Zitate von Bettina von Arnim

… wir wollen uns fassen und nie mehr loslassen.
Aber frei will ich sein und ganz mein, und was ich gebe, das soll mich nicht binden.
Ach Gott das Philistertum ist eine harte Nuß, nicht leicht aufzubeißen, und mancher Kern vertrocknet unter dieser harten Schale.
Ach, wunderbare Vermittlung des Unaussprechlichen, was die Brust bedrängt: ach, Musik!
Ahnungen sind Regungen, die Flügel des Geistes höher zu heben.
Alle Disharmonie ist Unwahrheit.
Alle Kraft ist man der Welt schuldig und dem, der uns am nächsten steht, am ersten.
Alle Wahrheit ist Schönheit, und alles Unschöne ist Unwahrheit.
Aller Geist geht aus der Selbstbeherrschung hervor.
Alles ist Mitteilung in der Natur.
Alles mag man fürchten, nur nicht, was man bekämpft.
Auch der sinnliche Schlaf soll so genossen werden, daß er ein geistiger Balsam ist.
Blumen sind die Liebesgedanken der Natur.
Das Gemüt hat ohne Vertrauen ein hartes Los.
Das Leben will keine Zeit verlieren.
Das Sinnliche ist Symbol des Geistigen, ist Spiegel einer noch nicht in die geistige Erfahrung getretnen Wahrheit.
Das soll eine so närrische Eigenheit der Männer sein, daß sie dann kalt sind, wenn man sie zu sehr liebt.
Das Unverhoffte, das Gefahrvolle, das Tollkühnste selbst kannst du wagen, das Mittelmäßige allein macht rettungslos elend.
Dem Geliebten entgegengehen, beflügelt den Schritt, und mit dem Geliebten heimgehen, ist der Inbegriff aller Seligkeit.
Denken ist Liebkosen der göttlichen Weisheit
Denn was soll mir Religion, wenn sie stocken bleibt?
Der Boden, aus dem die Liebe entsteigt, ist Geheimnis.
Der Geist muß so mächtig werden, daß er den Tod des Leibes nicht empfindet.
Die echte Liebe empfindet den Geist auch im Leib, in der sinnlichen Schönheit.
Die Einsamkeit gibt dem Geist Selbstgefühl.
Die ganze Natur ist Sprache, die Blume ist ein Wort, ein Ausdruck, ein Seufzer ihrer vollen Brust.
Die Gelehrsamkeit versteht ja doch nur höchstens was schon da war, aber nicht das, was da kommen soll.
Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.
Die Liebe ist ein inniges Ineinandersein; ich bin nicht von dir getrennt, wenn es wahr ist, daß ich liebe.
Die Liebe trägt alles zum himmlischen Reich.
Die Menschenseele ist ein kleiner fliegender Samenstaub, der einen guten Boden sucht, um auch Charakter zu werden.
Die Religion des Hungers ist Essen, sei es erarbeitet, erbettelt oder gestohlen.
Die Seele atmet durch den Geist, der Geist atmet durch die Inspiration, und die ist das Atmen der Gottheit.
Die Sehnsucht hat allemal recht, aber der Mensch verkennt sie oft.
Die wahre Liebe ist keiner Untreue fähig.
Die Wahrheit respektiert nichts als sich.
Die Wehmut ist der Spiegel des Glücks.
Dies Leben ist ein Gefängnis, wo jeder nur eine kümmerliche Aussicht hat in die Freiheit: das ist die eigene Seele.
Du darfst nicht lau sein, du mußt warm sein!
Du irrst dich gewaltig, wenn du meinst, ich gleiche. Nein, ich gleiche nicht, und mir gleicht keiner.
Du kannst den Geist nicht erzeugen. Du kannst ihn nur empfangen.
Ehre den Widerspruch höher als die Zustimmung!
Ein jeder muß ein inneres Heiligtum haben, dem er schwört, und sich als Opfer in ihm unsterblich machen – denn Unsterblichkeit muß das Ziel sein.
Ein Rätsel muß das andere lösen, und die Revolutionen treten einander auf die Ferse, das beweist die Geschichte unserer Tage.
Einem Herzen voll Liebe ist nicht mehr zu helfen.
Erkenne erst alle Sterne und das Letzte, dann kannst du zweifeln, bis dahin ist alles möglich.
Es gibt viel Arbeit in der Welt, mir wenigstens deucht nichts am rechten Platz.
Es ist schöner zu knien, als sich herabzubeugen.
Es sucht jeder in der Liebe nur sich, und es ist das höchste Glück, sich in ihr zu finden.
Freundschaft ist aber gewiß eine der höchsten Seelenkräfte verzehrende Schmarotzerpflanze.
Gerechtigkeit gegen alle bedeutet die wahre Liebe zu dem Einen.
Ich bin ein Pfeil, so stolz flieg ich vom Bogen und so demütig fall ich zu deinen Füßen nieder.
Ich habe gelebt für das Ganze, bald lebe ich mit ihm.
Ich will geliebt sein oder ich will begriffen sein. Das ist eins.
Im Widerspruch, wenn er einem auch in die Quere kommt, liegt doch eine Entscheidung; man besinnt sich und weiß am End’, was man tun soll.
In der Dunkelheit der Nacht so allein, da wird das Tiefste, was man will, recht deutlich!
Ist das kein gerechter Anspruch: daß ich bin, und der Hilfe bedarf, die du geben kannst!
Jede Kunst steht eigenmächtig da, den Tod zu verdrängen, den Menschen in den Himmel zu führen.
Jede Liebe ist Trieb, sich selbst zu verklären.
Jeder Gedanke ist die Blüte einer Pflanze. Was ist dann aber ihre Frucht? Die Wirkung auf unser Inneres ist ihre Frucht!
Jeder Mensch hat ein Gewissen; es mahnt ihn, er soll nichts fürchten und soll nichts versäumen, was das Herz von ihm fordert.
Jugend ist inniges, unzertrennliches Empfinden des eigenen Selbst.
Keiner soll sich hüten oder sich um sein Schicksal kümmern, wenn er das Rechte liebt; sein Geist ist erfüllt, was nützt das andere!
Man kann in der Liebe nicht untreu sein – außer ihr.
Man mag nur da guten Rat annehmen, wo er der eigenen Meinung nicht widerspricht.
Manche verbergen sich vor der Wahrheit wie vor einem Gläubiger, den man nicht bezahlen kann.
Menschenliebe ist nicht so vom Zaun zu brechen, auch sie erfordert Anstrengung.
Nicht über den Augenblick soll man hinausdenken; aber in jedem einzelnen Moment soll man die Kraft zusammennehmen.
Nicht von der Gewohnheit abhängen.
Nur der mit Leichtigkeit, mit Freude und Lust die Welt sich zu erhalten weiß, der hält sie fest.
Offenbarung des Geistes in den Sinnen ist die Kunst.
Oft wird in der Ehe eine allzu große Mitgift zum Unheil.
Packe den schlafenden Löwen nicht bei dem gespitzten Ohr seiner Ehre.
Revolutionen sind nicht Verbrechen, aber die Folgen davon.
Schönheit ist Geist, der einen sinnlichen Leib hat.
Schwing dich aus allem heraus, was dich beengt!
Sehnsucht und Ahnung liegen in einander, eins treibt das andre hervor.
Seid doch, was ihr seid, und die Hefe wird schon vor euch niedersinken!
Selbstdenken ist der höchste Mut.
Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.
Selbstvertrauen ist Vertrauen auf Gott: Er wird mich doch nicht stecken lassen.
Und das ist ja der Liebe einziger Bedarf, aufgenommen zu sein; und was nicht ihrer Empfängnis fähig ist, das ist auch nicht der Liebe Gegenstand.
Und die Liebe ist die Luft die wir trinken.
Und glaub nur nicht, daß alle Menschen leben, die sind zwar lebendig, aber sie leben nicht.
Unendlich schön ist Eros und seine Schönheit durchleuchtet die Psyche wie das Licht die Rose.
Unser höchstes Wirken ist Denken.
Unser Leben ist Leben wecken.
Unter allen Einmischereien ist die, die sich mit Mann und Frau beschäftigt, für alle Teile die verhängnisvollste.
Verstehen ist lieben; was wir nicht lieben, das verstehen wir nicht; was wir nicht verstehen, ist nicht für uns da.
Von jedem Augenblick bleibe mir eine Erinnerung, tief oder lustig, freudig oder schmerzlich.
Wachsen ist das Gefühl, daß das Uranfänglichste zu seinem Ursprung in die Ewigkeit dringt.
Was auch in der Welt für Polizei der Seele herrscht, ich folge ihr nicht!
Was du weckst, das weckt dich wieder.
Was einem doch gleich Lebensübermut durchströmt, wenn die Menschheit nicht so ängstlich am Besitztum klebt!
Was man nicht begreift, das findet man leicht toll.
Was sich im Geist ereignet, ist Vorbereitung einer sich ausbildenden Zukunft, und diese Zukunft sind wir selber.
Was wir durch die Kunst erwerben, das ist von Gott.
Was wollen die, die über mich urteilen? Wer mich kennt, wer mich fühlt, will nicht urteilen!
Wen das Unglück recht anbraust, den treibt’s nicht hin und her – es versteinert ihn, wie Niobe.
Wenn der Mensch nicht schon Seligkeit in sich hätte, könnte er nicht selig werden.
Wenn der Mensch nur erst so weit wär, seinem eigenen Genie zu trauen.
Wenn dich eine höhere Vorstellung durchdringt von einer Menschennatur, so zweifle nicht, daß dies die wahre sei.
Wenn du liebst, dringst du ans Licht wie der Same, der in der Erde verborgen war.
Wer aber seine Gesinnung in die Paragraphen einer brutalen Polizeiverordnung schnürt, der wird überall auf Brutalität stoßen.
Wer klagt, ist nicht unschuldig!
Wer selbst ist, der muß die Welt bewegen, das will ich.
Wer sich nach Licht sehnt, ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon Licht.
Werden ist für das wirkliche Leben, Kraft fühlen und diese anwenden, und nicht bloß sich zum Helden träumen.
Wir sprachen von der Weisheit des Nathan und es sei Heldennatur, den Unterdrückten zu lieben.
Wo soll ich in der ereignisvollen Welt meinen Faden anknüpfen, wenn das einfachste gegen den Anstand ist! Wer hat diese Lügen gemacht?
Wolltet ihr aber die Naturstimme Steuermann sein lassen, ihr würdet nicht Schiffbruch leiden!
Zu geistiger Offenbarung gehört der Wille, den Geist zu entfalten.