Zitate von Blaise Pascal

Alle guten Grundsätze sind schon niedergeschrieben worden. Es bleibt nur, sie in die Tat umzusetzen.
Alle Menschen versuchen glücklich zu sein; darin gibt es keine Ausnahmen, wie verschieden die Mittel auch sind, die sie anwenden.
Alle Sorgen des Lebens stürzen über uns zusammen, weil wir uns weigern, jeden Tag eine Weile still in unserem Zimmer zu sitzen.
Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.
Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding; er muß einen zweiten finden, um glücklich zu sein.
Alles ist eins, alles ist vielfältig. Wieviele Naturen in der des Menschen! Wieviele Neigungen!
Alles ist von dem gleichen Meister geschaffen und geleitet: die Wurzel, die Zweige, die Blätter, die Grundsätze, die Folgerungen.
Alles kann tödlich werden für uns, selbst das, was gemacht ist, um uns zu nützen.
Alles muß bewiesen werden, und beim Beweisen darf man nichts außer Axiomen und früher bewiesenen Sätzen benutzen.
Alles, was unbegreifbar ist, hört nicht auf, zu sein.
Begehrlichkeit und Macht sind die Quellen aller unserer Handlungen: die Begehrlichkeit verursacht die freiwilligen, die Macht die unfreiwilligen.
Beim Ballspiel benutzen alle den gleichen Ball, aber einer bringt ihn am besten ins Ziel.
Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, daß jedermann gern zuhört.
Beredsamkeit ist Gedankenmalerei in der Form, daß zuletzt noch etwas hinzugefügt wird, damit ein Bild entsteht und kein Porträt.
Beschreibung des Menschen: Abhängigkeit, Wunsch nach Unabhängigkeit, Bedürfnisse.
Bewunderung durch andere verdirbt den Menschen von Kindheit an.
Brich mit deiner Leidenschaft, und du wirst gläubig.
Da Gott aber derart verborgen ist, ist jede Religion, die nicht lehrt, Gott sei verborgen, nicht die wahre.
Damit die Leidenschaft keinen Schaden anrichte, laßt uns handeln, wie wenn wir nur acht Tage zu leben hätten.
Darum ist man auf die Macht verfallen, da man das Gerechte nicht finden konnte.
Das Böse ist leicht, und es gibt unendlich viele Formen des Bösen; das Gute ist beinahe einförmig.
Das Denken macht die Größe des Menschen aus.
Das einzige, das uns über unser Elend hinwegtröstet, sind die Zerstreuungen. Und doch sind sie unser größtes Elend.
Das Endliche wird von dem Unendlichen zu nichts, es wird ein reines Nichts.
Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.
Das ganze Glück der Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu genießen.
Das Gewissen ist das beste Moralbuch, dasjenige, welches man stets befragen sollte.
Das Glück ist nicht außer uns und nicht in uns, sondern in Gott, und wenn wir ihn gefunden haben, ist es überall.
Das Herz hat seine Gründe, welche die Vernunft nicht kennt; man fühlt es auf tausenderlei Weise.
Das Herz kennt Gründe, von denen der Verstand nichts weiß.
Das Ich ist hassenswert.
Das Leben – es ist die Erinnerung an den vorüberfliegenden Tag, den wir zu Gast zugebracht haben.
Das letzte, was man findet, wenn man ein Werk schreibt, ist, zu wissen, was man an den Anfang stellen soll.
Das mannigfaltige Elend des menschlichen Lebens hat all dies begründet. Da man dies erkannt hat, hat man sich für die Zerstreuung entschieden.
Das Niesen absorbiert alle Funktionen der Seele ebenso sehr wie die Arbeit.
Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang nirgends ist.
Das Wetter und meine Laune haben wenig miteinander zu tun. Ich trage meinen Nebel und Sonnenschein in meinem Inneren.
Das Wichtigste im Leben ist die Wahl eines Berufes. Der Zufall entscheidet darüber.
Deine Bekehrung ist meine Sache.
Der Edelmann glaubt, daß die Jagd ein großes Vergnügen sei. Der Reitknecht ist anderer Ansicht.
Der eigentliche Sinn des Reichtums ist, freigiebig davon zu spenden.
Der Eigenwille wird nie zufrieden sein, und könnte er über alles verfügen, was er will; aber man ist in dem Augenblick zufrieden, da man auf ihn verzichtet.
Der Eigenwillige wird niemals befriedigt, wenn er auch alles hätte, was er wünscht; man ist aber befriedigt, sobald man entsagen kann.
Der Einwand der Atheisten: aber wir haben keinerlei Erleuchtung!
Der ganze Verstand beschränkt sich darauf, dem Gefühl nachzugeben.
Der Gedanke macht die Größe des Menschen.
Der Gedanke macht die Würde des Menschen aus.
Der Geist glaubt von Natur, und der Wille liebt von Natur, und so müssen sie sich an falsche Objekte hängen, wenn wahre fehlen.
Der Glaube ist ein besserer Ratgeber als die Vernunft. Die Vernunft hat Grenzen, der Glaube keine.
Der Mensch braucht sich weder für ein Tier noch für einen Engel zu halten, noch beides zu ignorieren, er soll wissen, daß von beidem etwas in ihm ist.
Der Mensch ist dadurch groß, daß er sich elend weiß. Ein Baum weiß sich nicht elend.
Der Mensch ist für die Freude geboren.
Der Mensch ist geneigt, alles zu verleugnen, was ihm unverständlich erscheint.
Der Mensch ist von Natur gläubig und ungläubig, furchtsam und verwegen.
Der Mensch ist weder Engel noch eine Bestie, und sein Unglück ist, daß er um so bestialischer wird, je mehr er ein Engel sein will.
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, sondern Mensch.
Der Mensch, der nur sich selber liebt, haßt nichts so sehr, als mit sich selbst allein zu sein.
Der Natur des Menschen entspricht es nicht, immer in eine Richtung zu gehen; sie hat ihr Kommen und Gehen.
Der Sinn empfängt von den Worten seine Würde, anstatt sie ihnen zu geben.
Die besten Bücher sind die, von denen jeder meint, er hätte sie selbst schreiben können.
Die Dichter haben keinen Grund, uns die Liebe als blind zu schildern; man muß ihr die Binde von den Augen nehmen und diesen hinfort den Genuß gestatten.
Die Erfahrung zeigt uns, welch ein gewaltiger Unterschied zwischen Frömmigkeit und Güte besteht.
Die Erfindungen der Menschen schreiten von Jahrhundert zu Jahrhundert fort. Die Tugend und Bosheit der Welt bleibt im allgemeinen dieselbe.
Die erste Wirkung der Liebe besteht darin, uns große Ehrfurcht einzuflößen.
Die Freude, welche die Liebe, die man nicht auszusprechen wagt, gewährt, hat ihr Schmerzliches, aber auch ihr Süßes.
Die Frömmigkeit ist vom Aberglauben verschieden. Sie bis zum Aberglauben treiben, heißt sie zerstören.
Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die in Wahrheit uns gehört und die wir dem Willen Gottes gemäß gebrauchen müssen.
Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit.
Die Gewalt ist die Herrscherin der Welt, und nicht die Meinung. Doch die Meinung ist diejenige, die von der Gewalt Gebrauch macht.
Die Gewalt ist die Königin der Welt, nicht die Meinung, aber die Meinung ist diejenige, welche der Gewalt bedarf.
Die Größe eines Menschen muß man nicht nach seinen außergewöhnlichen Bemühungen, sondern nach seinem alltäglichen Benehmen bemessen.
Die größte Niedertracht der Menschen ist sein Streben nach Ruhm, aber gerade dieses ist auch das Zeichen, daß er etwas Höheres ist.
Die Kälte ist angenehm, wenn man sich wärmen kann.
Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung; das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hineingeworfen wird.
Die letzte Schlußfolgerung der Vernunft ist, anzuerkennen, daß es ungezählte Dinge gibt, die sie übersteigen.
Die Macht der Könige ist gegründet auf die Vernunft und auf die Thorheit des Volks und zwar weit mehr auf die Thorheit.
Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, daß man keine Gelegenheit versäumen sollte, sie etwas unterhaltsamer zu gestalten.
Die Menschen glauben aufrichtig, die Ruhe zu suchen, und suchen in Wirklichkeit nur die Unrast.
Die Menschen rufen niemals so viel Leid hervor, als wenn sie aus Glaubensüberzeugung handeln.
Die Menschen sind so notwendig Toren, daß es auf eine andere Art töricht wäre, kein Tor zu sein.
Die Menschen sind so notwendig verrückt, daß nicht verrückt sein nur hieße, verrückt sein nach einer anderen Art von Verrücktheit.
Die metaphysischen Gottesbeweise übersteigen die Urteilskraft der Menschen so sehr und sind so widerspruchsvoll, daß sie nur wenig Eindruck machen.
Die Mitte verlassen, heißt die Menschlichkeit verlassen.
Die Nase der Kleopatra: wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich verwandelt.
Die Natur beginnt immer von neuem mit den gleichen Dingen: den Jahren, den Tagen, den Stunden.
Die Natur des Menschen ist nicht so, daß sie immer vorwärts ginge; sie hat ihr Hin und Wieder.
Die Natur hat Vollkommenheiten, um zu zeigen, daß die das Abbild Gottes ist, und Mängel, um zu zeigen, daß sie nur das Abbild ist.
Die niemals ihre Meinung zurücknehmen, lieben sie mehr als die Wahrheit.
Die schönen Taten, welche in der Verborgenheit geschehen, sind die schönsten.
Die Süßigkeit des Ruhm ist so groß, daß man ihn liebt, mag man ihn knüpfen, woran man will, selbst an den Tod.
Die Tugend eines Menschens sollte nicht an seinen besonderen Leistungen gemessen werden, sondern an seinem alltäglichen Handeln.
Die unendliche Kommunion: Das Meine wird sein und das Seine wird mein.
Die unendliche Stille des unendlichen Raums macht mir Angst.
Die Ungläubigen sind die Allerleichtgläubigsten.
Die Vielheit, welche sich nicht zur Einheit erhöht, ist Verwirrung, die Einheit, welche nicht von der Vielheit abhängt, Tyrannei.
Die Wahrheit ist nützlicher für den, der sie erfährt, als für den, der sie sagt.
Die Weisheit führt uns zur Kindheit zurück.
Die Welt um mich herum ist in mir.
Die wichtigste Fähigkeit ist die, welche alle anderen ordnet.
Die Zeit heilt Schmerzen und Streitigkeiten, weil der Mensch sich ändert: weder der Beleidigte noch der Beleidiger bleiben, was sie einmal waren.
Diejenigen, welche wir »die Menschen der Antike« nennen, sind in Wahrheit in allem zeitgenössisch.
Du würdest mich nicht suchen, wenn du mich nicht gefunden hättest.
Ehrfurcht und Liebe müssen so gut verteilt sein, daß sie einander tragen, ohne daß die Liebe von der Ehrfurcht erdrückt wird.
Eifer ist Begeisterung, gemildert durch Vernunft.
Ein einziger Gedanke beschäftigt uns, wir können nicht gleichzeitig an zwei Sachen denken.
Ein Mädchen ist leichter zu beurteilen als ein Gedicht.
Ein Mensch, dem niemand gefällt, ist viel unglücklicher als einer, der niemandem gefällt.
Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand.
Ein Übermaß an Wohlleben macht reizbar.
Ein vernünftiger Mensch liebt nicht deshalb, weil dies für ihn vorteilhaft ist, sondern deshalb, weil ihn die Liebe selbst glücklich macht.
Eine feste und beständige Liebe beginnt stets mit einer Beredsamkeit, die sich handelnd kundtut: die Augen tun das meiste dabei.
Eine Kleinigkeit tröstet uns, weil eine Kleinigkeit uns betrübt.
Empfindsamkeit für kleine Dinge und Gleichgültigkeit für große zeugen von einer seltsamen Verkehrtheit.
Entweder Gott ist, oder er ist nicht. Worauf wollen Sie setzen?
Es gefällt uns, einen König »Fürst« zu nennen, weil das seine Qualität verringert.
Es gibt bereits alle guten Vorsätze. Wir brauchen sie nur noch anzuwenden.
Es gibt eine Vernunft des Herzens, die der Verstand nicht kennt. Man erfährt es bei tausend Dingen.
Es gibt kein größeres Unheil, als wenn der Mensch die Wahrheit zu fürchten anfängt, damit sie ihn nicht entlarve.
Es gibt keine Wahrheit außerhalb der Liebe.
Es gibt Laster, die uns nur in Verbindung mit andern Lastern anhaften: Wenn man den Stamm beseitigt, lassen sie sich wegnehmen wie Zweige.
Es gibt nichts, was der Vernunft so sehr entspricht, wie diese Verleugnung der Vernunft.
Es gibt nur zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerechte halten.
Es gibt viele die glauben, allerdings aus Aberglauben.
Es gibt zwei gleichermaßen gefährliche Extreme: Den Verstand abzuschalten und ausschließlich den Verstand zu benutzen.
Es ist aber das Herz, das Gott spürt, und nicht die Vernunft. Das aber ist der Glaube: Gott im Herzen spüren und nicht in der Vernunft.
Es ist das Herz, das Gott fühlt, nicht der Verstand.
Es ist eine Beredsamkeit des Schweigens, die tiefer eindringt, als es das Sprechen je könnte.
Es ist erstaunlich, daß noch nie ein kanonischer Autor sich der Natur bedient hat, um Gott zu beweisen.
Es ist für den Menschen keine Schande, dem Schmerz zu unterliegen, aber es ist eine Schande für ihn, der Lust zu unterliegen.
Es ist Gottes Art, durch kleine Dinge große Wirkungen hervorzurufen.
Es ist herrlich, im wilden Sturm auf einem Schiff zu sein, von dem man weiß, daß es im Hafen ankommt.
Es ist Licht genug vorhanden für die, die glauben wollen, und Dunkelheit genug für die, die nicht glauben wollen.
Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.
Es ist nicht gewiß, daß alles ungewiß sei.
Es ist nicht gut, frei zu sein. Es ist nicht gut, allen seinen Nöten unterworfen zu sein.
Es ist nicht möglich, zu leben, ohne etwas lieb zu haben.
Es ist weitaus besser, etwas über alles zu wissen, als alles über eine Sache zu wissen. Universalität ist am besten.
Es macht Freude, in einem vom Sturm gepeitschten Schiff zu sein, wenn man sicher ist, daß es nicht untergehen wird.
Es muß verschiedene Rangstufen geben, da alle Menschen herrschen wollen und nicht alle es können.
Falsche Bescheidenheit ist ebenfalls Hochmut.
Flüsse sind Wege, die wandern, und uns dahin bringen, wohin wir wollen.
Freundliche Worte kosten nichts, aber bringen viel ein.
Fürchte nichts, vorausgesetzt, daß du fürchtest. Aber wenn du nichts fürchtest, dann fürchte dich.
Gemeinschaft sucht, wer Einsamkeit nicht vertragen kann.
Gerechtigkeit ohne Stärke ist Ohnmacht, Stärke ohne Gerechtigkeit ist Tyrannei.
Glücklich, wer die Leidenschaft vor dem Ehrgeiz gekannt hat.
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der Philosophen und Gelehrten.
Gott begreift man nur mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand.
Gott hat die Fürbitte angeordnet, um seinen Geschöpfen die Würde der Ursächlichkeit zu verleihen.
Göttliche Dinge muß man lieben, damit man sie erkennen kann.
Hier auf Erden ist jegliches Ding zum Teil wahr, zum Teil falsch.
Ich behaupte: Wenn alle Menschen wüßten, was sie voneinander sagen, gäbe es keine vier Freunde auf der Welt.
Ich bewundere nichts weniger als den Reichtum eines Menschen, wohl aber den Gebrauch, den er davon macht.
Ich fragte ihn, ob das Pferd gesattelt sei, und er antwortete mir, daß der Frosch keinen Schwanz habe.
Ich habe es oft gesagt: das ganze Unglück der Menschen kommt daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.
Ich hätte gern einen kürzeren Brief geschrieben, aber hatte dafür nicht die Zeit.
Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.
Ich sehe nicht ein, weshalb es schwieriger sein sollte, die Auferstehung des Fleisches, die Empfängnis der Jungfrau zu glauben, als die Schöpfung?
Im Herzen eines jeden Menschen gibt es eine Leere, die nur Gott durch seinen Sohn Jesus Christus füllen kann.
Im Leiden beginnt das Religiöse zu atmen.
In einer großen Seele ist alles groß.
In jedem Menschen ist ein Abgrund. Den kann man nur mit Gott füllen.
In seiner Religion muß man aufrichtig sein: wahre Heiden, wahre Juden, wahre Christen.
Instinktiv empfinden wir, daß wir unser Glück außer uns suchen müssen.
Je länger der Weg der Liebe ist, desto mehr Freude fühlt ein zartsinniger Geist.
Je mehr Einsicht man hat, desto mehr Größe und Niedrigkeit entdeckt man im Menschen.
Je mehr man Geist hat, desto mehr originelle Menschen findet man. Gewöhnliche Leute sehen keine Unterschiede.
Je weiser und besser ein Mensch ist, um so mehr Gutes bemerkt er in den Menschen.
Jede Religion ist falsch, die in ihrem Glauben nicht einen Gott als Grund aller Dinge verehrt.
Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, dessen Abbild er in der großen Welt sucht.
Jeder Wahrheit sollte man hinzufügen, daß man sich auch der entgegengesetzten Wahrheit entsinne.
Jesus Christus, den die beiden Testamente, das Alte als seine Hoffnung, das Neue als sein Vorbild betrachten, und alle beide als ihren Mittelpunkt.
Keine Religion als die christliche hat gelehrt, daß der Mensch als Sünder geboren wird.
Kleinigkeiten trösten uns, weil wir unter Kleinigkeiten leiden.
Kranksein ist der einzige eines Christen würdige Zustand.
Kurzum, der Mensch weiß, daß er elend ist; groß aber ist er, da er es weiß.
Lange Briefe schreibt man nur, wenn man nicht genug Zeit hat, kurze zu schreiben.
Liebe hat kein Alter.
Man kann über sein Werk nicht urteilen, während es geschrieben wird. Man muß es zunächst beendigen und dann machen wie die Maler, Abstand nehmen.
Man läßt sich gewöhnlich lieber durch Gründe überzeugen, die man selbst erfunden hat, als durch solche, die anderen zu Sinn gekommen sind.
Man muß, wovon man auch überzeugen wolle, Rücksicht nehmen auf den Menschen, auf den man es abgesehen hat.
Man soll die Fähigkeit eines Menschen nicht nach seinen Anstrengungen, sondern nach seinen alltäglichen Leistungen messen.
Man überzeugt im allgemeinen besser durch Gründe, die man selbst gefunden hat, als durch die, die anderen eingefallen sind.
Man wählt, um ein Schiff zu steuern, nicht denjenigen von den Reisenden aus, der dem vornehmsten Geschlecht entstammt.
Mensch: Ehre und Scham des Universums.
Menschliche Dinge muß man kennen, um sie zu lieben. Göttliche muß man lieben, um sie zu kennen.
Neugier ist nichts als Eitelkeit. Meist will man nur wissen, um davon reden zu können.
Nicht im Raume darf ich meine Würde suchen, sondern in der Ordnung meiner Gedanken.
Nicht in Montaigne, sondern in mir selber finde ich alles, was ich bei ihm sehe.
Nicht was wir sehen, wohl aber wie wir sehen, bestimmt den Wert des Geschehenen.
Nichts ist der Liebe so ähnlich als die Begierde, und nichts ist ihr so entgegengesetzt.
Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut.
Nur Gott soll man lieben und nur sich allein hassen.
Nur weil wir die Gegenwart nicht recht zu erkennen und zu erforschen verstehen, bemühen wir uns geistreich um Einsicht in die Zukunft.
O, die Wunde des Gewissens wird keine Narbe, und die Zeit kühlt sie nicht.
Ohne Jesus Christus wissen wir weder, was unser Leben, noch was unser Tod ist, noch was Gott ist, noch was wir selber sind.
Ohne Macht ist das Gesetz kraftlos.
Ohne Zerstreuung gibt es für den Menschen keine Freude, mit Zerstreuung keine Trauer.
Ohne Zweifel ist es ein Übel, voll Fehler zu sein. Aber ein noch größeres Übel ist es, das nicht erkennen zu wollen.
Selbst das Elend des Menschen beweist des Menschen Größe. Es ist das Elend eines großen Herrn, das Elend eines entthronten Königs.
Selbst ein Geizhals wird freigebig, wenn er liebt.
Sich über Philosophie lustig machen, heißt wahrhaft philosophieren.
Sie wissen nicht, daß sie nur die Jagd und nicht die Beute suchen.
Sorglos eilen wir in den Abgrund, nachdem wir etwas vor uns aufgebaut, was uns hindert, ihn zu sehen.
Unser Dasein liegt zwischen zwei Ewigkeiten.
Ununterbrochene Beredsamkeit langweilt.
Verdorbene Natur. – Der Mensch handelt nicht nach der Vernunft, die sein Wesen ausmacht.
Wäre Kleopatras Nase kurz gewesen, sähe die Welt völlig anders aus.
Warum folgt man der Mehrheit? Etwa weil sie mehr Vernunft besitzt? Nein, weil sie stärker ist.
Was die Menschen durch ihre größten Erleuchtungen zu erkennen vermochten, das lehrt diese Religion ihre Kinder.
Was diesseits der Pyrenäen Wahrheit, ist jenseits Irrtum.
Was wird mit den Menschen geschehen, die das Geringste verachten und an das Größte nicht glauben?
Welche Chimäre ist doch der Mensch! Welch Unerhörtes, welch Ungeheuer, welch Chaos, welch widersprüchliches Wesen, welch Wunder!
Weltliche Dinge muß man erkennen, damit man sie lieben kann.
Weniges tröstet uns, weil uns auch Weniges schon betrübt.
Wenn du willst, daß die Leute gut von dir sprechen, darfst du nicht selber gut von dir sprechen.
Wenn man acht Tage des Lebens geben soll, dann muß man hundert Jahre geben.
Wenn man einen natürlichen Schreibstil antrifft, ist man ganz erstaunt und entzückt, denn man erwartet einen Autor und findet einen Menschen.
Wenn man nicht zuviel liebt, liebt man zu wenig.
Wenn man sagen will, daß der Mensch zu gering ist, um die Verbindung mit Gott zu verdienen, muß man sehr groß sein, um darüber zu urteilen.
Wenn wir alle Nächte von dem gleichen Ereignis träumten, so würde es uns ebensosehr beeinflussen wie die Dinge, die wir alle Tage sehen.
Wenn wir lieben, erscheinen wir uns selbst ganz anders, als wir früher gewesen.
Wer die Eitelkeit der Welt nicht sieht, ist selbst eitel.
Wer nicht sterben wollte, um seine Ehre zu retten, der wäre ehrlos.
Wer weiß nicht, daß der Anblick von Katzen, Ratten, das Zermalmen einer Kohle usw. die Vernunft aus den Angeln hebt?
Wer zu schnell oder zu langsam liest, versteht nichts.
Wie die Mode das Vergnügen bestimmt, so bestimmt sie auch das Recht.
Wie die Mode, sprich Gewohnheit, die Anmut schafft, so schafft sie auch die Gerechtigkeit.
Wie eitel ist die Malerei, wo man die Ähnlichkeit mit Dingen bewundert, die man im Original keineswegs bewundert.
Wie glücklich ist ein Leben, wenn es mit der Liebe beginnt und mit dem Ehrgeiz endet.
Willst du, daß andere Gutes von dir sagen, tu es nie selber!
Wir betrachten die Dinge nicht nur von verschiedenen Seiten, sondern auch mit verschiedenen Augen; wir hüten uns, sie gleich zu finden.
Wir erkennen die Wahrheit nicht nur durch die Vernunft, sondern auch durch das Herz.
Wir rennen unbekümmert in den Abgrund, nachdem wir irgendetwas vor uns hingestellt haben, das uns hindern soll, ihn zu sehen.
Wir sind gleichermaßen unfähig, das Nichts zu fassen, aus dem wir gezogen wurden, wie das Unendliche, von dem wir verschlungen werden.
Wir sind unfähig, die Wahrheit und das Glück nicht zu wünschen, und sind weder der Gewißheit noch des Glückes fähig.
Wir suchen niemals die Dinge, sondern das Suchen nach ihnen.
Wir verbessern die Lasterhaftigkeit der Mittel durch die Reinheit des Zwecks.
Wir verstehen die Zahl, aber nie das Gezählte.
Wissen ist wie ein Baum: Je größer und verzweigter er ist, umso ausgeprägter ist sein Kontakt mit dem Unbekannten.
Witzbold – ein schlechter Charakter.
Wo ist also dieses Ich, wenn es weder im Körper, noch in der Seele ist?
Wollt Ihr, daß man Gutes von Euch denkt, so sprecht nicht davon.
Wollt Ihr, dass man Gutes von Euch glaube? Dann sagt es nicht selber.
Wünschest du, daß die Leute gut über dich denken? Sprich nicht!
Zerstreuung. Der Tod ist leichter zu ertragen, wenn man nicht an ihn denkt, als der Gedanke an den Tod, wenn man außer Gefahr ist.
Zu unserer Natur gehört die Bewegung; die vollkommene Ruhe ist der Tod.
Zu viel Vergnügen ist lästig.
Zustand des Menschen: Unbeständigkeit, Langeweile, Besorgtheit.
Zwei Dinge unterrichten den Menschen über seine ganze Natur: Instinkt und Erfahrung.
Zwischen uns und der Hölle oder dem Himmel steht nur das Leben.