Zitate von Anastasius Grün

Ach, das allein Beständ’ge ist das Grab.
Ach, wenn nur der Wind vom Lande Mir ein grünes Blatt allein, Eine Blüte nur vom Strande Wehte in das Schiff hinein!
Bei der Arbeit magst du singen, das verleiht der Arbeit Schwingen.
Blumen sind an jedem Weg zu finden, doch nicht jeder weiß den Kranz zu binden.
Das Lachen ist der Regenbogen, Der dunklem Grund des Sturmes entsteigt.
Dem rauhen Troß verbirg, verhehle Das Lenzgeheimnis deiner Seele.
Der Feldherr wie der Fürst bedarf ein Herz von Erz.
Des Daseins Kelch kredenzt bald süß, bald herb den Trank, Der herbe heilt oft den, der von dem süßen trank.
Die schöne Seele kennt kein süßer Glück als außerhalb verwirklicht auch zu sehn das Edle, Schöne, das sie in sich trägt.
Dunkle Stunden müssen offenbaren, was ein Herz des Großen birgt und Klaren.
Ehrst du den Feind, der ehrenwert, du lähmst in seiner Hand das Schwert.
Ein Anfang ist kein Meisterstück, doch guter Anfang halbes Glück.
Eine Despotie ist der Winter, Gar ein arger Obskurant.
Es lebt in Elend qualenvoll, Wer, was er liebt, nicht sehen soll!
Es sät ein Mensch, doch ob den Saaten wacht still eine dunkle, rätselvolle Macht.
Freiheit ist die große Losung, deren Klang durchjauchzt die Welt.
Froh zu werden, sei erst gut! Die Güte nur gibt freudigen Mut.
Genuß und Leid des Alltags ist gemeinsam, Der höchste Stolz, der tiefste Schmerz bleibt einsam.
Kein Füllhorn, das von allen Schätzen regnet, Ist reicher als die Mutterhand, die segnet.
Klopf’ auf den Ton: in Staub wird er fallen; Schlag’ den Achat, und Funken wallen.
Manch Urteil ist ja längst beschlossen, Eh des Beklagten Wort geflossen.
Nicht immer ist, wer erlag, der kleinere Held.
O schönes Bild, zu sehen Vom Ring’ der Lieb’ umspannt Die Erde und den Himmel, Die Menschen und ihr Land!
Politische Freiheit ist nur da möglich, wo ein Volk hinreichende Stärke in den Beweggründen des sittlichen Handelns erlangte.
Scheint’s doch kein übles Frühlingszeichen, Daß schon die alten Kater miaun!
Viel tausend Quellen zählt die Krankheit und noch mehr;
Weh’ dir, wenn Menschen zu verachten Du nur gelernt im Selbstverachten!
Wer stechen will, muß selber stichfest sein.