Zitate von Anatole France

… denn der Ruhm wird nur denen zuteil, die sich darum bewerben.
Alle Bücher sind entweder Träume oder Schwerter. Man kann mit Wörtern schneiden oder betäuben.
Alle historischen Bücher, die keine Lüge enthalten, sind schrecklich langweilig.
Alle Worte sind arm.
Almosen tun den Gebern gut, nicht den Empfängern.
An einem Verrückten erschreckt uns am meisten die vernünftige Art, auf die er sich unterhält.
Auch wenn fünfzig Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.
Bei allem müssen wir ein Mittelmaß halten, auch in der Schicklichkeit.
Bei der Frau ist die Eifersucht nur gekränkte Eitelkeit. Aber beim Mann ist es eine tiefgehende, physische und moralische Qual.
Bücher sind immer langweilig. Aber die Menschen sind noch langweiliger – und dabei viel anspruchsvoller.
Das Geheimnis des rechten Altwerdens liegt in einem Satz: Die Zeit geht sanft nur mit denen um, die mit der Zeit sanft umgehen.
Das Leben eines Volkes ist nur ein Gespinst von Elend, erbrechen und Wahnwitz.
Das Leben ist eine dreckige Sache.
Das Leben ist eine fortlaufende Kette von Treulosigkeiten.
Das Leben wäre unerträglich, wenn wir niemals träumten.
Das Maß in der Kunst ist alles.
Das Schlechte am Guten und das Gute am Schlechten ist, daß beides einmal zu Ende geht.
Das Unglück ist unser größter Lehrmeister und unser bester Freund.
Daß wir das Unendliche in die Liebe hineingerührt haben, ist nicht die Schuld der Frauen.
Den Geistern, welche die Vorurteile bekämpft haben, sind wir Dank schuldig. Aber es ist leichter, sie zu loben, als es ihnen nachzutun.
Der Antisemitismus ist der Tod, jawohl, der Tod der europäischen Zivilisation.
Der Durchschnittsmensch, der nicht weiß, was er mit diesem Leben anfangen soll, wünscht sich ein anderes, das ewig dauern soll.
Der Erzieher soll das Kind zwei Dinge lehren: den Frieden und die Arbeit. Und ein Ding verabscheuen lehren: den Krieg.
Der Fortschritt hat keinen fürchterlicheren Feind als die Gewalt.
Der Mensch lebt von der Arbeit. Je besser er sie macht, um so besser wird er von ihr leben.
Der Ruhm eines Durchschnittsmenschen verletzt niemand. Er ist vielmehr eine geheime Schmeichelei für die große Masse.
Der seltenste Edelmut ist der Edelmut der Gedanken.
Der Staat gleicht dem menschlichen Körper. Nicht alle seine Verrichtungen sind edel.
Der Zufall ist Gottes Deckname, wenn Gott sich nicht zu erkennen geben will.
Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.
Die Eifersucht einer Frau ist nichts anderes als verletzte Eigenliebe.
Die Fehler der Begeisterten sind liebenswerter als die Abgeklärtheit der Weisen.
Die Frauen wollen geliebt sein; und liebt man sie schließlich, so fühlen sie sich gequält und gelangweilt.
Die Freude ist schüchtern und fühlt sich auf Festen nicht heimisch.
Die Geschichte ist keine Wissenschaft, sie ist eine Kunst. Nur mit Vorstellungskraft kann man sie verstehen.
Die gute alte Zeit verdankt ihr Dasein unserem schlechten Gedächtnis.
Die hellste Wahrheit erscheint wie ein leeres Geschwätz, wenn sie aufgezwungen wird.
Die Kunst des Lehrens besteht darin, die natürliche Neugier junger Menschen zu wecken, um sie dann stillen zu können.
Die Leidenschaft ist wie der Blitz: meistens schlägt sie daneben ein.
Die Liebe ist eine ansteckende Krankheit. Keiner weiß, wann es ihn erwischen kann!
Die Meinung des anderen ist nicht das Opfer eines einzigen unserer Wünsche wert.
Die Menschen haben aus ihm (Gott) eine verhaße Figur gemacht. Wie kann man zu so einem unsympathischen Wesen beten?
Die Menschen wollen essen. Das ist die große Notwendigkeit, die alle anderen erzeugt.
Die Onanie ist seine ganze Liebe.
Die Religion hat der Liebe einen großen Dienst erwiesen, indem sie sie zur Sünde erklärte.
Die Sterblichen sind töricht; wenn aber ihre schwache Führerin, die Vernunft, sie verläßt, so werden sie zu tobsüchtigen Narren.
Die Tugend, wie der Rabe, nistet in Ruinen.
Die Unabhängigkeit des Gedankens ist der höchste Adel.
Die Unschuld ist meist ein Glück und keine Tugend.
Die Unwissenheit ist die härteste Sklaverei, der Mensch vermag nichts, wenn er nichts weiß.
Die Vergangenheit ist das einzig Wirkliche im Leben. Alles was ist, ist Vergangenheit.
Die Vorzüge von gestern sind oft die Fehler von morgen.
Die wahre Freiheit ist die Freiheit einer Seele, welche die Eitelkeiten dieser Welt abgetan hat.
Die Wahrheit kann auch eine Keule sein, mit der man andere erschlägt.
Die Zeit geht sanft nur mit denen um, die mit der Zeit sanft umgehen.
Die Zeit ist der Stoff, aus dem die großen Unternehmungen gemacht werden.
Die Zukunft ist ein bequemer Ort für Träume. Dort wie in Utopien baut der Weise sich gern seine Luftschlösser.
Durch das Gefühl wird der Samen des Guten in die Welt gestreut.
Ein guter Kritiker ist jemand, der von den Abenteuern seiner Seele unter den Meisterwerken erzählt.
Ein Volk muss sehr reich sein, um sich den Luxus einer demokratischen Regierung leisten zu können.
Eine Frau ist ehrlich, wenn sie keine überflüssigen Lügen sagt.
Eine Frau muß sich entscheiden: Bei einem Mann, den andere Frauen begehren, wird sie keine Sicherheit haben; bei einem, den die Frauen nicht mögen, kein Glück.
Eine Frau ohne Busen ist wie ein Bett ohne Kopfkissen.
Eine Idee kann uns entweder glücklich oder elend machen. Wir können von einer Idee leben oder daran sterben.
Eine liebende Frau fürchtet keine Hölle und ersehnt kein Paradies.
Eine Tat beweist gar nichts. Es ist die Masse der Taten, ihr Gewicht, ihre Summe, die den Wert eines Menschenwesens ausmachen.
Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert.
Es gibt kein Bewusstsein außer im Geiste des Menschen, der allein dem Endlichen und dem Unendlichen angehört.
Es gibt keine schlechten Bücher, wie es auch keine häßlichen Frauen gibt.
Es gibt nichts Besseres, als von seiner Arbeit zu leben.
Es gibt nichts Herrlicheres als die Rückseite einer Frau; dies ist der wichtigste und reizvollste Teil des weiblichen Körpers.
Es gibt noch Brutusse!
Es gibt Schwierigeres als einen Fuchs aus seinem Bau herauszulocken.
Es gibt sehr ehrliche Leute, die nicht eher glauben, daß sie einen guten Kauf getan haben, bis sie einen Händler betrogen haben.
Es ist besser, dumm wie alle zu sein, als klug wie keiner.
Es ist mit der Liebe wie mit der Frömmigkeit. Sie kommt meist erst in späteren Jahren.
Es ist nicht üblich, das zu lieben, was man besitzt.
Es ist schwieriger, sich selbst zu täuschen als andere.
Es ist seit Homer eine seltsame Narrheit der Dichter, daß sie die Kriege feiern.
Es liegt in der menschlichen Natur vernünftig zu denken und unlogisch zu handeln.
Freude zu bereiten, macht nicht immer Freude.
Für das Herz ist es gut, naiv zu sein, für den Verstand nicht.
Für die Nachwelt zu schreiben oder zu malen – das ist nichts weiter als törichte Eitelkeit.
Historie ohne Lügen ist außerordentlich langweilig.
Hunger und Liebe sind die Triebkräfte aller menschlichen Handlungen.
Ich folge dem Gesetz der Weiterentwicklung. Die Dummen bleiben zurück und die Verrückten laufen vor.
Ich glaube, daß die Menschen zu allen Zeiten so gewesen sind wie heute, egoistisch, gewalttätig, geizig und mitleidlos.
Ich habe den Wahnsinn der Leidenschaften immer der Weisheit der Gleichgültigkeit vorgezogen.
Im Leben muß man etwas dem Zufall überlassen. Der Zufall ist eigentlich Gott.
In der Demokratie ist das Volk seinem eigenen Willen unterworfen, und das ist eine harte Knechtschaft.
In der Politik ist es wie im Konzert: Ungeübte Ohren halten das Stimmen der Instrumente schon für Musik.
Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.
Ja, man mag tun, was man will, man ist doch im Grunde immer allein.
Je länger ich lebe, je mehr komme ich zu der Einsicht, es gibt keine Schuldigen, sondern nur unglückliche Wesen.
Je länger ich lebe, um so mehr wird ersichtlich, daß das Schönste nur das ist, was man ohne Schwierigkeiten versteht.
Jede falsche Idee ist gefährlich.
Jede Regierung macht Mißvergnügte.
Man kann alles behaupten und findet immer die erforderlichen Textstellen.
Man soll das Los der Armen nicht verbessern, das Los der Armen muß aufhören.
Man stirbt in Glückes Fülle am vergangenen Leid.
Mangel an Verständnis ist eine große Macht. Manchmal versetzt er Menschen in die Lage, die Welt zu erobern.
Meine Schwäche ist mir teuer. Ich hänge an meiner Unvollkommenheit wie an meinem Recht, zu sein.
Mitleid ist die wahre Grundlage des Charakters.
Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das schlechte Gedächtnis.
Nichts stellen Demokratien so hoch wie den Geburtsadel.
Nur Frauen und Ärzte wissen, wie gern sich die Männer belügen lassen.
Nur wer gegen sich selbst milde ist, kann es auch gegen andere sein.
Optimismus ist die extremste Form der Verwegenheit.
Rebell ist man, wenn man unterliegt. Die Sieger sind nie Rebellen.
Schönheit birgt eine tiefere und höhere Wahrheit in sich, als die Wahrheit selber.
Sinnlose Europäer, die daran denken, sich gegenseitig zu erwürgen, wo doch die gleiche Zivilisation sie einhüllt und vereint!
Söhne glauben immer an die Tugend ihrer Mutter, ebenso die Töchter, aber weniger.
Sterben für eine Idee ist ein sehr hoher Preis für eine Handvoll Beweise.
Talent ist nur große Geduld.
Um Wissen verdauen zu können, mußt du es mit gutem Appetit hinunterschlucken.
Unter uns: wozu ist denn die Gescheitheit gut?
Von allen Definitionen über den Menschen ist die am schlechtesten, die ihn als vernunftbegabtes Tier bezeichnet.
Wahrhaftig lieben wir nur, wenn wir grundlos lieben.
Was ist Reisen? Ein Ortswechsel? Keineswegs! Beim Reisen wechselt man seine Meinungen und Vorurteile.
Wenn man wirklich liebt, tut man nichts Böses.
Wer Geschichte schreibt, muß höchst eitel sein und Freude am Erfinden haben.
Wir aber … haben … unseren Tyrannen vernichtet, wenn wir die Unwissenheit und die Furcht in uns vernichtet haben.
Wir bereuen nur unsere Taten, die wir nicht mehr wiederholen können.
Wir werden nach falschen Grundsätzen von Dummköpfen und Schuften regiert.