Zitate von August Strindberg

Älter zu werden ist nicht schön, aber es ist interessant.
Ältere Menschen glauben gern an sich selbst.
Auch Frauen können ein Geheimnis für sich behalten, vorausgesetzt, man erzählt es ihnen nicht.
Aufmerksamsein fällt nicht unter das Machtgebiet des Willens.
Beneide niemanden, denn du weißt nicht, ob der Beneidete im stillen nicht etwas verbirgt, was du bei einem Tausch nicht übernehmen möchtest.
Bisweilen kommen wir mit dem bloßen Schrecken davon: Gott straft uns oft mit unseren Einbildungen.
Das eigene Blut ist einem doch am nächsten!
Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie: Aller Versorger, aller Feind.
Das menschliche Leben ist ein Kampf von Anfang bis Ende.
Wir alle werden unter Umständen voll Kummer und Schmerzen in dieses elende Leben geboren.
Das Mutterband ist nicht so rasch geknüpft, dies geschieht nur durch eine lange persönliche Bekanntschaft.
Das Schicksal spielt mit denen, die Schicksal spielen wollen.
Das Schöne ist ein Schein der zeitlichen Wirklichkeit.
Denn das Glück ist wohl hauptsächlich Frieden. Weniger Arbeit und weniger Luxus.
Denn man ist glücklich, wenn man mit sich selbst, seinem Herzen und seinem Gewissen zufrieden ist.
Der Egoismus lenkt alle unsere Taten.
Der schreckliche Augenblick: wenn einem ein echtes Gefühl sagt, daß man einem Menschen in seinen Gedanken oder Handlungen Unrecht getan hat. Dann fällt die ganze Bosheit auf einen selber zurück.
Der Streit um Glauben oder Wissen ist der dümmste Wortstreit, der je geführt worden ist, und eine Schande für die Menschheit.
Der Wald ist die Urheimat der Barbarei und der Feind des Pfluges, also der Kultur.
Die Ansichten ändern sich je nach der Wirklichkeit, die so veränderlich ist!
Die Ehe ist nun einmal eine Menschenfresserei: Esse ich Dich nicht auf, dann issest Du mich.
Die Familie ist zu eng und hat zu kleine, selbstsüchtige Ziele.
Die Frau ist die Wurzel des Mannes im Erdreich.
Die Gänse werden im Herbst unruhig, denn ihr Blut erinnert sich, daß es Zeit ist zu ziehen.
Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.
Die Hochzeitsreise ist der erste Versuch, der Realität der Ehe zu entgehen.
Die Kinder des Genies erben normalerweise nichts weiter als ausgebrannte Gehirne.
Die Natur selbst hat in den Menschen ein Schamgefühl niedergelegt, das zu verbergen sucht, was verborgen werden soll.
Die Trauer hat die glückliche Eigenschaft, sich selber aufzuzehren. Sie stirbt Hungers.
Die Tugend, die sich nach fünfzig Jahren einstellt, besitzt als Predigt keinen Wert.
Die Vorsehung plant etwas mit dir, und dies ist der Anfang deiner Erziehung.
Die Zeit ist die kostbarste aller Gaben, die Gott uns gegeben hat; darum müssen wir sie auf eine Art nutzen, die zeigt, wie hoch wir diese Gabe schätzen.
Dieser Zweikampf, den man Ehe nennt.
Du sollst dir nie einbilden, das Leben habe dir unrecht getan.
Ehen werden im Himmel geschlossen, deshalb fällt man auch so tief.
Eigenliebe ist eine Eigenschaft, nicht ein Fehler der Menschen.
Ein empfindlicher Mensch ist sich selbst gegenüber viel strenger, als andere annehmen.
Ein schlecht genutzter Tag ist für immer verloren.
Eine solche Menge Moral und kein Wort der Aufklärung!
Eine Verlobung ist die bedingte Verurteilung zu lebenslänglicher Doppelhaft mit vorläufigem Strafaufschub.
Er war Atheist, wie das Kind es ist, aber im Dunkel ahnte er, wie der Wilde und das Tier, böse Geister.
Erkennen sie denn nicht, daß die bestehende Gesellschaft eine mißglückte Evolution und selbst kulturfeindlich ist, wie auch naturfeindlich zugleich?
Es geht nicht an auf die Dauer, sich gegen den Wind zu steifen.
Es gibt Menschen, die einem kleine Höflichkeiten aufdrängen, um nachher große Gegendienste verlangen zu können.
Es ist ein große Aufgabe, das Publikum darüber aufzuklären, was die öffentliche Meinung, besonders die gedruckte, ist und wie sie entsteht.
Es ist fast immer schlimmer, als du denkst!
Es ist nun einmal so, daß das eine Kind mehr Sympathie auf sich zieht als das andere, warum, das läßt sich niemals feststellen.
Es kann ein Glück sein, etwas nicht zu sehen.
Frauen verwechseln ihre Halluzinationen so leicht mit der Wirklichkeit.
Gegen den Kulturstrom kann man nicht schwimmen, doch man kann sich an Land retten.
Gerecht leiden wie die Sträflinge, ist kein Verdienst, unrecht leiden aber ist eine Gnade und eine Prüfung, aus der der Standhafte goldene Früchte erntet.
Gewiß fehlt es in jedem Leben an etwas, aber warum sollen die fetten Bissen gerade immer denen zufallen, denen es so schon gut geht?
Glücklicherweise ist die Gottlosigkeit eine Zwangsvorstellung, die allen hochmütigen Dummköpfen als Strafe auferlegt wird.
Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.
Ich bin fertig mit dem Leben. Die Bilanz ist gezogen. Das Wort Gottes ist das einzig richtige.
Ich möchte so gern danken! Irgend jemandem! Mich drückt diese aufgezwungene Undankbarkeit!
Ich verabscheue Leute, die Hunde halten. Das sind Feiglinge, die nicht genug Schneid haben, selbst zu beißen.
Im Wechsel von Steigen und Fallen liegt der größte Reiz des Lebens, da das Glück nur durch den Vergleich offenbar wird.
In einer kleinen Rolle muß man ein großer Künstler sein, um gesehen zu werden.
In jeder Ehe kommt einmal die Zeit, in der man andere Männer um ihre Schwerhörigkeit beneidet.
Je schneller man heiratet, desto mehr Zeit bleibt einem für die Reue.
Jeder Mensch trägt stets einen Keim in sich, der seine Originalität ausmacht, jedes Individuum hat seine Geschichte.
Jeder Segen der Zivilisation ist entweder ein Fluch oder überflüssig.
Jeder Versuch, auf dem Wege des Räsonnements sich der Religion zu nähern, führt zu Absurditäten.
Kleine Kinder lügen oft aus mangelndem Erinnerungsvermögen.
Kultur bedeutet: ein Leben in steter Spannung, ein immerwährender Kampf gegen den Rückschritt.
Leben, das ist Leiden.
Literatur ist gedruckter Unsinn.
Machtgefühl ist mehr als Wollust.
Man ist einander nie so nahe wie im Augenblick der Trennung.
Man lebt zweimal, wenn man Kinder hat und dreimal, wenn man noch seine Enkelkinder sieht.
Manche Ehe ist ein Todesurteil, das jahrelang vollstreckt wird.
Mensch sein ist mehr als Europäer sein.
Merkwürdig, daß man herumgehen und doch tot sein kann.
Müßiggang aber erzeugt Nörgelei…
Nüsse knacken, die innen schwarz sind, wenn man sie endlich einmal aufgekriegt hat, – das hat der Teufel erfunden.
O wie grausam ist das Leben, das den Menschenkindern kein Essen schaffen kann, während es doch allen anderen Geschöpfen Nahrung umsonst gibt.
Ohne die jenseitige Welt ist die diesseitige Welt ein trostloses Rätsel.
Philosophie ist eine Geschichte der Unwahrheit.
Seit meiner Kindheit habe ich Gott gesucht, und ich habe den Teufel gefunden.
Solltest du einmal heiraten, so nimm den Verleger, nicht den Dichter.
Verliebte singen aus dem selben Grunde, aus dem ein Kind im Dunkeln pfeift.
Vieles auf der Welt kommt zusammen, aber selten die richtigen Paare.
Von einem Kehrichthaufen aus kann man nicht weit über die Welt hinaussehen.
Wäre es nicht besser, sich so einzurichten, daß man keines Trostes bedürfte?
Was die Sonne für die Erde ist, ist die Religion für den Menschen.
Was für eine Dummheit …, sein Leben in einem kleinen Boot aufs Spiel zu setzen, da es doch Schiffe mit Verdeck und Dampfboote gab.
Welch loses Anghängsel ist doch die Kultur! Trink einen Edelmann unter den Tisch, und er wird zum Wilden.
Welches mag das erste Weib gewesen sein, das entdeckte, daß man seine Gunst verschachern kann?
Wenn alles zu allem kommt, muß man gestehen, daß es ganz leicht ist, den Abgrund zu überspringen, der Körper und Seele trennt.
Wenn der Staat zu töten beginnt, nennt er sich immer Vaterland.
Wenn genügend Zeit verstrichen ist, sind alle Erinnerungen schön.
Wenn ich dumm bin, dann ist das ein natürlicher Mangel, den niemand das Recht hat mir vorzuwerfen.
Wenn man wirklich alt ist, dann wünscht man sich den Tod.
Wer könnte bestehen, wenn man für seine Gedanken verantwortlich gemacht würde?
Wer weiß, ob nicht der Jugendliche richtig gesehen hat, ehe ihm die Gesellschaft die Augen ausstach.
Wer zu lange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen.
Wie kann der noch mein Freund sein, den meine Erfolge verstimmen?
Wie viel Umstände macht man sich für die Toten, und wie wenig für die Lebenden!
Wirkliche Schönheit kann ohne Güte nicht existieren, denn es sind nicht die Züge allein, sondern der Ausdruck, der den Zügen ihren übernatürlichen Reiz gibt.