Zitate von Carl Hilty

»As cold as c+harity« ist ein traurig wahres Sprichwort.
Achte auf das Kleine in der Welt,
Als Gott die Welt erschuf, da schuf er den Mann und das Weib, nicht Herrn und Knecht, nicht Juden und Christen, nicht Arme und Reiche.
Anekdoten sind die Henkel großer Seelen, durch welche diese faßlich werden für den Hausverstand.
Bei Weibern ist die Liebe so oft eine Tochter wie die Mutter die Eifersucht
Christentum, Religion überhaupt ist ihm nicht bloß ein Greuel, es ist ihm ein Ekel.
Das Genie bildet die Welt aus sich heraus, der Held bildet sie in sich hinein.
Das Leben ist allen Tieren gemein, aber sterben kann nur der Mensch.
Das Licht, das sogenannte offizielle Mitteilungen verbreitet, ist oft nichts als ein Irrwisch, der uns in Sümpfe führt.
Das Weib lebt nur, wenn es liebt, es findet sich erst, wenn es sich in einem Mann verliert.
Dein Verstand ist schwankend, wird er nicht auf die Sinne gebaut; dein Glaube ist dunkel, wenn ihn die Vernunft nicht beleuchtet.
Dem Sturme, und kommt er noch so plötzlich, geht doch ein warnendes Lüftchen vorher; aber wie schützt man sich gegen die Launen der Weiber?
Dem Trägen und Feigen aber leiht Gott nicht seine Kraft, sondern er verläßt ihn. Hilf dir selbst, dann wird der Himmel dir helfen!
Der Abstand zwischen Eins und Nichts ist größer als der zwischen Eins und Tausend.
Der Ehrgeiz ist für die Seele, was der Hunger für den Geist ist.
Der Geist des Mannes ist sonnenlichter Tag, der Geist des Weibes gleicht mondheller Nacht – und der trübste Tag ist heller als die hellste Nacht.
Der Mann wird dem Jünglinge, der Jüngling dem Manne, der Mann dem Greise geopfert.
Der Mensch ist wie eine Spieldose – ein unmerklicher Ruck, und es beginnt eine andere Melodie.
Der Mensch muß innerhalb eines Totallebens irgendein Organ zum höchsten Leben individualisieren, daß es das Herrschende werde für die übrigen
Der Mensch wird in der Fremde geboren; leben heißt die Heimat suchen, und denken heißt leben.
Der Unterschied zwischen Freiheit und Freiheiten ist so groß als zwischen Gott und Göttern.
Der Verstand, als Blitzableiter des Unglücks, kann es an dem Herzen der Menschen unschädlich herabführen, vermag aber nicht, es abzuwenden.
Der wahre Mut ist nicht bloß ein Luftball der Erhöhung, sondern auch ein Fallschirm des Herabsinkens.
Die Deutschen bilden sich so viel auf ihre Bescheidenheit ein; das kommt mir vor, als wollte ein Hase mit seiner Furchtsamkeit prahlen.
Die Deutschen sind in einem unseligen Wahne befangen. Sie meinen immer noch, es käme darauf an, Recht zu haben.
Die Erinnerung jeder überstandenen Not ist eine Schwester der Freude
Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert.
Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.
Die Melancholie ist die Freudigkeit Gottes.
Die Menschen sind Gedanken der Erde.
Die Nachtigall singt nur im Dunkeln. So lernen wir die himmlische Melodie eines edlen Herzens erst kennen, wenn es trauert.
Die öffentliche Meinung ist die unsichtbare Rüstung des Volkes.
Die Polizei müßte ein wachsames Auge auf die Moralisten haben, sie sind das für die Seele, was die Quacksalber sind für den Leib.
Die Sitten sind für den Geist, was Kleider dem Leibe sind.
Die Weiber haben Launen, weil sie zu gut sind, das Böse nach Grundsätzen, und zu schwach, das Gute mit Dauer zu üben.
Die Weiber sind die Schwellen des Glücks und die Pforten des Ruhms.
Die Weiber verlangen das Größte und das Kleinste zugleich, sie fordern Liebe und auch, daß man artig gegen sie sei – eine Million in Scheidemünze.
Die Welt ist ein Spiegel: was hineinschaut, schaut heraus; er gibt nur zurück, was ihr ihm geliehen.
Diplomaten sehen mit den Ohren; die Luft ist ihr Element, nicht das Licht. Darum lieben sie Stille und Dunkelheit.
Ein Mann von Geist wird nie allein etwas Dummes sagen, er wird auch nie etwas Dummes hören.
Ein Ruhestörer ist jemand, der die Bettdecke von der schlummernden Wahrheit wegzieht.
Eins ist, was nützt: die Klarheit. Eins ist, was besteht: das Recht. Eins ist, was besänftigt: die Liebe.
Erziehung ist Erziehung zur Freiheit.
Es gibt nichts Angenehmeres auf der Welt, als in Paris zu sterben: denn kann man dort sterben, ohne auch dort gelebt zu haben?
Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.
Es ist ein Jammer mit den Deutschen, daß sie, weil sie keinen Spaß, auch keinen Ernst verstehen.
Es ist etwas in den Augen eines Menschen, was der geübteste Schurke nicht in seiner Gewalt hat. Dieses Etwas verrät ihn.
Für Erfahrungen muß man teuer bezahlen, und trotzdem will niemand sie haben, wenn man sie verschenken möchte.
Geistreiche Menschen geraten öfter in Verlegenheit als dumme; denn man muß Geist besitzen, um die Geistesgegenwart verlieren zu können.
Glaubet den Zweifelnden und zweifelt, wenn man Glauben gebietet.
Glücklichsein ist auch eine Tugend.
Hätte die Weltgeschichte ein Sachregister, wie sie ein Namensregister hat, könnte man sie besser benutzen.
Herrschsucht ist die Freiheitsliebe einzelner, Freiheitsliebe ist die Herrschsucht aller.
Humor ist die äußerste Freiheit des Geistes; Humor ist immer souverän.
Liebe ist eine Schmeichelei, die allen gefällt, Hohen wie Niederen, Kindern wie Erwachsenen, Guten wie Bösen – und sie ist auch Gott gefällig.
Liebe ist gemeinsame Freude an der wechselseitigen Unvollkommenheit.
Luther hatte es verstanden, als er dem Teufel das Tintenfaß an den Kopf geworfen! Nur vor Tinte fürchtet sich der Teufel; damit allein verjagt man ihn.
Man ist nur Herr, sich den ersten Becher zu versagen, nicht den zweiten.
Man muß niemanden fürchten als sich selbst.
Man nimmt keinen Marmor zu dem Grundstein eines Gebäudes. Darum verlange man von starken Menschen nicht die Spiegelglätte einer Toilettenpuppe.
Mir ist keine Frau bekannt, die ein dummer Mann unglücklich gemacht hätte, und keine, die mit einem, genialen Mann glücklich gelebt
Moral ist die Grammatik der Religion; es ist leichter, gerecht als schön zu handeln.
Musik ist Gebet.
Nadelstiche sind schwerer zu parieren als Schwerthiebe – das haben sie endlich gelernt, die Verfechter der alten Zeit.
Nicht der Geist, das Herz macht frei.
Nicht der Priester, die Anbetung schafft den Götzen.
Nicht wer den Bogen geschnitzt, der ihn spannt, wird Sieger.
Nur die Freiheit des Preßbengels kann gegen die Frechheit des Volksbengels schützen.
Ohne Witz kann man nicht auf die Menschen wirken.
Originell wollen sie alle scheinen, und so machen sie’s dem leicht, es zu sein, der’s nicht scheinen will.
Philosophen sind nicht mehr als die Schmiede, die den Pflug verfertigen; da muß noch gar vieles geschehen, bis man das Brot an den Mund bringen kann.
Selten bewohnt der Architekt ein Haus, das er selbst gebaut. – Er gleicht den modernen Philosophen.
So ein eitles Tier ist der Mensch, daß er lieber sich selbst herabwürdigt als sein philosophisches System.
Solange Kopf und Herz vom Alten besetzt sind, findet das Neue keinen Platz.
Tugenden und Mädchen sind am schönsten, ehe sie wissen, daß sie schön sind.
Um alt zu werden, darf man keine Grundsätze haben.
Um Kindern Moral in Beispielen zu lehren, dazu gebraucht man die Geschichte. Das heißt, ihnen Schwert und Lanze als Messer und Gabel in die Hände geben.
Verleumder gleichen den Windbüschen; man hört sie nicht, man sieht nur ihre Opfer fallen, die Sperlinge.
Vernichtet die Religionen, und ihr habt die Religion zerstört.
Völker sind wie die Oliven: Dem leichten Drucke geben sie süßes Öl, dem starken bitteres.
Vor allen Kindern, die uns begegnen, sollten wir uns tief und ehrfurchtsvoll verneigen; sie sind unsere Herren, für sie arbeiten wir.
Was die öffentliche Meinung nicht erreicht, verdient sie nicht zu erreichen.
Was dir Menschen geben, mußt du bezahlen mit dem, was du hast, oder teurer, mit dem, was du bist.
Was für den Körper der Schwindel ist, ist Verlegenheit für den Geist.
Was ist selbst der glücklichste Mensch ohne Glauben? Eine schöne Blume in einem Glase Wasser, ohne Wurzel, ohne Dauer.
Wer Tyrannei stürzen will, muß ihr dienen.
Wer zu den Köpfen redet, muß viele Sprachen verstehen, und man versteht nur eine gut. Wer mit dem Herzen spricht, ist allen verständlich.
Wie es unter einer Million Menschen nur tausend Denker gibt, so gibt es unter tausend Denkern nur einen Selbstdenker.
Wie habe ich mich auf meinen Reisen bemüht, etwas zu finden, das lächerlicher wäre als die deutsche Zensur! Aber ich habe vergebens gesucht.
Wir leben immer für die Zukunft: Ewiges Stimmen, und nie beginnt das Konzert.