwischt man eine Dummheit.
Wenn man in Paris Frau gewesen ist, kann man es nirgendwo anders sein.
Wenn man regieren will, darf man die Menschen nicht vor sich herjagen, man muß sie zum Folgen bringen.
Wer Geistesgegenwart besitzt, hat Bargeld. Wer keine besitzt, hat sein Vermögen in Landgüter stecken.
Wer ist glücklich? Die Götter wissen es, denn sie blicken ins Herz der Weisen, der Könige und der Hirten.
Wer wünscht, daß man ihn fürchtet, erreicht nur, daß man ihn haßt.
Wie schade, daß so wenig Raum ist zwischen der Zeit, wo man zu jung, und der wo man zu alt ist!
Wie viele Kritiker und Richter gibt es und wie wenig Leser.
Wir können aus allem Guten uns Gutes bilden und können sogar unsere Übel zu Gutem umbilden.
Wir sind höflich aus Stolz.
Wir sind so sehr daran gewöhnt, Häuser reicher Menschen zu sehen, so daß uns die Häuser von Menschen mit Geschmack bezaubern.
Wo es den Rednern an Tiefe fehlt, da gehen sie in die Breite.
Wollen die Wilden in Louisiana Früchte haben, so fällen sie den Baum an der Wurzel und sammeln die Früchte. Das ist die despotische Regierung.
Zu der Zeit, als die Künste noch unbekannt waren, nannten die Menschen alles ›schön‹, was groß war, alles was mit einer großen Anzahl Hände geschaffen wurde.
Zwei Arten von Menschen: Die einen denken, die anderen amüsieren sich.
Zwischen den Menschen besteht für gewöhnlich so wenig Unterschied, daß kaum Grund zur Eitelkeit vorliegt.