Zitate von Anselm Feuerbach

Das absolute Wesen, der Gott des Menschen, ist sein eignes Wesen.
Das Christentum ist das Mittelalter der Menschheit.
Das Gebet ist die Selbstteilung des Menschen in zwei Wesen – ein Gespräch des Menschen mit sich selbst, mit seinem Herzen.
Das Vereinswesen ist die Festung der Mittelmäßigkeit. Von dem Vereinswesen geht der Verdammungsklatsch gegen das Talent aus.
Das Wahre ist immer schlicht, einfach, haarscharf, es verträgt kein aufgebauschtes Gewand.
Das Wunder ist das äußere Gesicht des Glaubens, der Glaube die innere Seele des Wunders.
Der größte Staatsmann ist derjenige, welcher der humanste ist.
Der Humor trägt die Seele über Abgründe hinweg und lehrt sie mit dem eigenen Leid zu spielen.
Der Unverstand ist die unbesiegbarste Macht auf der Erde.
Die Gerechtigkeit wohnt in der Geschichte, nicht im einzelnen Menschenleben.
Die Inkarnation ist nichts andres als die tatsächliche, sinnliche Erscheinung von der menschlichen Natur Gottes.
Die Liebe ist nichts anderes als das Selbstgefühl der Gattung innerhalb des Geschlechtsunterschieds.
Die Macht des Wunders ist nichts anderes als die Macht der Einbildungskraft.
Die Mittelmäßigkeit wägt immer richtig, nur ihre Maße sind falsch.
Es ist gut, daß wir die Erklärung der Menschenrechte haben. Besser wäre es, wenn wir sie erst gar nicht bräuchten.
Gibt dir jemand einen sogenannten guten Rat, so tue gerade das Gegenteil, und du kannst sicher sein, daß es in neun von zehn Fällen das Richtige ist.
Glaube ist Wunderglaube, Glaube und Wunder absolut unzertrennlich.
Gott zu sehen, dies ist der höchste Wunsch, der höchste Triumph des Herzens. Christus ist dieser erfüllte Wunsch, dieser Triumph.
Im Detail sich verlieren ist nicht Gewissenhaftigkeit, sondern Mangel an Potenz, künstlerische Armut.
Jeder Mensch schafft sich sein eigenes Paradies, und bestände es nur aus einem Blitz der Hoffnung.
Kleinliche Sorgen sind der Tod des künstlerischen Schaffens.
Lernen besteht – optimistisch geschätzt – zu einem Drittel aus Neugier und zu zwei Dritteln aus Masochismus.
Mit wem man nichts gemein hat, mit dem ist gut Frieden halten.
Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete; er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.
Realismus ist die leichteste Kunstart und kennzeichnet stets den Verfall. Wenn die Kunst das Leben nur kopiert, dann brauchen wir sie nicht.
Siehst Du, der Gedanke ist schrecklich, daß man dazu kommen kann, die goldene, liebe Tugend wie eine Torheit zu belächeln.
Stil ist richtiges Weglassen des Unwesentlichen.
Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand loben ist schwer, darum tun es so wenige.
Um ein guter Maler zu sein, braucht es vier Dinge: Weiches Herz, feines Auge, leichte Hand und immer frisch gewaschene Pinsel.
Von der Gottheit nichts begehren als sie selber, würde wohl das Richtige sein.
Wenn Dich einer auf die rechte Backe schlägt, so gib ihm dafür zwei auf die linke.
Wer für hohe Ideale lebt, muß vergessen, an sich selbst zu denken.
Wo kein Gesetz, da keine Strafe.